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Oschatz Kein Wildwuchs: Oschatz erarbeitet Bebauungsplan für Merkwitzer Siedlung
Region Oschatz Kein Wildwuchs: Oschatz erarbeitet Bebauungsplan für Merkwitzer Siedlung
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17:04 12.04.2019
Die Merkwitzer Straße mit seinen typischen Häusern. Quelle: Axel Kaminski
Oschatz

Fast kein Besucherplatz mehr im Oschatzer Ratssaal frei. So viele Gäste hatte es bei einer Oschatzer Stadtratssitzung zuletzt gegeben, als über die Anhebung der Gebühren der Kindertagesstätten diskutiert wurde. Diesmal war es ganz offensichtlich der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für ein Teilgebiet der Merkwitzer Siedlung, der die Oschatzer ins Rathaus trieb. Ganz konkret geht es um die Grundstücke 82 bis 124, die östlich der Merkwitzer Straße liegen. Dabei handelt es sich um 52 Wohneinheiten. Viele Mieter und Grundstücksbesitzer waren gekommen, weil sie befürchten, dass der jetzige Stadtratsbeschluss erhebliche Auswirkungen auf die dortige Wohnsituation hat.

Merkwitzer Siedlung ist Stadtbild prägend

Doch zur Vorgeschichte: Die Merkwitzer Siedlung entstand während des Dritten Reiches um 1936 als Volkswohnungen. Entlang der Merkwitzer Straße, die fast einen Kilometer lang ist, wurden Doppelhäuser mit Erdgeschoss und ausgebautem Dach gebaut. Außerdem gehörte ein Grundstück zum Wirtschaften zum Ensemble. Trotz einiger Veränderungen hat sich der Siedlungscharakter bis heute erhalten und ist Stadtbild prägend. Ein Teil der Grundstücke in der Merkwitzer Straße befand sich bis zum vergangenen Jahr im Besitz einer Wohnungsgenossenschaft, deren Bestand 2018 unter den Hammer kam.

Als neuer Besitzer wurde die „Unser schönes Oschatz GmbH“ (USO) gegründet. Das Unternehmen ist ein Bestandteil der Richert Group, die bisher vor allem in den Metropolen Berlin, Leipzig und Dresden aktiv war. Schon kurz nach dem Kauf stellte das auswärtige Immobilienunternehmen öffentlich klar: Bei den Häusern an der Merkwitzer Straße sollen die Mieter die Gelegenheit bekommen, das Objekt zu erwerben. Wo dies nicht der Fall sein wird, sollen die Mieter andere Wohnungen angeboten bekommen, damit die Grundstücke vermarktet werden können.

Bewegung im Grundstücksverkehr

Inzwischen ist den Grundstücksbestand in der Merkwitzer Straße eine solche Dynamik gekommen, dass die Stadt die Reißleine zieht, um städtebaulichen Wildwuchs zu vermeiden. „Wir haben uns entschlossen, für das genannte Gebiet einen Bebauungsplan zu erarbeiten und wollen heute den Aufstellungsbeschluss auf den Weg bringen“, erläuterte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar den Gästen. „Es kommt einige Bewegung in den Grundstücksverkehr. In der letzten Zeit gab es einen Antrag auf Vorbescheid für einen Teil der Häuser. Es war eine Bebauung in zweiter Reihe geplant und es sollte eine Straße dazu angelegt werden. Der Bescheid ist negativ beschieden worden“, so der Bauamtsleiter Michael Voigt. „Es ist anzunehmen, dass es weitere Anfragen geben wird, das Abrisse und Neubauten geplant werden. Hier wollen wir mit einem Bebauungsplan regelnd eingreifen“, sagt Voigt weiter. Die geschäftlichen Beziehungen zwischen Mietern und Vermietern oder Käufern und Verkäufern sollen vom Bebauungsplan nicht berührt werden. „Wir haben hier eine gewachsene Baustruktur. Wir erkennen die Bebauung an einer Baulinie. Wir haben gewisse Dachneigungen. Die Merkwitzer Siedlung hat ein städtebauliches Bild, welches wir als Oschatzer gewohnt sind und welches wir auch in Zukunft erhalten wollen. Dies wird in einem Bebauungsplan mit gewissen Spielräumen geregelt“, so Voigt.

Von Hagen Rösner

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