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Oschatz Künstler bringt Schloss Hubertusburg verschwundenen Garten zurück
Region Oschatz Künstler bringt Schloss Hubertusburg verschwundenen Garten zurück
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10:03 27.06.2019
Der Künstler Ralf Witthaus will Schloss Hubertusburg in den nächsten Wochen einen Teil seiner prächtigen Gartenanlage zurückgeben. Quelle: Jana Brechlin
Wermsdorf

Eine visuelle Rekonstruktion macht es möglich: Wer derzeit im hinteren Schlossflügel von Hubertusburg aus dem Fenster schaut, sieht die prächtige Gartenanlage, die im 18. Jahrhundert hier angelegt wurde. Das funktioniert allerdings nur beim Blick durch die Okularinstallation. Tatsächlich ist von der barocken Pracht nichts erhalten geblieben. Das soll sich jetzt ändern: Der Künstler Ralf Witthaus will Ort und Menschen jetzt einen Teil der Anlage wieder zurückgeben. Vom 1. bis 19. Juli wird er gemeinsam mit vielen Helfern zentrale Schmuckformen in der Rasenfläche herausarbeiten.

Elemente des einstigen Gartens entstehen

Mit Motorsensen und Rasenmähern entstehen auf der Rückseite des Schlosses auf rund 10 000 Quadratmetern Elemente des einstigen Gartens. Um das zeitweilige Kunstwerk umzusetzen – innerhalb von drei Wochen soll alles wieder verwachsen und verschwunden sein – braucht Witthaus noch Unterstützung. „Jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, kann mitmachen. Schutzausrüstung und Geräte werden gestellt. Einzig eine schwarze Hose und ein weißes Hemd als einheitliche Arbeitskleidung müssen die Freiwilligen selber mitbringen“, lädt er ein. Jede Person zusätzlich mache letztlich auch mehr möglich, hofft er.

Künstler orientiert sich an alten Unterlagen

Im Jahr 2013 stand Ralf Witthaus schon einmal auf dem Gelände von Schloss Hubertusburg. Zu einer Arbeit des 1973 geborenen Künstlers aus Baden-Württemberg kam es damals nicht. „Dass wir das jetzt, mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Partner, anpacken können, freut mich sehr“, sagt er . 2015 verwirklichte er zum Beispiel das Landschaftskunstwerk „In Deinem Spiegel“ am Schloss Benrath in Düsseldorf. Für Hubertusburg hat er alte Karten gesichtet und danach Zeichnungen für das Projekt in Wermsdorf umgesetzt. Entstehen sollen – mindestens – vier zentrale Formen und eine Mittelachse, auf der ein Spruchband mit dem Zitat „Wähle Ungnade, wo Gehorsam keine Ehre bringt“ steht. Das ist abgewandelt vom Grabstein von Johann Friedrich Adolf von der Marwitz. Der preußische Kommandeur stellte sich 1763 gegen die Plünderung von Schloss Hubertusburg – und damit gegen seinen Dienstherrn Friedrich den Großen.

Freiwillige gesucht

Ralf Witthaus taucht täglich mehr ein in die Geschichte der Anlage. „Ich hab schon viel gelesen. Aber jeder, den ich hier treffe, kann mir noch so viel Neues erzählen“, freut er sich. Dazu soll auch während des Projektzeitraumes Zeit sein. „Das soll für alle Freiwilligen eine gute Erfahrung werden“, wünscht er sich. Dabei würden Konturen bis zur Grasnarbe abgetragen und so Elemente sichtbar gemacht. Dazu brauche man Helfer an den Maschinen, aber auch Freiwillige zum Abstecken der Kästen oder Zusammenrechen. Witthaus verschweigt nicht, dass es anstrengend wird, bei den hochsommerlichen Temperaturen sein ehrgeiziges Ziel, 10 000 Quadratmeter zu gestalten, umzusetzen. „Aber am Ende des Tages sieht man sofort, was geschaffen wurde. Und allen Besuchern, die dann durch die Zeichnung laufen, wird klar, dass das Schloss noch eine weitere Dimension hat. Es ist nicht an der Gebäudemauer Schluss, sondern geht noch viel weiter“, beschreibt er.

Anmeldung: mail@ralfwitthaus.de oder Tel. 0163 2496859. Besucher sind jeweils montags bis sonnabends 10 bis 18 Uhr willkommen.

Von Jana Brechlin

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