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Oschatz Nach Sturm Friederike Crellenhain und Altmügeln ohne Strom
Region Oschatz Nach Sturm Friederike Crellenhain und Altmügeln ohne Strom
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16:31 22.01.2018
In vielen Haushalten funktionierte wegen des Stromausfalls die Heizung nicht. Bloß gut, dass Friederike gleich für ordentlich Brennholz sorgte, wie hier bei Luppa. Quelle: Foto: Christian Neffe
Lampersdorf

Lampersdorf sitzt im Dunkeln. Seit Orkan Friederike läuft hier der Strom nur noch auf einer Phase. Am Freitag sei der Strom für eine kurze Zeit wieder da gewesen, dann aber gleich wieder ausgefallen, berichtet der Lampersdorfer Frank Reichel. Die Gemeinde selbst könne hier nichts unternehmen. „Und bei der zuständigen Stromstelle bekommt man keine Auskunft. Sonst wird immer alles angekündigt. Uns ist natürlich allen klar, dass man die Folgen eines Sturms nicht ankündigen kann. Auch am Tag darauf wird keiner verlangen, dass man sofort informiert wird. Doch nach vier Tagen wünschen sich die Betroffenen schon mal eine kurze Auskunft – vielleicht in Form eines Zettels im Briefkasten – wann mit der Inbetriebnahme wieder gerechnet werden kann“, so der Lampersdorfer. Er selbst habe noch Glück gehabt, betont Reichel.

Strom für Kühltruhe funktioniert nicht

Bei ihm funktioniert lediglich der Strom an der Kühltruhe und vielen anderen elektrischen Geräten nicht mehr. Dieses Problem konnte er durch Verlängerungskabel, die er durch das Haus gezogen hat, beheben. Doch bei seine Tochter und dem dreijährigen Enkelkind, die nebenan wohnen, sowie bei seinem pflegebedürftigen Vater würde seit vier Tagen das Wasser nicht mehr heiß „Allen Bewohnern hier in Lampersdorf geht es ähnlich. Zum Beispiel funktioniert bei unseren Nachbarn die Heizung nicht. Die ganze Familie schläft seit vier Tagen im Wohnzimmer, da sie dort zum Glück einen Kamin haben“, weiß Reichel.

Auch die Feuerwehr im Ort ist betroffen

Und auch die Feuerwehr im Ort ist betroffen. Die Absauganlage der Wehr sei außer Betrieb. Zum Glück seien hier jedoch noch die Erhaltungsgeräte nutzbar, auch wenn ebenfalls Verlängerungskabel durch die ganze Halle gelegt werden mussten. „Ohne diese wären die Kameraden nicht einsatzfähig.“ Nun hoffen die Dorfbewohner, dass sie von der Stromstelle informiert werden und sich an der aktuellen Situation schnellstmöglich etwas ändert, um wieder am normalen Leben teilnehmen zu können.

„Für längere Aus- und Notfälle habe ich ein Notstromaggregat“, erklärt Landwirt Günter Wagner. Der Mügelner hat in Berntitz einen Landwirtschaftsbetrieb. Zum Glück sei noch etwas Winterruhe und es gebe noch nicht so viel Arbeit. „Am Freitagabend hatten wir wieder Strom und alles lief normal weiter“, so Wagner.

Andere Dorfbewohner waren schlimmer dran

Er, wie auch Kay Lippmann mit seinem Autoservice, konnten am Freitagabend wieder aufatmen. „Am Freitag haben wir uns bei der Arbeit einfach auf die Situation eingestellt. Am Sonnabend gab es jedoch noch einige Probleme mit dem Telefonanschluss und dem Internet. Aber das ist inzwischen behoben. Andere Dorfbewohner waren da schlimmer dran“, sagt er. Sie waren sogar gestern noch ohne Strom. Ursache dafür sind umgestürzte Bäume. Diese beschädigten die Stromleitung.

Unterschiedlich lange mussten auch Einwohner von Altmügeln und Crellenhain ohne Strom auskommen. Abhängig war das von der Grundstückslage und Schäden an Leitungen. So brauchte zum Beispiel Kai Löbnitz mit seiner Familie nur bis Freitagabend auf den Stromanschluss verzichten. „Das waren 24 Stunden. Da haben wir im Dunkeln eben Kerzen angezündet und sind zeitiger ins Bett gegangen“, so der Crellenhainer. Andere seien da nicht so gut dran gewesen, mussten länger ausharren.

Familien halfen sich gegenseitig

Dazu gehörten auch viele Familien in Casabra, wo zum Teil noch bis Sonnabendnachmittag Haushalte ohne Anschluss an das Stromnetz waren. Das Verrückte daran: In einem Teil der Ortschaft waren Haushalte an einer Straßenseite ohne und an der gegenüberliegenden Seite mit Stromversorgung. Hier halfen sich die Familien gegenseitig und spontan wurden dabei auch Kabel zeitweilig über die Straßegelegt. „Unterstützung gab es auch von Freunden in nicht betroffenen Nachbarorten. Wir selbst haben Freunde aufgenommen. Es ist doch selbstverständlich, dass man sich in einer Notsituation hilft“, erzählt eine junge Frau, die ihren Namen nicht nennen will. Denn Hilfe hätten viele geleistet, die dann auch genannt werden müssten.

Von Kristin Engel und Bärbel Schumann

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