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Oschatz Lebenskunst: Ein ganz besonderes Oschatzer Atelier sucht eine Nachfolge
Region Oschatz Lebenskunst: Ein ganz besonderes Oschatzer Atelier sucht eine Nachfolge
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14:34 17.05.2019
Carmen Badura (l.) mit ihrer Schwester Ina im Atelier Lebenskunst in der Oschatzer Rosmarinstraße. Quelle: Foto: Thomas Malik
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Oschatz

Nach über 15 Jahren will Carmen Badura das Atelier Lebenskunst in der Oschatzer Rosmarinstraße in gute Hände übergeben, um sich mehr auf die anderen Schwerpunkte des Projekts Lebenskunst zu konzentrieren. Zudem will sie selbst wieder künstlerisch tätig werden, was in den letzten 15 Jahren zeitlich kaum zu realisieren war. Dabei ist geplant, in Wermsdorf ein Atelier in einem kleineren Rahmen zu eröffnen.

„Nun ist es an der Zeit, das Atelier an einen Verein oder einen Künstler zu übergeben, der ab September 2019 seine Arbeit beginnen könnte. Dabei wäre auch eine Weiterführung der derzeit sechs laufenden Kunstkurse für Menschen mit und ohne Behinderung möglich“, sagt Carmen Badura.

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Im Jahre 2004 hat Carmen Badura das Projekt Lebenskunst, mit seinen Schwerpunkten Beratung, Kunst und Bildung freiberuflich gegründet. Der Bereich der Kunst begann zunächst mit einer „Mobilen Kunstwerkstatt“, die Kunstprojekte in verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Sachsen anbot. Sehr schnell zeigte sich ein großes Interesse. Noch größer war allerdings der Aufwand, die Materialien sowie die Staffeleien zu transportieren. Daher wurde ein passendes Objekt in Oschatz gesucht und gefunden. Es sollte ein Atelier entstehen, das nicht unter dem Dach eines Trägers arbeitet, sondern offen für Menschen mit und ohne Behinderungen, aus unterschiedlichen Einrichtungen, Trägern und Wohnformen ist.

So mietete sie das kleine Häuschen am Kirchplatz 1a gegenüber dem Stadt- und Waagenmuseum. Von nun an fanden verschiedene integrative Kurse mit den Schwerpunkten Malerei, Grafik und plastisches Gestalten statt. Zahlreiche integrative Ausstellungen wurden organisiert, so zum Beispiel zum Seelitzer Herbstsalon, auf der Landesgartenschau und vor allem in der Rosmaringalerie Oschatz. Ziel war und ist es bis zum heutigen Tag, kunstinteressierte Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu führen, sie zu unterstützen, Talente zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu bieten über unterschiedliche künstlerische Medien ihren Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

„In dem wunderschönen kleinen „Häuschen“ am Kirchplatz 1a war ein inspiriertes, kreatives Arbeiten gut möglich“, sagt sie rückblickend. Doch insbesondere die hohen Heizkosten des damals unsanierten Gebäudes waren der Anlass, ein neues Domizil zu suchen. Da sich in der alten Buch- und Steindruckerei in der Rosmarinstraße Oschatz bereits das Büro, der Besprechungsraum, die Rosmaringalerie und der Lagerraum des Projekts Lebenskunst befanden, bot es sich an, das gesamte Projekt unter einem Dach zusammenzuführen. So kam es 2013/ 2014 zum Umbau des 170 Quadratmeter großen Raumes in der ersten Etage. Dieser Raum mit seiner Glaskuppel bietet unglaublich gute Lichtverhältnisse zum künstlerischen Arbeiten, war aber zum Zeitpunkt der Anmietung noch ohne Wasser- und Stromanschluss, Heizung, Sanitärbereich, Treppe und Trockenbau.

Da das Projekt Lebenskunst eine rein private, freiberufliche Initiative ist und somit zu keinem Zeitpunkt eine Förderung durch die öffentliche Hand möglich war, gebührt ein großes Dankeschön an alle Freunde und Unterstützer, die gemeinsam mit Frau Badura das Atelier Lebenskunst um- und ausgebaut haben.

In den zurückliegenden 15 Jahren kamen über 300 Menschen mit und ohne Behinderungen, aus den Regionen Leipzig, Rochlitz, Döbeln, Frohburg, Torgau, Wurzen und natürlich Oschatz und Umgebung, zu Kursen ins Atelier Lebenskunst – zum Teil über Jahre hinweg, einige von Anfang an bis zum heutigen Tag. „Es fällt mir sehr schwer aufzuhören, es sind alles mir sehr lieb gewonnene Menschen“, gibt Carmen Badura zu.

Atellier Lebenskunst Quelle: privat

Ein ganz großes Dankeschön will sie an den Oschatzer Lions Club und die Oschatzer Gilde loswerden, die einzelnen Kindern aus Oschatz Kurse ermöglicht haben. Ebenso geht ein herzlicher Dank an Künstler der Region, die sich als Mitarbeiter im Atelier Lebenskunst engagiert haben. Allen voran und stellvertretend sei Claudia Fahs zu nennen, da sie sich am längsten als Honorar-Mitarbeiterin im Atelier Lebenskunst eingebracht hat. Ein weiteres Dankeschön an den Oschatzer Künstlerstammtisch, der im Atelier Lebenskunst zusammen gefunden hat. Ende Juni vor der Sommerpause werden alle laufenden Kurse abgeschlossen sein und warten auf einen neuen Initiator ab September.

Bei Interesse an der Übernahme des Ateliers kann gern ein Besichtigungstermin unter: 01723574101 oder carmen@badura-lebenskunst.de  vereinbart werden.

Von Hagen Rösner