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Oschatz Lustiges, Spannendes und Erotisches zur Mügelner Lesenacht
Region Oschatz Lustiges, Spannendes und Erotisches zur Mügelner Lesenacht
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05:35 20.11.2017
Lesen im Bett macht Spaß, das wissen viele. Das daraus auch mehr werden kann, war zur Vorlesenacht in Mügeln zu erleben. Quelle: Bärbel Schumann
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Mügeln

Lesen macht Spaß, bildet ungemein und man kann dabei sooo schön dem Alltag entfliehen. Wenn man das Erlebte dabei noch mit anderen Menschen teilt, dann kann es sein, dass daraus noch etwas ganz anderes wird, wie etwa Leidenschaft, Vergnügen. Wie das im wahren Leben aussehen kann, das erlebten Besucher am Freitagabend im Mügelner Ratssaal zur Vorlesenacht im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Bett. Geschichten aus Lieblingsbüchern von Eleonore Reichel und Kerstin Helbig wurden mit Unterstützung von Alexandra Roscher, Janette Rohnstock und Christian Kunze lebendig.

Einladung mit Augenzwinkern

Dass sie etwas Besonderes erleben würden, damit hatten viele Gäste gerechnet. Immerhin – so die Einladung mit Augenzwinkern – konnten Decken, Kissen, ja auch Schlafanzüge und Knabbereien mitgebracht werden. Als dann sogar noch ein Bett im Ratssaal stand, musste dieser Abend einmalig werden.

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„Gut 80 Stunden werden es wohl sein, die wir gebraucht haben, um die passenden Texte zu finden und den Abend vorzubereiten“, erklärte Eleonore Reichel. Die Oschatzer Bibliothekarin hatte mit ihrer Mügelner Kollegin Kerstin Helbig Texte aus acht Büchern ausgesucht und in dem improvisierten Schlafzimmer zum Teil szenisch gestaltet den erwartungsvollen Zuhörern vorgetragen. Geschichten von ihren Lieblingsautoren waren dabei. Es ging aber auch um Familienkatastrophen mit Augenzwinkern, von denen mancher im Ratssaal die eine oder andere schon selbst einmal erlebte. Aber auch Krimis und Erotisches kam zu Gehör.

Wissenschaftliches aus dem Kinderzimmer

So erfuhren die Besucher beispielsweise vom Lieblingsautoren der beiden Bibliothekarinnen, Frank Goldammer, Wissenschaftliches aus dem Kinderzimmer unter dem Titel „30 gute Gründe mit den Haaren zu knirschen und mit den Zähnen zu raufen“. Geklärt wurde aber auch die Frage aus Kindermund, ob Oma auf den Kompost komme. Interessant war auch zu erfahren, was ein Puppenhaus über den Familienfrieden vermitteln kann. Nicht minder lehrreich für Eltern die Geschichte „Vom Ende der Junior-Tüte“ aus einem Buch von Jan Reich. Zu späterer Stunde wurde es erotisch wie bei der Geschichte von Bürste, Pietzsch und Fräulein Amsel.

Lust auf mehr

Im zweiten Teil des Abends bereicherte der Mutzschener Pfarrer Henning Olschewski mit seiner Musik das Programm und begeisterte das Publikum. Ein Publikum, das an diesem Abend ganz gewiss Lust aufs Lesen erhielt. Denn: Der Spaß, das Vergnügen, die Neugier auf die Geschichten aus den Büchern, die die Akteure der Vorlesenacht selbst hatten, übertrug sich auf alle im Ratssaal, weckte das Verlangen nach mehr: mehr Bücher lesen, mehr Veranstaltungen dieser Art erleben. Ein wenig nachdenklich stimmte leider der Umstand, dass unter den Besuchern nur ganz wenige Mügelner zu finden waren.

Von Bärbel Schumann