Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz LTE-Hybrid als Alternative zum Breitbandausbau in der Region Mügeln?
Region Oschatz LTE-Hybrid als Alternative zum Breitbandausbau in der Region Mügeln?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 23.01.2018
Der Breitbandausbau auf dem Lande lässt weiterhin auf sich warten. LTE-Hybrid verspricht eine gute Alternative zu sein – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Quelle: picture alliance / dpa
Anzeige
Schweta/Limbach

Der Breitbandausbau im ländlichen Raum kommt nur schleppend voran. Hieß es im vergangenen Jahr noch, die Arbeiten sollen Anfang 2018 beginnen, verzögert sich der Start dieser Großunternehmung nochmals um einige Monate. Aktuell werden bei der zuständigen Behörde die im Zuge der Ausschreibung eingegangenen Angebote ausgewertet. Sobald feststeht, welche Unternehmen den Auftrag bekommen, müssen in den Gemeinden konkrete Pläne entwickelt werden. Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) geht derzeit davon aus, dass der Breitbandausbau im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen sein wird.

Gotthard Deuse ist das zu langsam – ebenso wie sein Internetanschluss. Vergangene Woche monierte er den nicht voranschreitenden Breitbandausbau und die mangelnde Transparenz der Behörden und Kommunen (wir berichteten). Vor allem aber ärgert sich Mügelns Altbürgermeister darüber, dass in seinem Haus in Schweta trotz eines DSL-2000-Anschlusses gerade einmal 384 Kilobit Daten pro Sekunde ankommen. Eine zeitweise von der Telekom vorgeschlagene Umstellung auf IP-DSL sorgte für noch langsameren Datenfluss.

Anzeige

OAZ-Leser empfiehlt Altbürgermeister LTE-Hybrid

Einige Tage später meldete sich OAZ-Leser Eberhard von Pogrell bei der Redaktion und Deuse. Auch der Limbacher habe jahrelang mit einer extrem langsamen Verbindung gekämpft, weshalb er 2012 von DSL auf LTE umstellte. Dabei findet der Datenaustausch über Funk statt. Der Nachteil: Wie bei der mobilen Internetnutzung existiert ein monatlichen Datenvolumen. Ist dies aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt und der Zukauf von weiterem Volumen notwendig. Jeglicher Überschuss verfällt am Monatsende.

2016 folgte bei von Pogrell deshalb die zweite Umstellung: Ein regionaler Telekommunikationsdienstleister klärte ihn über LTE-Hybrid auf, eine Kombination aus LTE und DSL. „Innerhalb weniger Wochen hatten wir nicht nur schnelles Internet, sondern auch all die anderen Vorzüge, die heutzutage gebraucht werden“, schwärmt der 55-Jährige und mutmaßt: „Irgendwie will die Telekom dies nicht unbedingt groß publik machen.“ Möglich wird die schnelle Verbindung durch intelligentes Daten-Management: Updates für das Betriebssystem beispielsweise, die viele Daten verschlingen aber im Hintergrund laufen können, werden über die langsamere DSL-Verbindung abgewickelt, während die Internetnutzung im Alltag über Funk (LTE) geschieht. Ein Datenvolumen gibt es nicht.

Funkmast und gute Verbindung benötigt

Dafür bedarf es jedoch zweier Dinge: Zum einen ein Anschluss ans Breitbandnetz und zum anderen ein guter Funkempfang, gegebenenfalls verstärkt durch eine Außenantenne. Ausgerechnet an letzterem mangelt es aber im von Familie Deuse: „Ich bin Herrn von Pogrell für seinen Tipp sehr dankbar und habe mich diesbezüglich inzwischen schlau gemacht. LTE-Hybrid funktioniert bei uns auch nicht, da wir keinen Funkmast in der Nähe haben“, so der Altbürgermeister. Diese Option stellt also ebenfalls keine Lösung (oder auch nur Zwischenlösung) auf dem Lande dar. Umso dringender muss deshalb der Breitbandausbau stattfinden, auch da Kritiker befürchten, dass die Telekom durch Technologien wie LTE-Hybrid oder VDSL-Vectoring Investitionen hinauszögern und mit günstiger „Flicktechnik“ den Lebenszyklus alter Standards aufblähen will.

Die Verfügbarkeit von LTE und LTE-Hybrid kann auf der Netzkarte der Deutschen Telekom nachgesehen werden: www.telekom.de/start/netzausbau

Von Christian Neffe