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Oschatz Imker aus Schmannewitz fordert mehr Blühflächen
Region Oschatz Imker aus Schmannewitz fordert mehr Blühflächen
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10:00 08.08.2019
Irgendwas blüht immer: Blühstreifen wie hier an einem Feld bei Gaunitz lobt Imker Klaus Steinert als vorbildliche Maßnahme, damit Insekten auch entlang von Ackerflächen Nahrung finden. Quelle: Jana Brechlin
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Schmannewitz

Wenn Klaus Steinert unterwegs ist und an Feldrändern Blühstreifen und vielfältige Wiesen sieht, freut ihn das. Der Imker aus Schmannewitz weiß, wie wichtig solche Gebiete für Insekten sind. „Allerdings gibt es davon immer noch zu wenig“, ist er überzeugt. „Hier und da gibt es gute Beispiele, in anderen Ecken ist allerdings weit und breit nichts von Blühpflanzen zu sehen“, hat er beobachtet.

Sehenswert sei etwa ein Feld zwischen Gaunitz und dem Liebschützberg: Dort habe man um die komplette Fläche einen Blühstreifen angelegt. „Hier finden Insekten die ganze Saison Nahrung, weil die Pflanzen zeitversetzt nacheinander blühen“, beschreibt Klaus Steinert. In seiner unmittelbaren Umgebung gebe es dagegen wenig solcher Pflanzungen. „Um Schmannewitz, Dahlen oder Bortewitz sieht man so etwas nicht“, bedauert der Imker. Dabei macht Steinert klar, dass es ihm bei der Diskussion nicht um die eigenen Bienenvölker geht. „Für meine Bienen ist gesorgt, vielmehr brauchen andere Insekten wie Wildbienen diese Nahrung“, sagt er.

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Weniger Unkrautvernichtung wäre sinnvoll

Gerade angesichts des weit verbreiteten Insektensterbens sei es wichtig, dass es in der Kulturlandschaft noch Blühpflanzen gebe. Außerdem würde er sich wünschen, dass nicht so viel Unkrautvernichter gespritzt werden. „Auf etlichen Feldern hat man auch in diesem Jahr kaum eine andere Pflanze zwischen dem Getreide gesehen. Das bedeutet, dass Insekten auf vielen Hektar Fläche keine Nahrung finden können“, bedauert er.

Nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu gibt es hierzulande etwa 33 000 Insektenarten. Und diese werden gebraucht, denn knapp 90 Prozent aller Kultur- und Wildpflanzen gedeihen nur, wenn sie durch die Tiere bestäubt werden. Nachdem Wissenschaftler und Naturschützer bereits vor einigen Jahren Alarm geschlagen haben, weil die Zahl der Insekten zurückgegangen ist, hat die Politik reagiert und unterstützt Landwirte, die Blühstreifen anlegen wollen. So gibt es zum Beispiel Förderung, wenn Bauern mehrjährige Blühflächen planen. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) hat außerdem eigens ein Handlungskonzept zum Insektenschutz vorgestellt. Ziel desselben sei, mehr Blumenfelder für Insekten zu schaffen, auf denen dann keine Pflanzenschutzmittel oder nur wenig davon aufgebracht werden dürfen. Außerdem kündigte der Minister an, Fördergelder für insektenfreundliche Wiesen an Gewässern und Waldrändern bereitzustellen.

Betriebe tun etwas für Artenvielfalt in der Landwirtschaft

Der Deutsche Bauernverband betont indessen, dass zahlreiche Betriebe schon viel unternehmen, um ertragreich zu wirtschaften und gleichzeitig die Artenvielfalt in der Landwirtschaft zu schützen. Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte erst zum Bauerntag in Schkeuditz darauf hingewiesen, dass die Landwirte in Deutschland schon insgesamt 230 000 Kilometer lange Blühstreifen an den Feldrändern angelegt haben und damit entscheidend zur Artenvielfalt beitragen. Zudem würden sich viele Berufskollegen in der Initiative Tierwohl engagieren und damit ebenso einen wesentlichen Bestandteil zu nachhaltiger Landwirtschaft leisten.

Bei Planung für 2020 auch an Insekten denken

Der Schmannewitzer Imker Klaus Steinert hofft unterdessen, dass weitere Bauern schon bei der Planung für das kommende Jahr auch an die Insekten denken: „Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Landwirte angeregt werden, im kommenden Jahr an ihren Feldern auch blühende Flächen zu schaffen“, sagt er mit Blick auf die nächste Bestellung der Ackerflächen.

Von Jana Brechlin

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