Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Nasenberger Traktor-Fans bei Oldtimer-WM in Österreich
Region Oschatz Nasenberger Traktor-Fans bei Oldtimer-WM in Österreich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 07.09.2019
Die Nasenberger nehmen Kurs auf den Großglockner: Klaus Reinhardt auf seinem Linde Güldner von 1966, Uwe Schmidt mit dem Porsche Baujahr 1961, Heiko Jentzsch auf dem MAN von 1962 und Toni Haubold auf dem 1964er Porsche (v.l.) Ehefrauen und Kinder sind mit von der Partie. Quelle: Jana Brechlin
Nasenberg

Sie kommen aus Österreich und der Schweiz, aus Luxemburg und Italien: Mit ihren Deutz, Lanz, Hürlimann oder Hanomag nehmen sie Kurs auf den Großglockner, denn dort wird vom 12. bis 15. September die Weltmeisterschaft der Oldtimer-Traktoren ausgetragen. Ein Team aus Nasenberg wird dabei die sächsischen Farben vertreten. Oldtimer-Begeisterte um Heiko Jentzsch wollen mit vier Fahrzeugen an den Start gehen und es auf den Großglockner schaffen.

Dabei wird die Teilnahme ein Familienereignis für die Nasenberger: Heiko Jentzsch selber wird auf einem MAN von 1962 sitzen, sein Schwiegervater Klaus Reinhardt, der auch als Mannschaftsführer agiert, fährt einen Linde-Güldner von 1966. Am Start sind auch Schwager Uwe Schmidt und Toni Haubold, der auf dem Reinhardt’schen Hof arbeitet. Beide sitzen auf Porsche-Traktoren von 1961 und 1964, wegen ihrer typischen Karosse und der Signallackierung liebevoll Rotnasen genannt. Mit dabei sind außerdem die Ehefrauen der Fahrer sowie Jentzschs Kinder Hanna und Franz. Die Vorfreude in Nasenberg ist groß: „Das Befahren der Hochalpenstraße ermöglicht ein einmaliges Bergerlebnis auf 48 Kilometer Länge und in 2500 Meter Höhe, das einen unvergleichlichen Fahrspaß verspricht – und das auf einem offenen Traktor“, beschreibt Klaus Reinhardt.

Ein „Rotnasen“-Prosche. Quelle: Jana Brechlin

Dass überhaupt genügend Fahrzeuge für einen WM-Start zur Verfügung stehen, ist seiner Sammelleidenschaft zu verdanken, denn er entdeckte nach einem langen Arbeitsleben in der Landwirtschaft als umtriebiger Rentner die Oldtimer für sich. „Alles ging mit einem Porsche los, der hier wieder aufgebaut wurde“, blickt Heiko Jentzsch zurück. Und kurz darauf hätten vier weitere Traktoren in der Scheune gestanden. Bei seinen Schwiegersöhnen und Mitarbeiter Toni Haubold stieß Reinhardt damit auf Begeisterung. Nur so ist es zu erklären, dass alle sich immer wieder um die in die Jahre gekommenen Fahrzeuge versammelten, diese in ihre Einzelteile zerlegten, reparierten, teilweise selber Ersatz fertigten und so lange schraubten, bis die Motoren wieder im Takt tuckern konnten. Unzählige Stunden wurden in die Oldtimer investiert, die heute aussehen, als hätten sie gerade erst das Werk verlassen. Kaum zu glauben, wenn man zum Beispiel hört, dass etwa der Güldner beim Kauf so heruntergekommen war, dass man durch die Rostlöcher der Kotflügel locker eine Hand stecken konnte.

