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Oschatz „Inklusion soll dem ganzen Unternehmen zugute kommen“
Region Oschatz „Inklusion soll dem ganzen Unternehmen zugute kommen“
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22:00 23.01.2020
Wie kann Inklusion im Arbeitsplatz umgesetzt werden? Darüber sprechen vier Experten am 27. Januar im Thomas-Müntzer-Haus in Oschatz. Quelle: Stefan Puchner/dpa
Oschatz

„Jeder tickt anders – Inklusion in der Arbeitswelt“, ist das Thema des 6. Oschatzer Galerie-Gesprächs. Vier Experten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung diskutieren am 27. Januar im Thomas-Müntzer-Haus Fragen, Unklarheiten und Chancen der Inklusion für Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen. Wir kamen vorab mit ihnen ins Gespräch und stellen sie vor.

Conny Berger kennt die Vorbehalte vieler Arbeitgeber, wenn es um Inklusion am Arbeitsplatz geht. Sätze wie: „Den werde ich nicht mehr los, wenn es Probleme gibt“, seien häufig die erste Reaktion. Doch ins Gespräch zu kommen mit den Unternehmen, sei bereits ein erster guter Schritt, um Unsicherheiten aus der Welt zu schaffen und aufzuklären.

Das Netzwerk unterstützt und berät kostenfrei Unternehmen

Berger kam ursprünglich aus dem Bereich Marketing. Nach einer Initiativbewerbung bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) für ihr Berufsfeld wurde ihr stattdessen spontan die Stelle als Beraterin und Veranstaltungsplanerin im Projekt “Unternehmens-Netzwerk INKLUSION“ angeboten. Sie fühlte sich schnell wohl in dieser Tätigkeit, wurde schließlich Teamleiterin für Sachsen. Das Netzwerk unterstützt und berät kostenfrei Unternehmen, die Menschen mit Behinderung einstellen möchten.

Es müssen Mythen aus der Welt geschafft werden

Ihr Team spreche ganz individuell mit Chefs oder Personalern der Firmen, auch vor Ort. Zuerst gelte es zu klären, welche Behinderungen zu den Tätigkeiten im Unternehmen passen. „Viele wissen auch nicht, das Krebs oder Diabetes als Behinderung gelten“, sagt Berger. Um so mehr Mythen aus der Welt geschafft würden, desto mehr steige die Offenheit. Die schließlich ausgeschriebenen Stellen blieben dann oft lange Zeit unbesetzt, darum unterstütze das Netzwerk auch bei der Suche nach geeigneten Bewerbern.

Conny Berger ist Sachsens Teamleiterin beim “Unternehmens-Netzwerk INKLUSION“. Quelle: privat

„Es gibt Unternehmen, die kommen ihrer Pflicht nach. Ab einer Unternehmensgröße von 20 Mitarbeitern müssen laut Gesetz fünf Prozent durch Menschen mit Behinderung besetzt werden. Manche Unternehmer erkennen aber auch den Mehrwert“ sagt die 33-jährige.

Inklusion soll kein Führungsinstrument sein“

Denn Arbeitsplatzanpassungen könnten am Ende zu aller Vorteil gereichen: „Inklusion soll kein Führungsinstrument sein, sondern dem ganzen Unternehmen zugute kommen“. Sie nennt das Beispiel des Einsatzes von Gummimatten bei Steharbeitsplätzen.

Das Projekt “Unternehmens-Netzwerk INKLUSION“ endet nach drei Jahren am 31. Januar. Danach wendet sich Berger wieder mehr dem Marketing in der Akademie zu. Doch sie ist sich sicher, dass das Netzwerk etwas bewirkt hat: „Von heute auf morgen gibt es keine grundlegenden Veränderungen, aber kleine Schritte bringen langsam die Steine ins rollen.“

Die OAZ hat bereits zwei weitere Podiumsgäste vorgestellt: Simone Hindenburg und Markus Drexler.

6. Galerie-Gespräch: Montag, 27. Januar, 19 Uhr, Stadthalle Thomas-Müntzer-Haus Oschatz, Einlass ab 18.30 Uhr, Moderation: Steffi Flux vom Tagestrainingszentrum (TTZ) für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in Oschatz. Weitere Podiumsgäste: Simone Hindenburg (Personalkanzlei Hindenburg), Ralf Zimmermann (Integrationsamt/Kommunaler Sozialverband Sachsen), Markus Drexler (Geschäftsführer der Lebenshilfe Regionalvereinigung Oschatz).

Von Pauline Szyltowski

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