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Oschatz Lisa und Niklas tanzen in Dresden
Region Oschatz Lisa und Niklas tanzen in Dresden
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18:03 24.01.2020
Lisa Petzold bei der Anprobe ihres Ballkleides. Nach letzten Änderungen kann sie es erst beim Ball wieder anziehen. Quelle: Foto: Jana Fischer
Oschatz/ Dresden

Lisa Petzold und Niklas Thiele haben für den 7. Februar einen ganz besonderen Termin. Mit 99 anderen Paaren debütieren die Gymnasiasten auf dem Semper-Opernball.

Erste Hürde auf dem Weg nach Dresden war das Casting im Herbst des vergangenen Jahres. „Wir wollten beide zum Opernball“, antwortet Lisa auf die Frage, von wem die Idee stammte. „Wir haben beide in der 9. Klasse in Riesa, in der Tanzschule von Frau Graf beim Grundkurs mitgemacht“, erzählt die 16-Jährige im Büro ihrer Mutter am Oschatzer Altmarkt. Allerdings noch mit anderen Tanzpartnern. Wie sie hätten noch einige andere Leute aus diesem Kurs weitergemacht. Niklas und sie seien inzwischen seit einem Jahr ein Tanzpaar, gehen aller zwei Wochen in die Tanzschule, trainieren dort Standard und Latein.

Tanzschule bereitet auf Ball vor

„Dort wird man schon in Richtung Ball geführt“, findet Niklas. Schließlich hätten auch in der Vergangenheit schon viele Paare aus der Tanzschule von Dorit Graf am Semperopernball teilgenommen. Dieses Jahr seien es zehn Paare von dort. Frau Graf habe sie im Kurs auf die Anforderungen beim Casting eingestellt.

„Wie viele Paare sich genau beworben haben, weiß ich nicht“, sagt Lisa. Aber es seien Startnummern bis zur 170 vergeben gewesen. „Ich war verdammt aufgeregt“, räumt Niklas ein. Aber es habe jeder seine Chance bekommen, tänzerisch gut auszusehen. „Nicht angenommen zu werden wäre eine Enttäuschung gewesen“, schildert der 17-Jährige die Gefühlslage an diesem Tag. Wenn man sich erst einmal zu einer Bewerbung durchgerungen habe, wolle man auch dabei sein. Zu beweisen hatten die Paare beim Casting ihr Können beim Wiener Walzer. „Rechts herum war Pflicht, links herum wurde gern gesehen, war aber nicht Bedingung“, erzählt Lisa.

Anprobe war wichtiger Termin

Nächster wichtiger Termin in Richtung Ball war die Anprobe. „Bereits beim Casting war Maß genommen worden“, berichtet Lisa. Bei der Anprobe wurde deshalb lediglich Bedarf für kleinere Änderungen festgestellt. „An meinem Kleid ist nur die Länge noch ein wenig zu korrigieren“, erklärt sie. Bei dieser Anprobe am 11. Januar habe sie sich damit zuletzt im Spiegel gesehen. Ein Wiedersehen werde es erst zum Ball geben.

Niklas konnte seinen Smoking bereits im Dezember ausprobieren. Er stand vor der Wahl, ihn auszuleihen oder zu kaufen. Original wären für Jackett, Hose, Hemd und Fliege rund 600 Euro fällig gewesen. Mit allen Rabatten und Vergünstigungen, die es für Ballteilnehmer gäbe, käme man aber auf einen attraktiven Preis. Deshalb habe er sich für den Kauf entschieden. Die Schuhe, die der Veranstalter stelle, dürften sowohl die Damen als auch die Herren behalten.

Training wird bis zum Ball stressig

In der Woche vor dem Ball wird es für die Debütanten stressig. „Das steht auch so in unserem Vertrag, dass die Vorbereitung körperlich anstrengend wird“, erklärt Niklas. Tanzlehrerin Dorit Graf habe da auch schon einige Tipps gegeben. Man solle sich für die Proben gut mit Verpflegung, Getränken und Blasenpflaster ausstatten. Diese Proben finden ab dem 3. Februar täglich bis zum Tag vor dem Ball statt. „Wir sollen 15 Uhr da sein, ein Ende ist nicht angegeben“, erzählt Niklas. Nein, Ferien seien da nicht. Aber für Dr. Sylvia Mebus, Rektorin des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) in Riesa, an dem beide lernen, sei die Situation weder ungewohnt noch sähe sie da Probleme. Nicht zum ersten Mal würden Schüler des WHG am Ball teilnehmen. Diesmal sind fünf Gymnasiasten in der Semperoper dabei. Die nötigen Freistellungen habe es problemlos gegeben.

Für den Heimweg zu unbestimmter Abendstunde ist eine Fahrgemeinschaft der Eltern von vier der Ballteilnehmer vom WHG vereinbart. „Da wir am Balltag schon 8.30 Uhr da sein sollen, haben wir für die Nacht davor und danach Hotelzimmer gebucht“, erzählt Lisa.

Eltern schauen im Fernsehen zu

Karten für Angehörige haben Lisa und Niklas nicht gekauft. „Meine Eltern werden sich den Ball im Fernsehen anschauen und aufnehmen“, erzählt Niklas. Bei Lisa ist es ähnlich: „Wir hätten leicht verbilligte Karten bekommen können. Aber da wäre man immer noch im dreistelligen Bereich“.

Und was kostet der Traum vom Ball in der Oper? „Mit Kleid kommt man auf etwas über 500 Euro“, überschlägt Lisa. Bei den Herren sei es etwas mehr. Sie habe dafür unter anderem die Geldgeschenke zu Weihnachten investiert. Beim Riesaer Orchesterball und für eine Tanzeinlage beim Abiball gäbe es bald erste gute Chancen, Kleid und Smoking nachzunutzen.

Von Axel Kaminski

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