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Oschatz Läuteverbot für Merkwitzer Kirchglocken
Region Oschatz Läuteverbot für Merkwitzer Kirchglocken
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16:00 02.05.2019
Bei dieser Vor-Ort-Begehung am 3. April mit (v.l.) Jörg Müller (Baubetrieb Voigtländer), Pfarrer Cristof Jochem, Thomas Voigtländer (Baubetrieb Voigtländer), René Naujoks (Dachdeckerfirma Naujoks) und Planer Frank Schuster (Büro für Bauplanung) wurde der Befall mit Hausschwamm festgestellt. Quelle: Foto: Frank Hörügel
Merkwitz.

Die Schäden an der Merkwitzer Dorfkirche, deren Dach derzeit umfassend saniert wird, sind weitaus größer als ursprünglich angenommen. Für die Einwohner des Oschatzer Stadtteils hat das nun auch Konsequenzen – und zwar völlig lautlose. „Die Glocken der Kirche in Merkwitz läuten ab sofort nicht mehr. Sie rufen nicht mehr zum stillen Tagzeitengebet und auch nicht mehr zu Gottesdiensten und Beerdigungen. Es besteht ein absolutes Läuteverbot für die Glocken im Kirchturm“, teilt der Oschatzer Pfarrer Christof Jochem mit. Aufgrund des viel größeren Schadensbildes in der Holzkonstruktion und in der Decke habe diese Entscheidung getroffen werden müssen. Außerdem sei die Orgel außer Betrieb genommen und ein Teil des Kirchen-Innenraums eingerüstet worden.

Starker Hausschwammbefall

Trotz gründlicher Voruntersuchungen im Vorfeld im Traufbereich des Kirchendaches sei ein starker Hausschwammbefall in den Balken und der Lehmdecke festgestellt worden. Jochem: „Zur Zeit werden die Schadensbilder genau festgestellt.“ Bei einer Vor-Ort-Begehung Anfang April wurde erstmals ein Befall mit Hausschwamm in der Decke zwischen dem Kirchenschiff und dem Dach des Gotteshauses festgestellt. Der Hausschwamm ist eine Pilzart, die sich von Holz ernährt und starke Balken zersetzen kann. Die Decke wurde daraufhin auf einer Fläche von fünf Quadratmetern geöffnet – dabei wurde das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar.

Sanierung dauert länger

Klar ist nun: Die Baumaßnahme verzögert sich und wird auch umfangreicher ausfallen als projektiert. Ursprünglich war geplant, die Sanierung des Kirchendaches in Merkwitz im August abzuschließen. Und die Gesamtkosten für die Sanierung des Dachtragwerkes inklusive Einbau von vier sogenannten Schleppdachgauben sowie dem abschließenden Dachdecken mit naturroten Biberschwanzziegeln wurden auf eine Viertelmillion Euro geschätzt. In welche Höhe der Hausschwamm die Kosten nun treibt, ist noch ungewiss. „Eine genaue Kostenermittlung ist Mitte Mai möglich“, so Pfarrer Jochem. Finanziert werden die Bauarbeiten aus dem europäischen Förderprogramm Leader sowie mit Geld der Landeskirche und der Kirchgemeinde Oschatz.

Trotzdem weiter Gottesdienste

Möglicherweise hat die Kostensteigerung in Merkwitz auch Auswirkungen auf das übrige Bauprogramm der Oschatzer Kirchgemeinde, das unter anderem die Dachsanierung im Treffpunkt Diakonie am Kirchplatz 2 und Arbeiten in der Altoschatzer Kirche vorsieht.

Auf ihre Gottesdienste müssen die etwa 100 Kirchenmitglieder in Merkwitz trotz der jüngsten Entwicklung nicht verzichten, der nächste Gottesdienst beginnt am 12. Mai um 8.30 Uhr.

Von Frank Hörügel

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