Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Kontroverse vor Ort: Ehemaliger Berater der Deutschen Bank diskutiert die Zukunft des Geldes
Region Oschatz Kontroverse vor Ort: Ehemaliger Berater der Deutschen Bank diskutiert die Zukunft des Geldes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:11 30.10.2019
Der ehemalige Deutsche-Bank-Direktor Friedbert Damm referiert über die Zukunft des Geldes. Quelle: Bastian Schröder
Oschatz

Was ist Schuld? Sollten wir vertrauen? Und welche Rolle spielt der Glaube? Die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen und die Volkshochschule Nordsachsen diskutierten am Montagabend eine der großen Fragen unserer Zeit. Nein, um Religion ging es nicht. Was am Montagabend im Berufsschulzentrum Oschatz diskutiert wurde, war viel profaner. Diskussionsgegenstand des Abends war: das liebe Geld.

Doch von vorn: „Kontroverse vor Ort“ heißt die Veranstaltungsreihe der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung mit dem Sächsischen Volkshochschulverband, die am Montagabend den ehemaligen Direktor der Deutschen Bank Sachsen Friedbert Damm nach Oschatz führte. In seinem Vortrag bot Damm zwei Stunden lang einem interessierten Publikum einen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Geldes – von seinen Urpsrüngen bishin zu Fragen der Zukunft. Welchen Ursprung hat das Wort Geld? Was haben Philosophen über Geld gedacht? Haben Banken zu viel Macht? Und was sind eigentlich Kryptowährungen oder FinTechs?

Seinen Vortrag gestaltete Damm offen für Fragen aus dem Publikum und bot so die Gelegenheit, Missverständnisse und Verschwörungstheorien über das Geld und dem Bankenwesen aus dem Weg zu räumen. Ist die Europäische Zentralbank oder die Bankenaufsicht ein zahnloser Tiger? „Nein“, sagt Damm, denn seit der Finanzkrise 2008 hätten viele Staaten die Aufsicht der Banken massiv verstärkt. Er profitiere durch Zinszahlungen auf Rettungspakete sogar davon.

Sind die digitalen Umwälzungen und die Abkehr vom Bargeld vom Staat gewollt? „Nur zum Teil“, denn der Staat habe natürlich ein Interesse an elektronischen Spuren, viele unternehmerische Innovationen im Geldsystem entstünden derzeit aber aus einem tiefen Misstrauen gegenüber dem Staat.

Höhepunkt des Abends war die Frage, was passiert, wenn sich das Geldsystem durch den digitalen Wandel komplett von seiner materiellen Wertanbindung löst (etwa an den Goldstandard, den viele Staaten bereits aufgegeben haben). An dieser Stelle wurde es theologisch. Damm argumentiert, dass die Wertanbindung des Geldes schon immer auf Vertrauen gefußt habe und unser Geldsystem ohnehin eine höchstkomplexe, kulturelle Erfindung der Menschen sei – ähnlich der Religion.

„Wir müssen dran glauben“, fasste Damm dementsprechend seinen Vortrag zusammen. Die Zukunft des Geldes böte viele Gefahren, aber auch viele Möglichkeiten, unser Verständnis von Geld komplett auf den Kopf zu stellen.

Von Bastian Schröder

Menschen, die im Alter selbstbestimmt leben, nehmen auch am Straßenverkehr teil. Seltener im Auto, dafür mit einem anderen Helfer – dem Rollator. Damit im Umgang mit ihm alles funktioniert, schult die Verkehrswacht Oschatz interessierte Senioren.

30.10.2019

Zwei Monate dauerte der dritte Umbau, jetzt ist das Studio der Nr. Küchen von Thomas Schlechte mit neuen Mustern wieder da. Die Investitionen der vergangenen Tage tragen den geänderten Ansprüchen der Kundschaft Rechnung, so der Inhaber.

30.10.2019

Eine knapp 60 Kilo schwere, zusammenklappbare Wildbretwaage ist unser letzter „Schatz der Woche“ aus der Sonderschau in Wermsdorf. Ursprünglich kam die Konstruktion auch bei Jagden in der Region zum Einsatz. Nur noch bis Sonntag ist sie im Schloss Hubertusburg zu sehen.

30.10.2019