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Oschatz Mahliser sind um ihre Gesundheit besorgt und kämpfen mit Petition
Region Oschatz Mahliser sind um ihre Gesundheit besorgt und kämpfen mit Petition
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16:03 02.04.2019
In Mahlis soll ein Sendemast das Funkloch stopfen. Unter den Einwohnern gibt es dabei geteilte Meinungen.
In Mahlis soll ein Sendemast das Funkloch stopfen. Unter den Einwohnern gibt es dabei geteilte Meinungen. Quelle: copyright by Oliver Boehmer - bluedesign®
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Mahlis

Mahlis liegt idyllisch im Döllnitztal – und damit im Funkloch. Wer hier mobil telefonieren oder im Internet surfen will, braucht einen guten Standort und Geduld. Abhilfe soll ein Funkturm schaffen, den die Deutsche Funkturm GmbH im Auftrag der Telekom südwestlich vor dem Ortsrand errichten will. Dagegen kämpfen Mahliser jetzt mit einer Petition.

Sorge um Strahlenbelastung

Zur jüngsten Sitzung des Wermsdorfer Gemeinderates äußerten Einwohner ihre Sorgen im Hinblick auf eine mögliche Strahlungsbelastung und kündigten an, eine Informationsveranstaltung zu organisieren. Die Angst vor steigenden Krebserkrankungen und gesundheitlichen Belastungen für die Kinder, die in der Tagesstätte im Ort betreut werden, wurden ins Feld geführt. Von der ersten Wohnbebauung sei der Mast nicht einmal 300 Meter entfernt. Mittlerweile haben die Akteure eine Petition gestartet, mit der Stimmen gegen die Errichtung eines weiteren Funkmasten gesammelt werden sollen.

Appell an Gemeinderat, Interessen der Bürger zu beachten

„Wir bitten den Rat, die Interessen der Bürger zu beachten“, appellierte Ulf Müller aus Mahlis an die Mitglieder im Gemeinderat. Man habe gesundheitliche Bedenken und plädiere dafür, zunächst die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, also Masten zu nutzen, die bereits da sind. In einem Infoblatt, das in Umlauf gebracht wurde, verweisen Mahliser auf Studien zu Elektrosmog, Strahlenbelastung und Funkwellen und darauf, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation „hochfrequente elektromagnetische Felder“ als krebserregend eingestuft haben. „In unseren Augen reicht es vollkommen, wenn begründete Zweifel an der Harmlosigkeit einer solchen Funkmastanlage bestehen“, so die Initiatoren, zu denen Christian Sachse, Dr. Konstanze Rasch, Gerhard Jampert, Anne und Ulf Müller, Bärbel Hilz und Lars Hoschkara gehören.

Betroffene auch in umliegenden Orten

Letzterer sitzt für die CDU auch im Wermsdorfer Gemeinderat und wandte sich dort noch einmal direkt an seine Mitstreiter: Er sei der einzige Vertreter aus dem Süden im Rat und beobachte am Tisch bei der Thematik öfter, dass darüber gelächelt und der Kopf geschüttelt werde. Hoschkara zitierte aus Studien und Veröffentlichtungen und meinte: „Je mehr man sich damit befasst, umso perfider wird die Lage.“ So werde Profitstreben über die Gesundheit der Menschen gestellt. „Ihr seid nicht betroffen. Versetzt euch bitte in unsere Lage“, bat er seine Ratskollegen. Die Liptitzer Ortschaftsrätin Barbara Scheller bemerkte, dass nicht nur die Menschen in Mahlis, sondern auch in den umliegenden Orten betroffen sind. „Viele sind bewusst nach Mahlis oder Liptitz gezogen, weil sie nicht in der Großstadt, sondern gesund im Grünen leben wollen“, sagte sie.

Bürgermeister überrascht von Reaktionen

Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) erklärte, seit der letzten Information über die Pläne zum Bau eines Funkturmes, die im Dezember vorigen Jahres öffentlich geworden sind, habe es keine weiteren Kontakte mit dem Unternehmen gegeben. Er erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren die Funklöcher in und um Mahlis wiederholt Thema waren. „Wir haben öfter versucht, das zu ändern, damals ging da aber kein Weg rein.“ Jetzt gebe es die Möglichkeit, das Funkloch zu beseitigen, sagte er und fügte hinzu: „Ich dachte, das löst Freude aus.“

Gemeinderatsbeschluss ist nötig

Sollte seitens des Unternehmens an einer Umsetzung dieser Pläne festgehalten werden, erfahre man das auch, hieß es aus der Verwaltung. „Die Gemeinde wird im Falle eines Baugenehmigungsverfahrens gehört“, informierte Bauamtsleiter Thomas Keller. Bislang gebe es aber keinen Bauantrag. „Und beim Bauen im Außenbereich ist immer ein Gemeinderatsbeschluss notwendig“, versicherte Matthias Müller.

Die Petition kann unter diesem Link gezeichnet werden: www.openpetition.de/petition/online/funkturm-nein-danke

Von Jana Brechlin

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