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Oschatz Handwerker zieht es in Wermsdorfer Grundschule
Region Oschatz Handwerker zieht es in Wermsdorfer Grundschule
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06:00 02.02.2019
Bauamtsleiter Thomas Keller (3.v.r.) stellt den Gemeinderäten die aktuellen Bauarbeiten an der Grundschule Wermsdorf vor. Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Von Kindern ist noch nichts zu sehen, dafür geben sich derzeit in der künftigen Wermsdorfer Grundschule die Bauarbeiter die Klinke in die Hand. Aktuell finden im Gebäude Trockenbauarbeiten statt, außerdem sind Firmen mit dem Innenputz und der Installation von Heizung, Lüftung und Elektrik beschäftigt. Vereinzelt finden noch Arbeiten an den Fenstern statt, auch wenn der Baukörper bereits komplett geschlossen ist. Vor der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend brachten Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) und Bauamtsleiter Thomas Keller interessierte Räte und Ortschaftsräte auf den aktuellen Stand.

Neue Grundschule Wermsdorf Quelle: privat

Auffällig sind die derzeit noch überall sichtbaren Lüftungskanäle sowie die Leitungen, die teilweise aus Betondecken ragen. Dahinter verberge sich das anspruchsvolle Null-Energie-Konzept der neuen Grundschule, so Keller. Mittels einer Erdwärmeheizung sollen die Räume erwärmt werden und dafür seien die Leitungen in den Decken da. Umgesetzt werde das mit Bauelementen mit Betonkernaktivierung. Außerdem werde fortwährend Zu- und Abluft ausgetauscht.

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Haus mit Modellcharakter

„Das Haus soll Modellcharakter haben und energetisch neutral sein“, sagte Müller. „Wir haben hier verschiedene Einsparmöglichkeiten, mit denen wir dann in der Summe das gewünschte Ziel erreichen.“ Dazu gehört eine Lehmstampfwand im Erdgeschoss, die Feuchtigkeit aufnehmen kann und so das Raumklima reguliert. Ein weiterer Baustein sei das verwendete Fensterglas, das sich automatisch tönen lässt. „Das lässt sich sogar so verdunkeln, dass man in den Klassenzimmern Beamer nutzen und die Projektion gut sehen kann“, beschrieb der Bürgermeister. Zwar sei die Investition in Fenster mit speziellem „Sage-Glass“ teurer, dafür spare man das Geld für Anschaffung und Unterhalt von Rollläden, hatte er bereits zuvor erklärt. Außerdem bekommt das neue Gebäude eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung.

Bohrungen für Erdwärme

Auf Nachfrage der Gemeinderäte, ob die Geologie am Standort eine Erdwärmeanlage überhaupt zulasse, erklärte Bauamtsleiter Thomas Keller, man habe bereits für die Heizung der neu gebauten Sporthalle erfolgreich Bohrungen durchgeführt und die Fachleute seien sich einig, dass dies auch bei der Grundschule kein Problem sei.

„Ich bin immer wieder begeistert, wie großzügig und hell die Zimmer gestaltet sind“, lobte Gemeinderätin Helga Sembdner (SPD), die bis zum Renteneintritt selbst als Grundschullehrerin in Wermsdorf arbeitete. Die Klassenräume in der künftigen Schule sind mindestens 70 Quadratmeter groß. Dazu kommen offene Bereiche im Flur, die zusätzlich Platz für Lerninseln bieten. „Alles wird großzügig gestaltet. Wenn man schon neu baut, sollte man die Möglichkeiten dafür auch ausschöpfen“, meinte Matthias Müller.

Von Jana Brechlin