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Oschatz Michael Reinhardt leitet ein letztes Mal die Naundorfer Gemeindratssitzung
Region Oschatz Michael Reinhardt leitet ein letztes Mal die Naundorfer Gemeindratssitzung
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17:23 26.07.2019
Bürgermeister Michael Reinhardt (Mitte) mit den amtierenden Gemeinderäten – ein letztes Gruppenfoto vor dem Abschied. Quelle: Foto: Hagen Rösner
Naundorf

Glitzerten da nicht doch ein paar feuchte Augen beim Naundorfer Bürgermeister Michael Reinhardt (63)? Der Mann, der 25 Jahre gemeinsam mit dem Gemeinderat die Geschicke der Gemeinde Naundorf in den Händen hielt, leitete am Donnerstagabend seine letzte Gemeinderatssitzung.

Ab 1. August ist der Bürgermeistersessel der Gemeinde Naundorf verwaist. Michael Reinhardt verabschiedet sich nach reiflicher Überlegung in den Ruhestand. Hinterlässt ein wohlgeordnetes Haus, mit einer eingespielten Verwaltung und fast keiner Verschuldung. „Die jetzige Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde Naundorf liegt bei rund sieben Euro“, rechnete Michael Reinhardt am Donnerstag Abend vor.

Viele Gäste bei der letzten Sitzung

Kein Wunder, dass sich die Verabschiedung dieses Mannes viele Einwohner der Gemeinde und alte Weggefährten nicht entgehen lassen wollten. Sie füllten den Sitzungsraum im Club im Park.

Als Schlusspunkt der letzten Ratssitzung, die Reinhardt als Bürgermeister leitete, hatte er sich ein Resümee reserviert. Das konnte sich sehen lassen. „Wenn ich die Ratssitzung und die Ausschusssitzungen zusammenrechne, haben wir in den vergangenen 25 Jahren 476 Abende zusammengesessen. Wir haben in der Vergangenheit unsere Beschlüsse zu 90 Prozent einstimmig gefällt“, ist Reinhardt stolz auf die gute Zusammenarbeit im Rat. „In den vergangenen Jahren habe ich eine Sitzung von den 208 Ratssitzungen nicht selbst geleitet, damals war der Altbürgermeister einer Partnergemeinde gestorben und ich war kurzfristig bei der Trauerfeier“, sagt der scheidende Bürgermeister. Allerdings blickt Reinhardt auch mit gemischten Gefühlen auf die Anfänge zurück. „Das war nicht immer einfach. Wir haben uns aber zusammengerauft“, so Reinhardt. Angefangen hat die Gemeinde Naundorf 1994 mit einem Schuldenstand von 1300 Euro pro Einwohner. Momentan liegt er bei etwa sieben Euro. „Ich hätte diese Schulden auch gern getilgt, weil wir das Geld haben, aber unsere Kämmerin hat abgeraten, weil sonst zusätzliche Kosten entstanden wären. Demzufolge sind wir erst im nächsten Jahr wirklich schuldenfrei“, schmunzelt Michael Reinhardt. Im zurückliegenden Vierteljahrhundert hat Reinhardt für Gelder in Höhe von rund 100 Millionen Euro unterschrieben. 1994 lagen die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde bei 20 000 Euro. In diesem Halbjahr liegt die Gemeinde etwa bei 900 000 Euro. Dies verdeutlicht, wie stark in den vergangenen Jahren die Wirtschaftskraft gestiegen ist.

Michael Reinhardt: Ich gehe nicht im Groll

Besonders stolz ist Reinhardt, dass in der Gemeinde nie zur Debatte stand, dass die Kitas an andere Träger übergeben werden. „Nur wenn wir selber Träger sind, haben wir Einfluss und können diesen geltend machen.“ Und was wünscht sich Michael Reinhardt? „Das der südöstliche Raum des Landkreises Nordsachsen nicht im Toten Winkel des der Delitzsch-Torgauer Sichtweise verschwindet.“ Und zum Abschied betont Reinhardt: „Ich gehe nicht im Groll und ich bleibe Einwohner der Gemeinde.“ Kommentar

Von Hagen Rösner

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