Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Leipziger Familie jetzt in Dahlen daheim
Region Oschatz Leipziger Familie jetzt in Dahlen daheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 10.05.2019
Claudia Stark und Bert Rödel mit ihren Kindern Kurt (r.) und Karl (auf dem Arm) sowie den Zwillingen Margarete und Constanze vor dem Eingang zum einstigen Diakonat in Dahlen, das jetzt ihr Zuhause ist. Quelle: Jana Brechlin
Dahlen

Nein, Dahlen kannten sie vorher nicht. Claudia Stark und Bert Rödel, die im Diakonat der Heidestadt mit ihren Kindern ein neues Zuhause gefunden haben, kamen sehr zufällig in den Ort. „Als ich in Dresden studiert habe, bin ich im Zug immer an der Stadt vorbeigefahren, eine Verbindung hierher hatte ich aber nicht“, blickt Claudia Stark zurück. Das hat sich vor zwei Jahren geändert: Damals suchte die junge Familie schon seit Monaten intensiv nach einem Haus mit genug Platz und einer grünen Umgebung. Die Wohnung in Leipzig wurde einfach zu klein, und etwas Passendes in der Messestadt zu finden, war aussichtslos. „Wir wollten nicht neu bauen, denn mit vier Kindern dafür einen Kredit zu bekommen, war ein Unding. Stattdessen hatten wir uns darauf konzentriert, alte Gebäude zu suchen, die man nutzen und selbst um- und ausbauen kann“, beschreibt Bert Rödel das Vorhaben. Selber gestalten können – das ist dem Architekten und der Restauratorin wichtig.

Haus im Internet gefunden

Im Internet wurden sie schließlich fündig und klickten sich durch Fotos vom leer stehenden Diakonat. Nachdem dort die letzten Mieter ausgezogen waren, suchte die Kirchgemeinde einen Käufer. Wiederholt hatten sich Interessenten gemeldet, doch zu einem Abschluss war es bislang nicht gekommen. „Bei uns hatte sich gerade etwas anderes zerschlagen. Da kam uns das Diakonat herrlich in die Quere“, erinnert sich Bert Rödel. „Die Bilder in der Anzeige fanden wir toll und der wild-romantische Garten gefiel uns allen“, fügt Claudia Stark hinzu. Beim ersten Vor-Ort-Termin, beim Blick auf die Bausubstanz, alte Fenster und Türen sei die Entscheidung für Dahlen schnell gefallen. „Die Stadt hatten wir uns bis dahin noch gar nicht angeschaut“, räumt Bert Rödel ein.

Bewusste Entscheidung für Altbau

Das hat sich mittlerweile geändert. Mit ihren Kindern, dem neunjährigen Kurt, den Zwillingen Margarete und Constanze (5 Jahre) und Nesthäckchen Karl (2) hat sich das Paar im ehemaligen Diakonat eingerichtet. Dass noch viel zu tun ist, störe sie nicht, im Gegenteil: „Wir wollten ganz bewusst etwas Altes und keinen Neubau-Standard.“ Im einstigen Gemeinderaum, ist genug Platz, damit Claudia Stark Bilder restaurieren kann. Vor allem Museen gehören zu den Auftraggebern der freiberuflichen Restauratorin, die auf Gemälde spezialisiert ist. An Dahlen schätzt die 39-Jährige die kurzen, direkten Wege. „Man kann viel zu Fuß erledigen.“ Schon das Ummelden bei der Stadtverwaltung sei eine neue Erfahrung gewesen. „In Leipzig muss man eine Nummer ziehen und dann warten. Hier im Rathaus klopft man einfach an und geht rein.“

Engagiert in der Kita

Auch im öffentlichen Leben engagieren sich die neuen Bewohner des Diakonats bereits. Weil die Kinder des Paares in der Großböhlaer Tagesstätte „Schloss Sonnenschein“ betreut werden, setzt sich Bert Rödel dort als Elternsprecher ein. Als solcher macht er sich mit anderen Müttern und Vätern für den Erhalt der Betreuung im Schloss stark. „Die Kinder fühlen sich dort wohl, es gibt jede Menge Platz und andere Eltern sind auch sehr engagiert – in so einem Umfeld bringe ich mich gerne ein“, begründet der 44-Jährige. Und das könnte durchaus noch weitergehen, denn der Architekt steht zur Kommunalwahl als Kandidat auf der Liste der Freien Wählergemeinschaft Dahlen. „Ich möchte mich am Gemeinwesen beteiligen und hoffe, dass man in einer Kleinstadt wie Dahlen eher etwas bewegen kann als in einer Großstadt.“, begründet Bert Rödel diesen Schritt.

Sehen viele Chancen für Dahlen

Stadt und Umgebung hätten viel Potenzial. „Es gibt so viele Möglichkeiten, gerade für den Tourismus, etwas zu entwickeln. Die Region ist toll, zum Radfahren aber fehlen zum Beispiel gute und sichere Wege“, so der Neu-Dahlener. „Das man in der Stadt vieles ändern kann, sieht, denke ich, jeder“ sagt er. „Alles auf einmal kann man nicht ändern, sondern nur eins nach dem anderen. Damit das alles zusammenpasst und in der richtigen Reihenfolge kommt, braucht man aber einen Plan, eine Vorstellung davon, wie Dahlen einmal aussehen könnte. Und an einem solchen Plan möchte ich gern mitarbeiten.“

Schnell heimisch geworden

In der Gegenwart jedenfalls ist die Familie schon gut angekommen. Die Kinder lernen das Radfahren um den Schwanenteich, über den Gartenzaun werden Gespräche geführt und bei Ausflügen wird die nähere Umgebung erkundet – ein guter Ausgleich zur Arbeit am eigenen Haus. Dass das Diakonat unter Denkmalschutz steht, hat die einstigen Leipziger im Gegensatz zu früheren Interessenten nicht abgeschreckt. „Hier steckt viel Geschichte drin, das erleben wir immer, wenn jemand zu Besuch kommt, der die Räume von früher kennt“, beschreibt Bert Rödel. Auch solche Begegnungen hätten dazu geführt, in Dahlen schnell heimisch zu werden. „Wir haben hier einen tollen Ort für unsere Familie gefunden und können sagen, wir sind angekommen“, versichert Claudia Stark.

Von Jana Brechlin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neben Fuß-, Hand- und Volleyball gibt es in Oschatz auch Tennissportler. Diese wollen jetzt gezielt an den Nachwuchs. Seit kurzem gibt es eine Kooperation zwischen Grund- und Oberschule und dem Tennisverein. Daraus könnte bald mehr werden.

10.05.2019

Im Freiland wird es noch zirka zwei, drei Wochen dauern, bis die Erdbeeren erntereif sind. Unter Folie beginnt am Freitag die Erdbeerernte in der Gärtnerei der Agrargenossenschaft Naundorf-Niedergseln.

09.05.2019

Die Sparkasse bleibt der größte Finanzdienstleister in der Collm-Region. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Jetzt hat die Sparkasse Leipzig ihre Zahlen für 2018 veröffentlicht.

10.05.2019