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Oschatz Miss Josi aus Oschatz fehlt heute Zeit fürs Modeln
Region Oschatz Miss Josi aus Oschatz fehlt heute Zeit fürs Modeln
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11:02 02.09.2019
Josi als Miss Universe Germany 2014 (großes Foto) und fünf Jahre später mit Tochter Clara und Hund Eddy. Quelle: Fotos: privat
London/Oschatz

Am 31. August vor fünf Jahren wurde Josefin Donat aus Oschatz in Windhagen bei Bad Honnef zur Miss Universe Germany gewählt. Im OAZ-Interview verrät die jetzt 25-jährige Josefin Leistner (seit 2016 mit Toni Leistner verheiratet), wie sie den 31. August 2014 in Erinnerung hat und wie Josi – so nennen sie ihre Freunde – heute lebt.

Macht immer eine gute Figur – die gebürtige Oschatzerin Josefin Leistner (geborene Donat).

Am Abend des 31. August 2014 waren Sie plötzlich die schönste Frau Deutschlands. Wie war dieser Tag?

Es war verrückt. Ich wollte es eigentlich schnell über die Bühne bringen, weil ich am nächsten Tag wieder im Krankenhaus in Leipzig auf einer neuen Station arbeiten musste. Deswegen habe ich Druck gemacht, weil ich eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Leipzig gebucht hatte. Ich war ein bisschen aufgeregt, hatte mir aber nicht so viele Chancen ausgerechnet. Dann haben die mich so Sachen gefragt, ob ich meine Haare noch kürzer schneiden würde und wie ich das mit meiner Ausbildung machen würde. Da habe ich gesagt: Ganz klar, die würde ich jetzt niemals unterbrechen. Dann konnten die sich ewig nicht entscheiden, es ging mega lange hin und her. Und dann wurde verkündet, dass Josefin gewonnen hatte. Von diesem Moment gibt es ein Video, wo man sieht, dass ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Ich guck so rum: Gibt es noch eine andere Josefin? Danach saß ich im Zug von Köln nach Berlin, war völlig fertig, wollte aber nicht einschlafen, weil ich die Krone in einem Karton auf meinem Schoß hatte. Ich hatte Angst, weil da so paar Gestalten mit im Zug saßen, dass die mir den Karton wegnehmen.

Als „blonder Engel“ waren Sie schlagartig ein Medienstar. Wie hat Sie das verändert?

Naja, Medienstar würde ich jetzt nicht sagen. Am nächsten Tag bin ich dann im Krankenhaus zu meiner Stationsleitung und habe erzählt: Ich bin gestern Miss Universe Germany geworden. Die Stationsleiterin hat sich dann mit dem Pressesprecher vom St. Georg in Verbindung gesetzt. Dann kamen die auf Station und haben auch Fotos gemacht.

Und was ist dann mit Ihnen passiert?

Da ist nichts passiert. Ich weiß auch noch die Reaktion meiner Eltern. Mein Papa sagte, ja schön – aber wie kommst du jetzt nach Hause, du musst doch morgen arbeiten. Ich habe meine Ausbildung trotzdem durchgezogen. Und das bereue ich auch überhaupt nicht. Klar kamen Anfragen. Ich habe aber in drei Schichten gearbeitet – und konnte kaum was annehmen.

Seit einem Jahr wohnen Sie mit Ihrem Mann Toni und Tochter Clara in London. Fühlen Sie sich auf der Insel zu Hause?

Letztes Jahr haben wir sehr viel Besuch bekommen. Und dadurch hat sich das nicht so nach Ausland für uns angefühlt. Jetzt merkt man schon: Man ist hier relativ alleine. Aber durch den Fußball wissen wir, dass wir nicht ewig hier bleiben können. Da lässt man sich von vorn herein gar nicht so sehr darauf ein.

Ihr Mann spielt als Profi-Fußballer bei den Queens Park Rangers und hat dafür seinen früheren Verein Union Berlin verlassen. Jetzt ist Union in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Ärgert sich Toni heute über seine damalige Entscheidung?

Auf keinen Fall. Es war schon immer sein Traum, hier in England zu spielen.

Sehen Sie sich als Spielerfrau?

Ich sehe mich überhaupt nicht so. Toni erkennen doch schon ein paar, wenn wir hier unterwegs sind, weil er letztes Jahr Kapitän war. Aber – und das finde ich positiv: Wenn man dann doch als Frau eines Fußballers erkannt wird, dann wird das hier positiv gesehen.

Ihre Tochter Clara wird im Dezember drei Jahre alt. Kann sie besser englisch oder deutsch sprechen?

Sie versteht auf jeden Fall alles und fängt jetzt immer mehr an mit Sprechen. Zu Hause sagt sie zum Beispiel: Mama, ich like das nicht! Sie vermischt alles, das ist so witzig.

Wird Clara später auch ein Model?

Das ist mir völlig egal – ob sie jetzt Fußballerin wird oder Model oder Kindergärtnerin. Wir unterstützen sie auf jedem Weg, den sie einschlagen möchte.

Ist das Modeln für Sie selbst noch ein Thema oder haben Sie das abgehakt?

Zur Zeit habe ich das abgehakt. Das war für mich nie was, wo ich realistische Chancen gesehen habe, damit richtig Erfolg zu haben.

Als ausgebildete Krankenschwester wollten Sie irgendwann Medizinpädagogik studieren. Ist dieser Plan noch aktuell?

Da wir im Ausland leben, ist ein Studium der Medizinpädagogik schwierig. Ich habe mich jetzt für Medienmanagement entschieden und studiere seit Anfang August an der deutschen Fernhochschule IUBH, die alles hundertprozentig online macht.

Im Rahmen der Wahl zur Miss Universe 2014 in Florida konnten Sie kurz mit dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump reden. Sind Sie überrascht darüber, wie er heute Politik macht?

Das war damals eher so small talk-mäßig. Wir waren alle sehr, sehr überrascht, dass er das geschafft hat und sehr schockiert. Und wir sind froh, dass Miss Universe dann sofort einen Rückzieher gemacht hat und er jetzt raus ist aus dem Ganzen. Vieles, was man jetzt so mitkriegt, das würde ich niemals unterstützen.

Ihre Eltern Ute und Frank leben noch in Oschatz. Wie oft sehen Sie sich?

Ich versuche, so alle vier Monate nach Oschatz zu kommen. Gerade während meines Studiums werde ich das so abwechseln. Ich freue mich immer sehr, wenn ich in der Heimat bin. Und Clara liebt das auch.

Werden Sie zur Modenacht am 14. September in Oschatz sein?

Nein, das klappt leider nicht.

Von Frank Hörügel

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