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Oschatz Letzte Schmelzwanne im Glasseidenwerk Oschatz abgeschaltet
Region Oschatz Letzte Schmelzwanne im Glasseidenwerk Oschatz abgeschaltet
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21:00 30.07.2019
Die letzte Spule im Glasseidenwerk Oschatz mit Fäden aus selbst hergestellten Fasern. Quelle: Foto: privat
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Oschatz

Ursprünglich sollte sie erst Ende August für immer abgeschaltet werden, jetzt kam das Aus für die letzte verbliebene Glasschmelzwanne der P-D Glasseiden GmbH Oschatz doch schon eher. „Ja, die Wanne ist seit zwei Wochen außer Betrieb“, sagte Geschäftsführer Dr. Armin Platz auf OAZ-Anfrage. Das flüssige Glas sei nicht wie ursprünglich geplant abgelassen worden, sondern in der Schmelzwanne erkaltet.

Letzte Spule mit Datum signiert

Mitarbeiter des Unternehmens hatten zum Abschied die letzte Spule mit Glasseidenfäden aus eigener Produktion mit dem Abschaltedatum und der Silhouette des Glasseidenwerkes signiert (siehe Foto unten). Die Glasschmelzwanne war seit acht Jahren in Betrieb und lief bis zuletzt stabil. Hintergrund für das Abschalten der Wanne ist, dass die Produktion von Standard-Glasfasern für das Unternehmen zu teuer geworden war.

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Energiekosten zu hoch

Das liegt vor allem an den Energiekosten in Deutschland, die im internationalen Vergleich in Deutschland relativ hoch sind. Der Oschatzer Betrieb bezieht die Glasfasern nun von anderen Zulieferern und bearbeitet sie dann wie bisher weiter zu Matten oder Geweben. Außerdem sollen künftig spezielle Glasfasern in deutlich geringeren Mengen selbst hergestellt werden.

Weniger Mitarbeiter

Im Zusammenhang mit der Umstrukturierung soll die Mitarbeiterzahl laut Geschäftsführer Plath von 373 mittelfristig auf 325 sinken.

Von Frank Hörügel