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Oschatz Immer mehr Einsätze: Braucht Oschatz eine Berufsfeuerwehr?
Region Oschatz Immer mehr Einsätze: Braucht Oschatz eine Berufsfeuerwehr?
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17:00 09.08.2019
Wasser marsch, hieß es Ende des vergangenen Jahres bei einem Brand im Oschatzer Stadtteil Schmorkau. Quelle: Foto: Frank Hörügel
Oschatz

Genau 338 Einsätze stehen in der Statistik der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz im vergangenen Jahr – also fast jeden Tag ein Einsatz. Und es geht so weiter. Als die Löschkräfte jetzt am 30. Juli zu einem Feldbrand in Dahlen ausrückten, war dies der 175. Einsatz im laufenden Jahr. Die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Einsatzkräfte wird gerade in den Sommermonaten mit vielen Bränden bis an die Grenzen strapaziert. Und in vertraulicher Runde wird dann schon mal die Frage gestellt: Könnte Oschatz nicht einfach eine Berufsfeuerwehr gründen, um die Ehrenamtlichen zu entlasten?

109 Berufsfeuerwehren in Oschatz

In Deutschland gibt es insgesamt 109 Berufsfeuerwehren. Städte mit mehr als 80 000 Einwohnern müssen in Sachsen eine Berufsfeuerwehr haben. Es gibt aber auch kleinere Städten wie Plauen im Vogtland mit 66 000 Einwohnern, die sich eine Berufsfeuerwehr leisten. Von dieser Größenordnung ist Oschatz mit 14 268 Einwohnern (Stand: 30. April 2019) weit entfernt. Auch die benachbarte Stadt Riesa ist mit 30 000 Einwohnern (Stand: 30. April 2019) doppelt so groß wie Oschatz, hat aber eine Lösung gefunden, die auch für Oschatz interessant sein könnte. In Riesa gibt es eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften.

In Riesa fehlen 60 Einsatzkräfte

„Da es gemäß Sächsischer Feuerwehrverordnung derzeit schon ein Minus von fast 60 Einsatzkräften in Riesa gibt, kann gerade die Tageseinsatzbereitschaft nicht mit den Freiwilligen abgedeckt werden, weil ja viele außerhalb arbeiten und gar nicht verfügbar sind. Weiterhin ist die Anzahl an atemschutztauglichen Einsatzkräften im Ehrenamt tendenziell sinkend. Deshalb ist der hauptamtliche Bereich unverzichtbar“, teilt der Riesaer Stadtsprecher Uwe Päsler auf OAZ-Anfrage mit. Die Feuerwehr Riesa verfügt über eine Hauptstelle und sechs Stadtteilfeuerwehren. Die Hauptstelle ist Teil der Stadtverwaltung. Hier sind 18 feuerwehrtechnische Bedienstete in drei Wachgruppen rund um die Uhr einsatzbereit. Dazu kommen ein Sachgebietsleiter und drei weitere Sachbearbeiter – insgesamt also 22 Stellen. Aktuell finanziert die Stadt Riesa dafür laut Päsler im Jahr 1,26 Millionen Euro Personalkosten plus 770 000 Euro Sachkosten (Stand: 2018).

In Oschatz Personal aus Stadtbeschäftigten gewonnen

In Oschatz selbst setzt man bisher auf ein anderes Modell und kommt nach Einschätzung der Stadtverwaltung auch ohne Berufsfeuerwehr gut zurecht. „Wir konnten Personal für unsere Freiwillige Feuerwehr aus Beschäftigten gewinnen. Damit fahren wir sehr gut, da die Einsatzbereitschaft auch an Wochentagen gesichert ist“, versichert die Pressesprecherin Anja Seidel. Die Stadt sei dankbar für die engagierte Arbeit der freiwilligen Kameradinnen und Kameraden.

Berufsfeuerwehr für Oschatz ist Utopie

Deren Chef ist Lars Natzke. Der Oschatzer Wehrleiter hat eine klare Meinung zum Thema Berufsfeuerwehr. „Klar, wäre es schön. Aber eine Berufsfeuerwehr für Oschatz ist Utopie. Das muss schon auch finanzierbar bleiben.“ Neben den hohen Kosten und der Schwelle von 80 000 Einwohnern würde es in Oschatz auch daran scheitern, dass es keine ausgebildeten Berufsfeuerwehrleute gibt. Laut Natzke sind derzeit inklusive ihm selbst acht der 51 ehrenamtlichen Einsatzkräfte in verschiedenen Bereichen der Kommune beschäftigt – und damit auch tagsüber schnell verfügbar. „Das ist noch ausbaufähig“, schätzt der Wehrleiter ein. Aus seiner Sicht wäre es gut, wenn die Kommune auch bei künftigen Einstellungen auf eine Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz Wert legen würde.

Auf rein ehrenamtlicher Basis kaum noch zu machen

Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz (87 Feuerwehren mit 3500 Mitgliedern) sagt Frank Reichel: „Eine reine Berufsfeuerwehr für Oschatz ist absurd. Aber eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften wie in Riesa würden wir als Kreisfeuerwehrverband begrüßen. Die Vielzahl der Einsätze in Oschatz ist auf rein ehrenamtlicher Basis kaum noch zu machen. In die kommunale Selbstverwaltung der Stadt Oschatz werden und dürfen wir aber nicht eingreifen.“

Von Frank Hörügel

Sein ganze Leben lang beschäftigt sich Georg Stark bereits mit dem Thema Holz. Mittlerweile gibt er Kettensägen-Schnitz-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Sein ganzer Garten in Neusornzig ähnelt einer Märchenlandschaft in der die Teilnehmer ihrer Kreativität freien lauf lassen können.

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