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Oschatz Joachim Zehmes Plastik „Gral Mü“ empfängt zukünftig die Besucher am Mügelner Geoportal
Region Oschatz Joachim Zehmes Plastik „Gral Mü“ empfängt zukünftig die Besucher am Mügelner Geoportal
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05:03 21.08.2019
Joachim Zehme (vorn) stellte mit seinen Helfern Tom Rentler (von links), Tobias Leißner, Valentin Grütze und Felix-Florian Zehme den „Gral Mü“ in Naundorf vor. Quelle: Foto: M. Niemann
Mügeln

„Wir können so froh sein, dass hier etwas entstanden ist“, sinniert der Oschatzer Bildhauer Joachim Zehme nicht nur im Hinblick auf das Kunstwerk, auf das er der OAZ einen Vorabeinblick gewährt. Sondern auch auf das Geoportal, das von vielen Akteuren getragen, zukünftig Touristen an den Mügelner Bahnhof locken soll. In der „Erlebniswelt Kaolin“ soll das „Land der weißen Erde“ zur Attraktion werden. Im Gegensatz zu schwarzer Erde „würde ich die nicht zwingend als fruchtbar bezeichnen“, sagt er und denkt über die Zukunft der Region, die das Vorhandensein von Kaolin geprägt hat, nach. „Im schlimmsten Fall werden die Kaolintagebaue einmal zugekippt oder du kannst in Zukunft baden gehen und hast hier das ’Rügen in Sachsen’“, sagt er.

„Alles ist möglich. Da hier viele Leute leidenschaftlich sind und etwas wollen. Wir sind hier alle zuhause und haben die Gegend tierisch gern.“Dass das manchmal zu Hitze führe, sei bald normal: „Leute, die keine Träume haben, haben auch meistens keine Energie.“

Joachim Zehme stellte in der Werkschule Naundorf den noch nicht ganz fertigen „Gral Mü“ vor: Zusammen mit Karin Uhde und Enrico Naumann vom Mügelner Bauamt schauten wir dem Künstler dabei über die Schulter. In unserer Bildergalerie bekommt ihr einen ersten Eindruck vom Mügelner Gral.

Auch dafür steht der „Gral Mü“, den er geschaffen hat: der Gral als Gefäß, das man sich reicht, um ins Gespräch zu kommen wie die Tasse Tee, die es ohne Kaolin nicht gebe. Das Kunstwerk, von dem er uns vorerst nur die Rückseite zeigt, weil es erst bei Geoportal-Eröffnung am Ende der Woche eingeweiht wird, zeigt diesen gemeinsamen Prozess.

Kunst- und Sozialprojekte mit Schülern

Es reiht sich ein in die Kunst- und Sozialprojekte mit Schülern, die der Künstler an der Werkschule Naundorf zusammen mit der Kinder-UNI des Jenaer Soziologen Christopher Hausmann bereits gestaltet hat. „Wir haben hier Ytong bearbeitet.“ Die Versatzstücke, die bei der Arbeit mit den Schülern entstanden seien, habe er dann genutzt, um sie als Teile in den Gral einzubauen. So sei aus vielen kleinen Teilen Eins geworden. In den Porenbeton eingearbeitet sind sowohl Porphyr als auch Kaolin als Schlämme eingearbeitet. Von unten nach oben lässt sich dessen Entstehung und Bearbeitung am Kunstwerk deuten, während der Betrachter von oben ins Erdinnere blickt auf die Kräfte, die die Weiße Erde formten. Dabei hatte Zehme die Maßgabe, am Ende abstrakt zu bleiben. Ein enges Korsett für den Künstler, der so auf den Einsatz von Schrift verzichten musste. An besagten Kreidefelsen auf Rügen sei ihm erst bewusst geworden, dass diese strikte Vorgabe richtig gewesen sei. Im Nachhinein sei er dem Bürgermeister dankbar.

Schönheit der Natur

In der Natur gebe es nur Schönheit, selbst eine Verwesung sei schön. „Auch eine Verwitterung ist schön. Die Natur kennt von sich aus nichts Hässliches“, schlägt Zehme den Bogen zum Kaolin, das ein kreideweißes, noch formloses Verwitterungsprodukt des Porphyr ist. Aufgebrochen wird das durch eine zweite, interaktive Ebene des Grals, indem sich ein Bildschirm versteckt. „Besucher können sich über das W-LAN auf einer Internetseite einloggen und ein Bild hochladen, dass dann auf dem Bildschirm gezeigt wird, erläutert Valentin Grütze vom St. Benno-Gymnasium Dresden, der das digitale Innenleben bespielt hat.

Damit damit kein Schabernack getrieben wird, soll die Technik so funktionieren, dass jeder auch zu seinem Bild stehen muss – es werde nur gezeigt, wenn der- oder diejenige neben der Plastik stehe. „Damit ist ausgeschlossen, dass man etwas macht, wofür man sich im Grunde auch schämt“, sagt Zehme. Die Bildhauerei bestehe nicht mehr aus einem starren Format, erklärt der 49-jährige. Auch um die Menschen in das Kunstwerk einzubeziehen, gibt es in neben der starren, abstrakten Außenhülle ein digitales Innenleben.

Von Manuel Niemann

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