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Oschatz Juryentscheid: Julia Frenzel (22) aus Malkwitz wird die 18. Sächsische Fischkönigin
Region Oschatz Juryentscheid: Julia Frenzel (22) aus Malkwitz wird die 18. Sächsische Fischkönigin
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17:42 08.07.2019
Künftige und aktuelle Fischkönigin: Julia Frenzel (links) wird Lisa Keil folgen, so die Jury um Andreas Stummer, Matthias Müller und Georg Stähler (von links). Quelle: Manuel Niemann
Wermsdorf

Der Ankreuztest ist schnell absolviert. Gleich zwei Kandidatinnen bewerben sich in diesem Jahr für das Amt der Sächsischen und Wermsdorfer Fischkönigin. Die Regentschaft von Lisa Keil aus Wurzen neigt sich dem Ende zu.

Andreas Stummer, dem Geschäftsführer des Sächsischen Landesfischereiverbands, Georg Stähler, Chef der Teichwirtschaft Wermsdorf sowie dem Wermsdorfer Bürgermeister Matthias Müller (CDU) und seiner Hauptamtsleiterin Katja Hannß obliegt es, eine Nachfolgerin zu finden. Während Keil mangels weiterer Bewerber nur in einem Auswahlgespräch überzeugen musste, geht es dieses Mal in einen kleinen Ausscheid.

Wer sich die Broschüren zur Region, sowie des Landesfischereiverbands und der Teichwirtschaft angesehen hat, könne die Fragen beantworten, verrät Hauptamtsleiterin Hannß. Denn die habe sie für die Fragen verwendet.

Zwei Bewerberinnen stellen sich der Jury

Anschließend an den Wissenstest geht es für die beiden Bewerberinnen getrennt ins Gespräch: Habe sie bereits Berührungspunkte zur Fischerei, möchte Andreas Stummer von der ersten Kandidatin wissen und nimmt die Antwort fast vorweg: „Der Name sagt einiges.“

Denn die 18-jährige, die sich zur Wahl stellt, heißt Laura Stähler, Georg Stählers Enkelin. Es verwundert nicht, dass sie fachliche Fragen zu Karpfenteichwirtschaft oder Forellenzucht meistern kann. Die Frage, wie sie Karpfen blau zubereiten würde, beantwortet sie hingegen mit leichtem Zögern: „Wenn mich nicht alles täuscht, wird er gekocht.“ Das reicht Matthias Müller bereits, der die Frage aufgegriffen habe, weil sie bisher immer gestellt wurde.

Werbegesicht für den heimischen Süßwasserfisch

Georg Stähler, jetzt ganz Chef der Teichwirtschaft, nicht Opa, möchte lieber wissen, wie sie in den zwei Jahren für das Produkt „heimischer Süßwasserfisch“ werben möchte. Laura Stähler antwortet ähnlich wie ihre Kontrahentin danach: Während die Jagdtrophäen – Rehböcke und Hirschgeweihe – stumm im Alten Jagdschloss von allen Wänden blicken, erklärt auch die die Vorzüge des Fischverzehrs: Er ist gesund, versorge den Körper mit Omega-3-Fettsäuren, den Vitaminen A und D sowie mit Eiweißen.

Neben dem Horstseefischen kennt Julia Frenzel, die zweite Kandidatin, auch das Abfischen aus ihrem Heimatort Malkwitz. „Meine Mutti hat als Fischfachverkäuferin und als Köchin gearbeitet. Bei uns gibt es regelmäßig Fisch, da wird man auch an die Zubereitung herangeführt.“

Malkwitzer Rezept für Karpfen blau

„Da kann ich jetzt einsteigen!“, triumphiert Müller und stellt die Karpfen-blau-Frage abermals. Frenzel antwortet souverän: „Man nimmt Wasser und Essig, man kann auch noch Weißwein hinzufügen, und kocht damit einen Sud mit Lorbeerblättern und Salz auf. Durch die Säure des Essigs färbt der Karpfen sich blau.“

Wichtig sei, dass der Kopf zuerst im Topf lande, weil er länger brauche, um durchzuziehen. Das sitzt, schmunzelnde Gesichter und Müller gibt sich geschlagen: „Also ich kann’s nicht nachprüfen, aber Essig stimmt auf jeden Fall. Weißwein kann nicht schaden.“

Bei der Schärpe gab es Hilfe von der alten Königin: Lisa Keil (links) half Julia Frenzel fürs Foto. Quelle: Manuel Niemann

Repräsentatives Amt kostet Zeit

Auch an anderer Stelle kann die 22-Jährige punkten: Sie hat ihre Ausbildung als Sozialversicherungsangestellte bereits abgeschlossen. Jetzt arbeite sie in Gleitzeitschichten, was sich gut mit den repräsentativen Aufgaben arrangieren ließe. Laura Stähler hingegen ist noch Schülerin. Sie besucht das Berufliche Gymnasium in Oschatz und möchte nach den Sommerferien Abitur machen.

„Wie stellst du dir den terminlich nicht einfachen Alltag einer Fischkönigin vor – im vielleicht wichtigsten schulischen Jahr deines Lebens?“, möchte Müller wissen. Das gehe alles, sie müsse sich nur organisieren. „Es ist mir bewusst, dass das auf mich zukommen würde“, sagt die 18-Jährige überzeugt.

Nach dem Juryentscheid: Julia Frenzel (22) aus Malkwitz wird 18. Sächsische und zugleich Wermsdorfer Fischkönigin. Quelle: Manuel Niemann

Die Entscheidung: Julia Frenzel folgt auf Lisa Keil

Vielleicht bleiben Zweifel, vielleicht meinen die Jurymitglieder es auch nur gut mit ihr: Beide seien in Frage gekommen, erklärt Andreas Stummer nach kurzer Bedenkzeit. „Da wir wirklich keinen großen Unterschied feststellen können und es trotzdem eine werden muss“ leitet er ein, dass sie sich letztlich für Julia Frenzel entschieden haben.

Die freut sich, die sächsischen Fischer und Wermsdorf künftig auf Festen und Messen zu vertreten, dabei Erfahrungen zu sammeln. Am 14. September, der Karpfensaisoneröffnung, wird sie die Krone von Lisa I. übernehmen. „Vielleicht sehen wir uns in zwei Jahren wieder?“, stellt Andreas Stummer die Frage halboffen an alle Nochnichtköniginnen im Raum.

Von Manuel Niemann

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