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Oschatz Nachwuchsrestauratoren nehmen Schloss Leuben unter’s Skalpell
Region Oschatz Nachwuchsrestauratoren nehmen Schloss Leuben unter’s Skalpell
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06:00 24.09.2018
Diplomrestaurator Arnulf Dähne gibt dem Nachwuchs im Schloss Leuben derzeit Einblick in die Praxis. Quelle: Foto: Manuel Niemann
Oschatz

Geschäftiges Hämmern und Klopfen ertönt derzeit aus dem Wasserschloss in Leuben: Gleich drei Generationen der Familie von Sahr-Schönberg wollen zukünftig in dem im 18. Jahrhundert errichteten Gebäude einziehen (wir berichteten). Dafür kommt kein Vorschlaghammer zum Einsatz, sondern viele fleißige Hände, die den Wänden im Schloss mit kleinen spitzen Hämmern und Skalpellen auf den Putz rücken. Sie gehören jungen Menschen, die später vielleicht als Restauratoren arbeiten werden.

Neue Konservierungsverfahren getestet

Diplomrestaurator Arnulf Dähne, der sie anleitet, kehrt damit an den Ort zurück, mit dem er seit seiner Doktorarbeit 2009 verbunden ist. Damals testete er hier noch neue Konservierungsverfahren, mit denen sich Putz und zerstörtes Gestein so festigen ließ, damit Wandmalereien gesichert werden können. „Da haben sich Gelegenheit und Chancen getroffen“, erinnert er sich. Das Schloss hatte nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingsunterkunft und später als Schule gedient. Seit Mitte der 1970er Jahre stand es leer und verfiel. „Es war in einem Zustand, wo alles, was man tat, gut war.“ So wurde es zum Testobjekt für die Chemiker, Restauratoren und Geologen, die für ein europäisches Forschungsprojekt hier zusammenarbeiteten.

Barock wird bewahrt

Der Kauf durch die Familie von Sahr-Schönberg erwies sich nun erneut als solche Gelegenheit, wieder mit internationaler Beteiligung ein Stück Barock zu bewahren: Die neun jungen Leute, die Dähne zusammen mit den Diplomrestauratoren Anja Romanowski und Oliver Tietze betreut, studieren das Fach oder absolvieren ein Vorpraktikum, um es später studieren zu können. Fünf Praktikanten können beim Altenburger Praxisjahr für Kunstgut- und Denkmal-Restaurierung erste Praxiserfahrungen sammeln. Das orientiere sich am Hamburger Modell, mit dem die Museen und die Kulturbehörde der Hansestadt seit mehr als 20 Jahren die Restauratorenausbildung fördern.

Die fortgeschrittenen Studenten, die am internationalen Sommerseminar von Dähnes Restauratoren-Partnerschaft pons asini teilnehmen, sind hingegen nur wenige Wochen vor Ort. Sie kommen aus England, Tschechien, Krakau oder auch Florenz. „Das International Summer Seminar for Young Academics soll europäischen Studenten die Möglichkeit geben, sich in ihrer Praxis zu verbessern. Denn die praktische Ausbildung ist in den meisten Ländern nicht Teil des Studiums“, erklärt Dähne das Projekt, das auf das Studium anrechenbar ist.

Interessantes Seminar mit Exkursionen und Workshops

Statt nach dem Studium auf irgendeine Baustelle zu gehen, versucht Dähne, der selbst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, aber auch in Stuttgart und Pardubice lehrt, das Seminar mit Exkursionen und Workshops interessanter zu gestalten. Damit sei es weniger dem Zufall überlassen, was sich in der Praxis abgeschaut wird. Leuben biete zudem ein attraktives Objekt, das im Gegenzug davon profitiert: Die Wandmalereien, die die Restauratoren in spe mit Hammer und Skalpell freilegen, würden sonst nur grob gesichert. „Eine solche Fleißarbeit ist sonst unbezahlbar.“

Von Manuel Niemann

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