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Oschatz Nach Nitrat-Diskussion: Wird der Fall Schwednitz wieder aufgerollt?
Region Oschatz Nach Nitrat-Diskussion: Wird der Fall Schwednitz wieder aufgerollt?
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06:00 03.02.2017
Quelle: Eddy Risch
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Naundorf

Schwednitz ist ein Weiler in der Mügelner Region, den es eigentlich nicht mehr gibt. Zwischen 1993 und 1996 sollen auf dem Gelände schätzungsweise 44 000 Tonnen Klärschlamm aus Bayern endgelagert worden sein. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde ein Teil des Materials wieder abgetragen und eine Rekultivierung vorgenommen. Insgesamt wurde auf einem Hektar Fläche eine vier Meter hohe Klärschlammpackung aufgebracht. Und noch immer fühlen sich Bewohner der Region von einer möglichen hohen Nitratbelastung des Bodens und des Grundwassers bedroht.

Dies brachte bei der vergangenen Podiumsdiskussion der Landtagsfraktion der Grünen im Sächsischen Landtag in Naundorf Hubertus Thamm zum Ausdruck. „Ich sehe immer noch, dass von den Ablagerungen von Schwednitz eine hohe Nitratbelastungsgefahr ausgeht. Und ich kann es nicht verstehen, dass der jetzige Zustand als Rekultivierungsfläche hingenommen wird“, so Hubertus Thamm. „Sollte es bei dieser Sache nicht rechtmäßig zugegangen sein, dann ist das eine Umweltschweinerei, mal deutsch gesprochen“, so der Chef des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz, Stephan Baillieu. Da Baillieu allerdings erst seit Kurzem den Geschäftsführerposten bekleidet, kenne er die Hintergründe und Details des Falls nicht.

Noch während der Diskussionsrunde versprach der Landtagsabgeordnete der Grünen und umweltpolitische Sprecher Wolfram Günther, die Fakten aufzunehmen und noch einmal in Dresden prüfen zu lassen. „Ich kenne solche Rekultivierungsverfahren. Und aus meiner Erfahrung heraus war dieses Verfahren nicht unüblich“, so der Magdeburger Wasserwissenschaftler Prof. Dr. Dietrich Borchardt. „Klar, klingt Klärschlamm erste einmal bedrohlich. Es gibt aber auch Klärschlamm, der nährstoffarm ist. Hier muss man Klarheit schaffen: Wo kommt er her? und Wie sieht die chemische Zusammensetzung aus und werden Grenzwerte überschritten?“ Interessant ist, ob es jetzt Reaktionen aus Dresden gibt.

Von Hagen Rösner