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Oschatz Nach Brand im Niedergoselner Pferdestall rollt Hilfswelle weiter
Region Oschatz Nach Brand im Niedergoselner Pferdestall rollt Hilfswelle weiter
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16:55 02.02.2018
Claudia Stevens-Borda lächelt wieder. Gestern brachte die Stadtverwaltung Leisnig einen ausrangierten Bauwagen nach Niedergoseln.Das kleine Foto zeigt den Reitstall nach dem Brand. Quelle: Fotos: Bärbel Schumann/Christian Neffe
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Niedergoseln

Lächeln kann Claudia Stevens-Borda nach dem Brand in ihrem Reitstall in Niedergoseln vor reichlich einer Woche schon wieder etwas. Sie freut sich über die große Hilfsbereitschaft von Menschen, die ihr nach dem Unglück Futter für die Pferde, Halfter, Sattel, Schaufeln, Forken und anderes mehr fast täglich vorbei bringen. Wenn sie in den vergangenen Tagen in Mügeln unterwegs war, hätten ihr fremde Menschen auch schon mal einen Geldschein in die Hand gedrückt. „Am Freitagmorgen hat mir die Stadt Leisnig einen ausrangierten Bauwagen kostenlos gebracht. Das ist der Hammer. Großeltern einer Reitschülerin haben das vermittelt. Die Mädchen freuen sich, dass sie nun wieder eine kleine Unterkunft bekommen. Sie wollen den Wagen außen und innen gestalten“, erzählte die in Limbach wohnende Reitlehrerin am Freitag. Ein bisschen Unterstützung könnten die Reitschüler dabei gebrauchen. Wenn man den grauen Wagen so betrachtet, braucht es Farbe und anderes mehr, damit er behaglich wird.

Wanddurchbrüche für die Pferde

Während die Pferde in der Halle, wo noch Anfang der vergangenen Woche normaler Reitbetrieb herrschte, in einem abgetrennten Bereich ruhig umher laufen und wenn sie mögen, auch ins Freie gelangen können, erzählt die 50-Jährige von weiteren Erlebnissen nach dem Brand. So hätten Väter ihrer Schüler zu Stemmeisen und Hämmern gegriffen, um in der Halle Wanddurchbrüche nach Außen für die Pferde zu schaffen. Denn ihre Tiere hält Claudia Stevens-Borda frei, das heißt, die Pferde können selbst entscheiden, wann sie sich im Freigelände oder unterm Dach aufhalten wollen. Das Vorhaben unterstützte der Bauhof der Stadt, denn eine Art Rampe musste aufgeschüttet werden, da der Höhenunterschied für die Tiere sonst schwierig zu bewältigen gewesen wäre.

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Tiere erstaunlich ruhig

Die Reitlehrerin geht einige Schritte und greift Heu, das sie den Pferden reicht. Dabei erzählt sie, dass die Pferde erstaunlich ruhig seien. „Das ist wohl noch eine Art Schock nach dem Unglück.“ Während Sulaika, das Minishetland-Pony Fanny, Bella, Lord und die anderen Pferde das Heu genüsslich kauen, erzählt Stevens-Borda, dass viele Reiterhöfe und Pferdebesitzer nicht nur aus der nordsächsischen Region Spenden gebracht haben. Auch aus dem Meißner Land und dem Muldental wurden Zaumzeug und anderes Reitzubehör wie Sättel gespendet. Nur für die Ponys würde ihr noch etwas fehlen. „Ich bin einfach überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Menschen. Manche haben sogar im Rathaus angerufen und nachgefragt, wohin sie eine Geldspende überweisen könnten“, so Stevens-Borda. Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke hätte sich dafür eingesetzt, dass es nun bei der Volksbank ein Spendenkonto für ihren Reitstall gebe.

Stromanschluss funktioniert wieder

Am Freitag wurde ein Stromanschluss für die Halle und für die Koppeln gelegt. Das ist ein Schritt auf dem Weg, damit so schnell wie möglich wieder Normalität im Reitstall einziehen kann. „Die Kinder warten schon darauf, bis ich wieder mit dem Reitunterricht beginne. Manche von ihnen schauen jeden Tag vorbei und fragen nicht nur, sondern wollen auch helfen“, erzählt die Limbacherin. Sie schätzt ein, dass nach den Ferien wieder mit dem Reitbetrieb begonnen werden kann. Muss er auch, denn die zweifache Mutter bestreitet mit ihrem Reiterhof auch ihren Lebensunterhalt.

Spendenkonto Volksbank Riesa: DE 76850949840000972002 Kennwort Spendenkonto Stevens-Borda.

Von Bärbel Schumann