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Oschatz Immer wieder Ärger am Oschatzer Busbahnhof
Region Oschatz Immer wieder Ärger am Oschatzer Busbahnhof
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18:03 08.05.2019
Immer wieder tauchen Hinterlassenschaften des Wochenendes am Oschatzer Busbahnhof auf. Quelle: Pia Siemer
Oschatz

In tausend kristallenen Scherben liegt das Glas der rot lackierten Bushaltestelle am Boden, und auch in dem graugrünen Wartehäuschen gegenüber halten die Metallrahmen nur noch vereinzelt intakte Fensterscheiben. „Der Busbahnhof ist ein Dauerthema“, seufzt da Michael Voigt, Leiter des Bauamtes Oschatz. „Die Scheiben zu ersetzen lohnt sich kaum, sie werden ohnehin wieder heraus gebrochen.“ Auch die Bänke und Sitzgelegenheiten im Wartehäuschen wurden inzwischen abmontiert, die einzige sinnige Maßnahme, bedauert der Oschatzer Amtsleiter. Und trotzdem bleibt der 2014 fertiggestellte Busbahnhof in Oschatz ein beliebter Ort für Zusammenkünfte, die nicht alle in der Stadt erfreuen. Alcopop-Flaschen, immerhin säuberlich in einer Ecke des Wartehäuschens zusammengestellt, zeugen davon und geben womöglich auch einen Hinweis auf die Akteure.

Busbahnhof: Hotspot mit Dach für Jugendliche aus Schatz

„Ich weiß, dass sich am Busbahnhof immer wieder Jugendliche einer größeren Clique treffen“, sagt Anja Kohlbach, Sozialpädagogin und mit der Jugendarbeit im soziokulturellen Zentrums E-Werk betraut. „Das sind ungefähr dreißig Leute verschiedener Altersklassen“, sagt sie. „Viele davon sind tagsüber bei uns und halten sich auch an die Regeln“. Dann aber, wenn die Türen des Jugendtreffs um 20 Uhr schließen, würden einige von ihnen auf den Busbahnhof umziehen, an einen der wenigen überdachten Plätze in der Stadt. Trotzdem, das betont Anja Kohlbach, ist nicht gesagt, dass diese Jugendlichen für Vandalismus und Verschmutzung verantwortlich seien.

Sozialarbeiterin: Viele halten sich an die Regeln

„Viele sammeln ihren Müll gar in Säcken“ sagt sie. Verantwortungsgefühl sei bei einigen durchaus da, nur eben keine Orte, um die Zeit zu verbringen. „Letzten Samstag hatten wir im E-Werk ausnahmsweise offen, da standen die Kids Schlange“, erzählt die Sozialarbeiterin. Doch ein offenes Jugendzentrum am Wochenende ist eben nicht die Regel, und so bleiben der Busbahnhof und das gegenüber liegende Thälmann-Denkmal Oschatzer Hotspots für Jugendliche und Schüler, die ihre Zeit aus vielerlei Gründen nicht zuhause verbringen möchten.

Thälmann-Denkmal auch verschmutzt

Dass vor allem am Wochenanfang besonders viel Müll in den Grünanlagen rund um den Busbahnhof zu finden ist, kann auch Kathleen Teschmit, die Leiterin der Oschatzer Stadtgärtnerei bestätigen: „Viele der Pflanzen sind dann zertrampelt worden“, berichtet sie. Besonders viel Unrat fände sich auch gegenüber des Busbahnhofes am Ernst-Thälmann-Gedenkstein. „Dort sind die Pflanzen oft regelrecht zugemüllt“, sagt Teschmit. Blumen, wie die Stiefmütterchen, die dort aktuell blühen, müssen dann nachgesetzt werden. Neben Essensresten fänden sich dann auch leere Flaschen, Taschentücher und Plastikverpackungen und anderer Müll.

Konsequenzen für Oschatz gibt es noch nicht

Wer nun die Vandalen und wer die Verschmutzer sind, darauf findet sich so schnell keine Antwort und auch auf die Frage nach Konsequenzen gibt es nur sehr langfristige oder sehr kurzfristige Lösungen und so bleibt die greifbare Konsequenz erst einmal eine Bushaltestelle ohne Scheiben. Was aber die Vermüllung betrifft, hat Kathleen Teschmit noch eine andere Gruppe im Visier. Besonders ärgerlich für die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei – manche Hundehalter entsorgen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht aus den Blumenbeeten. Immer wieder käme es vor, dass die Gärtner in die Kothaufen träten. „Das ist einfach unschön“, so Teschmit.

Von Pia Siemer und Anna Schade

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