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Oschatz Kaisersaal im Schloss Dahlen bekommt Parkett
Region Oschatz Kaisersaal im Schloss Dahlen bekommt Parkett
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16:01 27.01.2017
Karl Berger räumt schon die Teppiche, die jetzt im Kaisersaal auf dem Betonfußboden liegen, beiseite. So wie einst (kleines Foto) soll hier bald wieder Parkett liegen. Quelle: Fotos: Jana Brechlin
Dahlen

Das Dahlener Schloss bekommt ein Stück seines alten Glanzes zurück – und das auch noch geschenkt. Im Rahmen des internationalen „Workcamp Parquet“ werden im September angehende Parkettleger aus ganz Europa dem Kaisersaal in der ersten Etage ein Versailler Tafelparkett verpassen. Innerhalb von einer Woche werden die Hölzer dafür einzeln zugeschnitten und Stück für Stück verlegt.

Initiiert hat das Projekt in der Heidestadt der Dahlener Parkettlegemeister Steve Klose. Der war voriges Jahr als Profi beim Workcamp in Tschechien dabei. In der Nähe von Cheb (Eger) haben 25 angehende Gesellen in der Burg Lipa (deutsch Liebenstein) verschiedene Räume mit Parkett ausgestattet. „Ich war davon so begeistert, dass ich mich mit dem Schloss Dahlen für das nächste Workcamp beworben habe“, sagt er. Es sei einzigartig, mit wie viel Genauigkeit dabei ein altes Handwerk gepflegt und von erfahrenen Lehrmeistern an den Berufsnachwuchs weitergegeben werde.

Unterstützt wird das Projekt von Handwerksmeistern und Unternehmen: Anbieter von Hölzern, Spezialmaschinen, Lacken oder Leim stellen das Material kostenlos zur Verfügung. Die Teilnehmer werden per Bewerbungsverfahren ausgewählt und gehören zu den besten ihres Fachs. „Nicht selten sind das Handwerker, die bei Berufswettbewerben vorne sind oder später als Meister zum Workcamp zurückkommen“, weiß Mitveranstalter René Caran.

Bürgermeister Matthias Löwe, Mitveranstalter René Caran und der Dahlener Parkettlegemeister Steve Klose (v.l.) bei der Schlüsselübergabe für das „Workcamp Parquet“, das dieses Jahr in Dahlen stattfindet. Quelle: Steve Klose

Eine Woche im September werden die Handwerker dann in die Dahlener Jugendherberge einziehen, das Schloss zur Baustelle machen und nach Feierabend die Umgebung erkunden. Eine Führung durch das Schloss in Torgau ist bereits geplant, gemeinsames Feiern am Lagerfeuer soll ebenfalls sein. „Unser Motto ist ’Miteinander’“, betont René Caran, „alles geht gemeinsam, jeder lernt vom anderen.“ Für die Lehrlinge sei das eine einmalige Gelegenheit, jenseits von Fertigparkett aus dem Baumarkt alle Feinheiten des Berufes zu trainieren.

Bürgermeister Matthias Löwe (WHD) ist als gelernter Tischlermeister begeistert von der Aussicht, hochwertige Handwerksarbeit ins Schloss zu bekommen. „Ich freue mich, wenn alte Traditionen belebt werden. Für uns ist das eine tolle Chance und wir werden alles dafür tun, dass sich die Teilnehmer wohlführen“, kündigt er an. Mit der Denkmalschutzbehörde sei man in Kontakt, um die nötigen Abstimmungen vor dem Projekt zu treffen.

Zum Tag des offenen Denkmals am 10. September soll das Tafelparkett im Kaisersaal fertig sein. 120 Quadratmeter in Ahornhölzern lösen dann den bisherigen nackten Boden ab. Den dahinter liegenden „kleinen Spiegelsaal“ werden sich die Workcamp-Teilnehmer gleich mit vornehmen, blickt Steve Klose voraus: „Dort soll in verschiedenen Holzvarianten ein dreidimensionaler Flechtboden entstehen.“ Beide Räume sollen anschließend wieder nutzbar sein. „Wir legen keine Schaustücke, sondern Böden zum benutzen“, so Klose.

Von Jana Brechlin

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