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Oschatz Möbel aus Oschatzer Einrichtungshaus funktionieren heute noch
Region Oschatz Möbel aus Oschatzer Einrichtungshaus funktionieren heute noch
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09:40 20.01.2020
Helga Franke und ihre knapp 50 Jahre alte DDR-Küche, Modell Burg, die bis heute gut funktioniert. Quelle: Foto: Frank Hörügel
Oschatz

Vor reichlich 50 Jahren – am 21. Dezember 1969 – wurde das Konsum-Einrichtungshaus an der Leipziger Straße in Oschatz eröffnet. Dessen Chef war von 1969 bis 1992 Günter Leutert. „Es war für uns alle – auch die Mitarbeiter – eine gute Zeit“, schätzt der 82-Jährige aus heutiger Sicht ein (OAZ-Beitrag „Schöner Wohnen: Vor 50 Jahren öffneten moderne Einrichtungshäuser“ vom 21. Dezember 2019).

Küche „Burg“ gefiel dem Ehepaar

Viele OAZ-Leser haben noch Möbel, die sie zu DDR-Zeiten im Oschatzer Einrichtungshaus gekauft haben. So wie Helga Franke. Anfang der 70er Jahre entschied sie sich mit ihrem Mann Heinz zum Kauf einer neuen Küche – das Modell „Burg“ gefiel dem Ehepaar, das damals die Drogerie Franke in der Lutherstraße führte.

Der Besenschrank der DDR-Küche Burg. Quelle: Frank Hörügel

„Tut uns leid, haben wir nicht – aber wir tragen sie in die Warteliste ein.“ An diesen Satz, mit dem ihre Frage nach der „Burg“-Küche im Konsum-Einrichtungshaus beantwortet wurde, erinnert sich die heute 85-Jährige noch genau. Die Wartezeit wurde auf ein Jahr veranschlagt. Doch dann ging alles Ruckzuck. Helga Franke bekam wenig später einen Anruf aus dem Möbelhaus, dass jetzt Küchenteile mit einer Tiefe von 40 statt der von ihr bestellten 60 Zentimeter da wären. „Egal, nehme ich trotzdem“, habe sie da gesagt. Bezahlt werden musste sofort im Möbelhaus.

Möbel wurden fertig aufgebaut geliefert

Unterschränke, Hängeschränke und Besenschrank wurden angeliefert – und zwar fertig aufgebaut. Bis heute erfüllen sie in der Wohnung der Oschatzerin ihren Zweck. Die Beschichtung der Oberfläche glänzt noch, die Schieber funktionieren. „Damals wurde auf Qualität geachtet“, sagt Helga Franke und klopft anerkennend mit der Faust auf den Unterschrank. „Ihr haltet mich noch aus“, sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln in Richtung ihrer „Burg“-Küche.

Ein Unterschrank der DDR-Küche Burg. Quelle: Frank Hörügel

Interessant sind auch die Preise (in DDR-Mark): Für einen Unterschrank der Küche, Modell „Burg“ mussten im Jahr 1969 genau 329 Mark hingeblättert werden, der Hängeschrank kostete 174 Mark und der Besenschrank 203 Mark. Zur Einordnung: Im Jahr 1970 lag das monatliche Durchschnittseinkommen in der DDR bei 755 Mark.

Mit der Langlebigkeit von Möbeln hat Helga Franke ihre Erfahrungen. Schränke, Vitrinen und Bett in ihrem Wohn- und Schlafzimmer sind etwa 100 Jahre alt. Angefertigt wurden sie damals in Handarbeit von der Möbeltischlerei Claus in der Oschatzer Theodor-Körner-Straße – und erfüllen bis heute einwandfrei ihre Dienste.

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Von Frank Hörügel

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