Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Nach Wolfsattacke in Schöna bei Oschatz Entschädigung für getötete Hirsche
Region Oschatz Nach Wolfsattacke in Schöna bei Oschatz Entschädigung für getötete Hirsche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 28.03.2019
Ein Wolf hat im Tiergehege Schöna drei Hirsche getötet und eine Hirschkuh (im Vordergrund) an der rechten Flanke verletzt. Quelle: Frank Hörügel
Schöna/Region Oschatz

Das Land Sachsen zahlt dem Verein „Tiergehege Schöna“ eine Entschädigung für den Tod der fünf Jahre alten Hirschkuh und der zwei einjährigen Hirschkälber (Rotwild), die Ende Februar von einem Wolf gerissen wurden. „Das kommt ungefähr hin“, sagte Vereinsvorsitzender Steve Richter auf OAZ-Anfrage, nachdem er die Nachricht über die Entschädigung von knapp 1600 Euro am Dienstag erhalten hatte.

Landesamt ermittelt Schadenshöhe

Die Schadenshöhe wird vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ermittelt. „Sie basiert auf Richtwerten, die katalogartig, gesondert für jede Tierart, mit einem unabhängigen Gutachter erstellt und mit den Nutztierhalterverbänden abgestimmt worden sind“, teilt LfULG-Pressesprecherin Karin Bernhardt auf OAZ-Anfrage mit. Bei Hobbyhaltern wie dem Verein „Tiergehege Schöna“ werde der durchschnittliche Marktwert in Abhängigkeit von Rasse, Geschlecht, Alter, Gewicht oder auch Trächtigkeit und Zucht bestimmt.

Vereinschef Steve Richter kontrolliert eine Wildkamera im Gehege des Rotwildes. Quelle: Frank Hörügel

Seit der blutigen Attacke Ende Februar ist das Raubtier zwar noch mehrmals bei Schöna gesichtet worden, an das Tiergehege hat sich der Wolf seitdem jedoch nicht wieder rangetraut. Das soll auch so bleiben, hoffen die neun Mitglieder des Vereins „Tiergehege Schöna“. Sie wollen deshalb so schnell wie möglich einen Zaun bauen, der ihre Tiere wirksam vor Wolfsangriffen schützt. Von der ursprünglich diskutierten Variante eines Elektrozauns sind die Vereinsmitglieder wieder abgerückt. Das sei wegen der nassen Wiesen am Rand des Geheges schwierig zu bewerkstelligen. Außerdem befinde sich ja hier auch ein Kinderspielplatz, nennt Richter zwei Gründe, die gegen die Strom-Variante sprechen.

Untergrabschutz soll gebaut werden

„Wir haben uns deshalb für den Bau eines Untergrabschutzes von 60 Zentimetern entschieden. Das befindet sich aber noch in der Genehmigungsphase“, so der Vereinschef. Das Grundstück mit dem Tiergehege hat drei Eigentümer. Die Gemeinde Cavertitz und ein Unternehmer aus Schöna hätten dem Errichten des Wolfszaunes bereits zugestimmt. Die Zustimmung des dritten Eigentümers, der in Berlin wohnt, stehe derzeit aber noch aus. Nach Angaben von Steve Richter rechnet der Verein mit einer Förderung der Baumaßnahme, die von einer Fachfirma ausgeführt werden muss, in Höhe von 5000 Euro. „Ich persönlich rechne aber mit Kosten von 10 000 Euro“, sagte er. Erst wenn die Förderung bewilligt sei, könne mit dem Bau des Untergrabschutzes für den 750 Meter langen Zaun begonnen werden.

Schutzmaßnahmen werden zu 100 Prozent gefördert

Laut sächsischem Umweltministerium hat die Europäische Kommission am 11. Januar 2019 die Anhebung der Förderung für Investitionen in den Schutz von Schafen, Ziegen und Gatterwild vor Wölfen auf 100 Prozent der Anschaffungskosten genehmigt. Sachsen kann damit ab sofort die Investitionskosten in der vollen Höhe erstatten. Auch ein Untergrabschutz bei stationären Zäunen zum Schutz von Gatterwild wie in Schöna kann gefördert werden.

Hunde machen jede Nacht Rabatz

Der Wolfsangriff auf die Rotwild-Hirsche in Schöna Ende Februar sorgt über das Heidedorf hinaus noch immer für Gesprächsstoff. „Es bleibt dabei, Wölfe sind Raubtiere“, betont Manfred Bajewsky. Nach seinen Informationen, schreibt der Oschatzer in einem Leserbrief, störe der Wolf durch sein Geheule den Nachtschlaf der Schönaer Einwohner. „Die Hunde im Dorf heulen mit“, so Bajewsky. Vereinschef Richter bestätigt: „Ja, die Hunde machen jetzt nachts oft Rabatz.“ Einen Wolf habe er selbst jedoch noch nicht heulen hören.

Von frank hörügel

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Feuerwehr Mügeln wurde am Donnerstag Nachmittag zu einem Einsatz in die Friedhofstraße gerufen. Dort war aus noch nicht bekannter Ursache der Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand geraten. Ein Bewohner (55) erlitt Brandverletzungen, er wurde ins St.Georg nach Leipzig geflogen.

28.03.2019

Früh übt sich, dann halten sie vielleicht ein Leben lang: Daher dreht sich einmal im Jahr in der Naundorfer Kita „Spatzennest“ alles um die richtige Pflege der Zähne. Wenn Kinder Zahnhygiene richtig erlernen, brauchen Eltern auch keine Bedenken haben, sagt eine Expertin.

28.03.2019

Im Sommer ist definitiv Schluss: Das Festival Nachtdigital – eine beliebte Veranstaltung in der Dahlener Heide – findet Anfang August letztmalig statt. Die Veranstalter haben offenbar Lust auf Veränderung.

28.03.2019