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Oschatz Versicherung zahlt nicht für zertrümmertes Gewächshaus
Region Oschatz Versicherung zahlt nicht für zertrümmertes Gewächshaus
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00:42 27.04.2018
Stamm und Äste der umgestürzten Esche sind schon zerkleinert und auch das neue Gewächshaus hat Jürgen Otto aufgebaut. Der Stamm des Baumes war innen teileweise hohl (Bild rechts). Quelle: Fotos: Axel Kaminski
Stennschütz


Als am 18. Januar Orkantief „Friederike“ über diesen Landstrich tobte, brachte es auch ein Esche, die seit über 60 Jahren an der Flurstraße stand, zu Fall. Vom kommunalen Straßenrand stürzte sie in den Garten von Familie Otto und zerstörte dabei unter anderem das Gewächshaus. „Den Baum habe ich in Absprache mit dem Bürgermeister selbst klein gemacht“, berichtet OAZ-Leser Jürgen Otto.

An die Aussage von Anfang März, dass er hier Leute vorbeischicken wolle, habe sich Bürgermeister Michael Reinhardt jedoch nicht gehalten. So liegen nach wie vor die zerkleinerten Äste und der Stamm auf dem Stennschützer Grundstück und der Wurzelballen der Esche ragt aus der Straße.

Schadenshöhe: vierstelliger Euro-Betrag

Auf dem Schaden am Gewächshaus und am Garten, den die Familie auf einen hohen vierstelligen Betrag beziffert, ist sie bisher sitzen geblieben. Der Kommunale Schadenausgleich, der für Städte und Gemeinden solche Fälle reguliert, weigert sich zu zahlen.

„Das ist gängige Praxis“, sagt Gerold Happ, Geschäftsführer Immobilien- und Umweltrecht beim Hausbesitzerverband Haus und Grund. Es habe in der Vergangenheit viele verschiedene Urteile zu Haftungs- und Versicherungsfragen in solchem Zusammenhang gegeben. Prinzipiell würden die Versicherungen nur zahlen, wenn ein Verschulden vorliege. Das sei zum Beispiel dann der Fall, wenn bei einem „normalen“ Sturm ein Baum umstürze, der vorher nicht regelmäßig überprüft worden sei. Um nicht selbst auf den Kosten durch Nachbars umstürzenden Baum sitzen zu bleiben, müsse man demnach nachweisen könne, dass der Baum bereits vor dem Sturm erkennbar geschädigt war. Das gelte unabhängig davon, ob der Nachbar ein Mensch aus Fleisch oder Blut oder eine Kommune sei.

Esche zum Teil hohl

Hinterher ist vieles leichter zu erkennen – auch, dass die Esche am Flurweg zum Teil hohl gewesen ist. Um den Zustand des Baumes vor dem Orkan dreht sich auch der Briefwechsel zwischen dem Kommunalen Schadensausgleich (KSA) und dem von Familie Otto eingeschalteten Rechtsanwalt. Anfang Januar hatte die KSA Familie Ottos noch darüber belehrt, dass aufgrund des Orkans „bundesweit Zehntausende von Bäumen umgestürzt ... oder in sonstiger Weise in Mitleidenschaft gezogen worden“ und der Eigentümer für Auswirkungen derartigen Naturgewalten „nicht haftbar gemacht werden“ könne. Ende Februar teilte die KSA dem Anwalt mit dass die vom Baum ausgehende Gefahr „vorher äußerlich nicht zu erkennen“ war und verweist auf regelmäßige Baumkontrollen durch ausgebildete Fachkräfte. Eine Verletzung der Verkehrssicherungspflichten durch die Gemeinde weist der KSA zurück.

Für Bürgermeister Schadensregulierung kein Thema

Für Bürgermeister Michael Reinhardt (parteilos) ist in diesem Fall die Schadensregulierung kein Thema. „Für solche Sachen sind wir über den KSA versichert“, erklärt er. Damit liege die Verantwortung, ob und wie ein Schaden, der ja hier ohne Zweifel eingetreten sei, von der Versicherung übernommen wird oder nicht, beim KSA.

Die Sorgen bei Familie Otto und ihren Nachbarn gingen bis vergangene Woche noch über mögliche Gerichtsentscheidungen zum Schadenersatz hinaus. Neben der umgestürzte Esche standen zwei wahrscheinlich gleichaltrige Bäume. Gut sichtbar war an einem ein großer Ast abgerissen. Wie standsicher sind diese Bäume? „Wir haben Angst vor dem nächsten Sturm. Er könnte diese Bäume zu Fall bringen, die dann auf unser Wohnhaus oder das gegenüber fallen“, sagte Christine Otto Mitte des Monats. Der Forderung von Familie Otto und ihren Nachbarn, dass diese beiden Bäume gefällt werden müssten, kam die Gemeinde inzwischen nach.

„Wir haben die beiden Bäume noch einmal angeschaut“, erläutert der Bürgermeister. Eine dringende Gefahr sei nicht von ihnen ausgegangen. Man habe sie aber vorsorglich gefällt, bevor man das ohnehin in vielleicht zwei, drei Jahren machen müsste.

Von Axel Kaminski

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