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Oschatz Malkwitz pflegt die Tradition: Seit 120 Jahren gibt es das Osteranspritzen der Feuerwehr
Region Oschatz Malkwitz pflegt die Tradition: Seit 120 Jahren gibt es das Osteranspritzen der Feuerwehr
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17:03 23.04.2019
Collin Schwarze ist nun ein echter Feuerwehrmann. Die komplette Einsatzkleidung erhielt er am Ostermontag vom Ortswehrleiter. Das ist eine noch junge Tradition beim Osteranspritzen. Quelle: Bärbel Schumann
Malkwitz

An einem Feiertag zum Üben ausrücken. Wer denkt sich das aus? Wie sehr muss man Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau sein, um das mitzumachen? Auf beide Fragen findet sich am Ostermontag in Malkwitz eine Antwort. Vor 120 Jahren rückten hier die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr an einem Osterfeiertag erstmals zu einer Übung aus.

In alten Protokollbüchern der Ortsfeuerwehr steht geschrieben, dass zur Monatsversammlung am 1. April 1899 festgesetzt wurde, dass die „Anfangsübung“ für den zweiten Osterfeiertag vormittags um 10 Uhr festgesetzt wird. Protokollant war damals Emil Grosch.

Ausrücken auf die Wiese

Jetzt, 120 Jahre später, treffen sich die Feuerwehrleute traditionell noch immer an diesem Feiertag zum Üben an ihrem Depot. Wenn die Einsatztechnik herausgeholt ist und alle die Einsatzkleidung übergestreift haben, lässt Ortswehrleiter Lutz Frenzel seine Feuerwehrleute zum Ausrücken auf die Wiese nahe der Luppe antreten.

Neue bekommen Einsatzkleidung

Doch bis es losgeht, vergehen noch einige Minuten. Denn das Osteranspritzen wird von der Wehr sozusagen als neue hinzukommende Tradition genutzt, um Mitstreiter zu befördern und um an junge, aus der Jugendfeuerwehr nachrückende Mitglieder, die Einsatzkleidung zu überreichen. Beförderungen stehen diesmal keine an. Dafür freut sich der Wehrleiter, an Collin Schwarze die neue Einsatzkleidung übergeben zu können. Der 16-jährige Großböhlaer fand vor einem Jahr zur Malkwitzer Jugendwehr. Zudem gehört der Gymnasiast auch der Großböhlaer Feuerwehr an. „Mir macht das einfach Spaß. Ob ich mal Berufsfeuerwehrmann werde, kann ich nicht sagen, vielleicht“, erzählt er.

Störche in Aufregung

So viele Feuerwehrleute – die Malkwitzer Feuerwehr zählt mit der Jugendwehr und der Altersabteilung derzeit 67 Mitglieder – hat wohl Familie Storch, die auf dem Malkwitzer Horst nahe dem Depot ihr Quartier bezogen hat, noch nie gesehen. Aufgeregt kreist einer der beiden Störche mehrfach über den Platz. Erst nachdem die Handsirene zur Übung ruft und sich Feuerwehrleute, herbei geeilte Einwohner und Gäste zur Wiese nahe der Luppe aufmachen, beruhigt sich der Storch wieder. Auf dem Übungsplatz ist schon ein Teil der Technik postiert. Lukas, Richard, Pascal, Luca und die anderen Mitglieder der Jugendfeuerwehr um Jugendwartin Nancy Schneider haben sich am Wiesenrand versammelt. Sie sind aufgeregt, warten darauf, ihr Können zu zeigen. Einmal im Monat mittwochs treffen sie sich. „Aber wenn Wettkämpfe anstehen, dann trainieren wir mehr“, erzählt Nancy Schneider während die Jungs in ihren Gedanken bei drei ihrer Kameraden sind. Die verlassen an diesem Wochenende Malkwitz, ziehen mit der Familie weg. „Mal sehen, wie es dann ohne sie beim Zielspritzen läuft.“

Ausrücken per Fahrrad

Unterdessen ertönt die Handsirene. Von weitem sehen alle, wie Feuerwehrleute in Einsatzkleidung aus den 1960er Jahren auf Fahrrädern angefahren kommen. Zum Tross gehört auch ein Traktor, der einen roten Feuerwehrhänger zieht. „Es ist überliefert, dass in den 1960er Jahren die Mitglieder der Wehr verpflichtet wurden, mit dem Rad auszurücken“, erklärt der Ortswehrleiter den Versammelten. Und immer, das ist nicht zu übersehen, fand sich auf dem Hänger auch ein Platz für das richtige Mittel zum Löschen des Durstes nach dem Einsatz oder nach der Übung. Der ehemalige Gruppenführer Gottfried Leigsring (72) gibt die Kommandos und beobachtet dann, wie jeder Handgriff auch nach Jahren an der Tragkraftspritze TS 8 noch immer sitzt. Später zeigen die Jugendlichen und die heutigen gut ausgebildeten Löschtrupps, was sie können, ehe in gemütlicher Runde bei Gegrilltem und Getränken das Osterspritzen ausklingt. Traditionen pflegen die Malkwitzer, deshalb gibt es das Osteranspritzen auch im nächsten Jahr wieder.

Von Bärbel Schumann

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