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Oschatz Merbitz fordert Erhalt der Arbeitsplätze in Wermsdorf
Region Oschatz Merbitz fordert Erhalt der Arbeitsplätze in Wermsdorf
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20:03 02.07.2019
Im Archivzentrum Hubertusburg werden bisher vor allem beschädigte Dokumente aus dem Kölner Stadtarchiv restauriert. Quelle: Hendrik Schmidt
Wermsdorf

Alte Bücher und Dokumente retten? Das können sie in Wermsdorf. Das Archivzentrum Hubertusburg bietet zum Beispiel der Stadt Köln seit Jahren eine verlässliche Hilfe. Zahlreiche Papiere, die nach dem Einsturz des Stadtarchives in der Domstadt geborgen wurden, konnten bisher in Wermsdorf schon aufgearbeitet und für die Nachwelt erhalten werden. Ende 2020 läuft der Vertrag dafür aus. Bernd Merbitz, CDU-Bewerber um das Direktmandat bei der bevorstehenden Landtagswahl, will sich dafür einsetzen, dass die eigens eingestellten Mitarbeiter auch darüber hinaus in der Wermsdorfer Archivwerkstatt beschäftigt werden.

Quereinsteiger sind heute qualifiziert

Dabei handelt es um Mitarbeiter aus der Region, die als Quereinsteiger extra für die Bergung des Kölner Archivgutes angelernt wurden und mittlerweile versiert und routiniert im Umgang mit den empfindlichen Papieren sind, weiß Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Ihm sei es wichtig, dass diese Arbeitsplätze im Ort erhalten bleiben, betont er. „Die Mitarbeiter sind im Moment noch bei der Stadt Köln angestellt und haben sich in den vergangenen zehn Jahren wirklich gut qualifiziert.“ Es gelte, jetzt die Weichen zu stellen, dass dieses Potenzial nicht verloren gehe und Frauen und Männer ab 2021 zum Beispiel in ein Beschäftigungsverhältnis des Freistaates wechseln.

Innenminister ist „aufgeschlossen“

Bei Bernd Merbitz hat der Bürgermeister einen Fürsprecher gefunden. „Die Arbeitsplätze in Wermsdorf müssen erhalten bleiben, gar keine Frage“, sagt er nachdrücklich. Es habe ihn betroffen gemacht, zu hören, dass die zehn Beschäftigten Ende 2020 womöglich „auf die Straße geschickt“ werden. Das dürfe man nicht zulassen. Der Erhalt dieser Jobs sei zudem ein wichtiger Bestandteil für die Belebung des Schlosses Hubertusburg in Wermsdorf. „In Köln ist man mit der Arbeit des Archivzentrums ausgesprochen zufrieden“, unterstreicht Merbitz. Er plädiere dafür, sich die Kompetenz der Mitarbeiter für die Zukunft zu sichern, denn auch im sächsischen Dokumentations- und Archivwesen gebe es noch genug zu tun, so der Kandidat. Er habe deshalb bereits den Kontakt nach Dresden gesucht und zunächst mit Roland Wöller telefoniert. „Ich habe einen sehr aufgeschlossenen Innenminister erlebt, der zugesagt hat, mit mir demnächst die Archivwerkstatt in Wermsdorf zu besuchen, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen“, berichtet Bernd Merbitz. Das sei ein gutes Signal für die Mitarbeiter und den Standort, ist er überzeugt.

Kulturelles Erbe erhalten

Das würde auch Bürgermeister Matthias Müller freuen. „Der Freistaat hat einst 35 Millionen Euro in die Werkstätten investiert. Da ist es wichtig, das Potenzial auch in Zukunft auszuschöpfen“, meint er. Auch ohne das Archivgut aus Köln wäre genug zu tun, denn auch historische Dokumente aus sächsischen Beständen müssen für die Nachwelt gesichert werden. „Es geht um den Erhalt unseres kulturellen Erbes“, betont er.

Das Archivzentrum in einem Seitenflügel von Schloss Hubertusburg wurde im Auftrag des Freistaates gebaut und im Jahr 2009 eröffnet. Zur Ausstattung gehört zum Beispiel eine Papiernassbehandlungsanlage, die das Entsäuern größerer Mengen von Papieren ermöglicht. Seit 2011 werden in den Räumen hauptsächlich Dokumente gereinigt und gesichert, die 2009 beim Einsturz des Stadtarchives in Köln beschädigt und später geborgen wurden.

Von Jana Brechlin

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