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Oschatz Kurzer Rock und langer Atem: Petra Köpping spricht in Oschatz über Frauen und Politik
Region Oschatz Kurzer Rock und langer Atem: Petra Köpping spricht in Oschatz über Frauen und Politik
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20:51 07.08.2019
Petra Köpping in Oschatz. Quelle: Christian Kunze
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Oschatz

Es sollte ein Abend über Frauen und Politik werden – und nahm dann eine Wendung. Das kann daran gelegen haben, dass zum Gespräch zwischen Volkmar Winkler und Petra Köpping (beide SPD) mehr Männer als Frauen erschienen waren. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Besucher ihre Chance nutzen wollten, drei Wochen vor der Landtagswahl mit einer Ministerin und einem Landtagsabgeordneten darüber zu sprechen, wo ihnen der Schuh drückt.

Versäumnisse der CDU

Da wo die Gäste ihren Unmut über Bürokratie, nicht nachvollziehbare Entscheidungen und eine Verrohung im alltäglichen Umgang miteinander beklagten, schlugen Winkler und Köpping Brücken zum Ursprung. Politik und der damit verbundene Diskurs seien, durch Frauen bereichert oder geprägt, in der Regel sachlicher, verständlicher und damit menschlicher, meinte Volkmar Winkler. Allesamt Eigenschaften, die gegenwärtig, durch das Erstarken der AfD und deren Beteiligung an Debatten, deutlich geschmälert würden, bedauerte der Landtagsabgeordnete. Petra Köpping zeigte auf, dass Frauen in politischen Ämtern nicht nur bei sozialen Themen bessere Kompromisse und Ideen erreichen und einbringen würden. Auch bei Petitionen und Bürgerinitiativen seien Frauen als Initiatoren deutlich stärker beteiligt als Männer. Sie seien die besseren Vermittler, die in Zeiten des rauer werdenden Tons mehr denn je gebraucht würden. In verbalen Auseinandersetzungen hätten Frauen zudem meist den längeren Atem, sprich mehr Argumente.

Petra Köpping (r.) beim Bürgergespräch in Markkleeberg mit einer anderen politischen Powerfrau –Manuela Schwesig. Quelle: Andre Kempner

Allerdings stünde es im ländlichen Raum und da vor allem im Osten, nicht so gut um die Frauenquote. „Die Abwanderung in die Metropolen seit der Wende ist durch Frauen wiederum deutlich stärker geprägt als durch Männer. Die kleinen Kommunen attraktiver zu gestalten, heißt Frauen hier zu halten“, so die Ministerin für Integration und Gleichstellung. Das Erstarken der AfD habe die CDU zwar ein wenig erkennen und ändern lassen, aber längst noch nicht ausreichend. „Gleichstellungspolitik ist Familienpolitik, das hat die Union bis heute nicht begriffen“, so Köpping. Auf die Frage nach konkreten Veränderungen nach der Landtagswahl führte die Ministerin die Bildung an: „Wir haben, gemeinsam mit anderen politischen Akteuren, 44 000 Unterschriften für längeres gemeinsames Lernen gesammelt. Ohne die Verankerung der Gemeinschaftsschule im Koalitionsvertrag wird es keine Zusammenarbeit mit der CDU in einer neuen Regierung geben“, sagt sie.

Privileg und Chauvinismus

Dass Frauen in politischen Ämtern auch Privilegien haben, damit hielt Petra Köpping nicht hinterm Berg. So sei es für sie als Bürgermeisterin von Großpösna selbstverständlich gewesen, dass bei einem Anruf seitens der Familie mitten in der Ratssitzung, die sie leitete, selbige beendet wurde. „Wenn das eigene Kind vom Hund gebissen wird, wie damals passiert, ist man als Mutter gefordert“, erklärte sie. Dieses Verständnis fehle bei männlich dominierten Gremien mitunter. Jedoch gab es auch negative Erfahrungen. So habe ein Bürgermeisterkollege männlichen Geschlechts ihr einmal vorgehalten, dank ihrer weiblichen Reize müsse sie ja nun, Kraft ihres Amtes „nur einen kurzen Rock anziehen, nach Dresden fahren, und schon bekommt sie die gewünschten Fördermittel“.

Von Christian Kunze

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