Nasenberg: Ein MAN-Oldtimer-Traktor Quelle: Jana Brechlin

Lediglich ein Porsche von 1964, mit 15-PS-Motor, kommt mit etwas Patina und ohne Hochglanzlackierung daher. „Man soll ruhig sehen können, wie viele Jahre der auf dem Buckel hat. Zu tun hatten wir dennoch genug“, versichert Haubold, der „den Kleinen“ zur WM steuern wird, „der läuft einwandfrei“. „Wir sind alle mit der Landwirtschaft verbunden und haben das technische Verständnis für solche Maschinen“, beschreibt Heiko Jentzsch. Über eine gelungene Restaurierung freut sich dann auch die ganze Familie – selbst wenn zuvor viele Abende und Wochenenden beim Schrauben draufgegangen sind. Außerdem eint das Team Nasenberg der Wettbewerbsgedanke: 1999 wurde Jentzsch Deutscher Meister beim Leistungspflügen und selbst bei Gaudi-Disziplinen wie dem Seifenkistenrennen trumpften die Nasenberger auf, denn dort wurde er 2009 Sachsenmeister.

Dass die Traktoren von Reinhardts Hof jetzt in Österreich zur Oldtimer-WM gemeinsam mit knapp 500 weiteren Teilnehmern an den Start gehen, ist allerdings aus einer Partylaune heraus entschieden worden. „Ein Kumpel von mir war schon einmal bei der Weltmeisterschaft und hat uns davon erzählt“, berichtet Toni Haubold. Man habe sich dann entschieden, als Team an den Start zu gehen, um die Chancen zu erhöhen. Dabei geht es im Angesicht des Großglockners nicht etwas drum, schnell die Ziellinie zu erreichen, sondern um gleichmäßiges Fahren: Die Teilnehmer sollen möglichst mit stets gleicher Geschwindigkeit unterwegs sein. Ein Kunststück angesichts der Tatsache, dass viele der Oldtimer keine Tachoanzeige haben. Außerdem ist der Start im Tal, erst später geht es deutlich bergan – wer vorher zu schnell losfährt, wird das Tempo kaum halten können. Um mit 18 PS auf dem Berg anzukommen, braucht man ein feines Füßchen am Gaspedal und ein gutes Gefühl für die Maschine. Zweimal werde dabei die Zeit genommen, erklärt Uwe Schmidt: „Dabei muss am Freitag eine vorgegebene Zeit für eine bestimmte Strecke im Tal gefahren werden und am Samstag wird am Berg im ersten Teilstück eine Vorgabezeit ermittelt, welche auch oben im zweiten Abschnitt so genau wie möglich zu treffen ist. “ Dass ihre Traktoren laufen, wissen die Nasenberger, denn alle werden regelmäßig gefahren: 40 Kilometer am Männertag etwa oder jüngst 60 Kilometer bei einer gemeinsamen Probefahrt.

Eigene T-Shirts für das „Team Nasenberg“. Quelle: Jana Brechlin

Bevor die Traktoren für den Transport über 650 Kilometer an den Austragungsort verladen werden, haben die Sachsen das Risiko so weit wie möglich minimiert: Alle vier Fahrzeuge haben neue Reifen und kommen frisch vom TÜV. Mit einer Akte für jedes Gefährt kann nachgewiesen werden, wie die Restaurierung ablief und was verbaut wurde. Auf jedem Traktor wurde zudem eine eigens angefertigte Kiste montiert, mit der die Nasenberger für alle Eventualitäten gerüstet sein wollen. „Hier kommen Werkzeug, Regenschutz und Winterjacken rein, denn es kann schließlich sein, dass an der Mautstation schon Schnee liegt“, begründet Heiko Jentzsch. Natürlich wurden selbst die Wetterjacken eigens für die WM organisiert: Wie schon auf den T-Shirts prangt dort auf rotem Untergrund das Logo vom Team Nasenberg. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme setzen Fahrer und Begleiter auf eine geschlossene Mannschaftsleistung. „Unser Ziel ist es, zusammen oben anzukommen – das wäre klasse und wird dann auch gemeinsam gefeiert“, betont Jentzsch.

Von Jana Brechlin

Mit einem Freundschaftsspiel wurde am Donnerstag der frisch sanierte Oschatzer Kunstrasenplatz eröffnet. Dabei unterlag die Geldgebermannschaft 8:3.

06.09.2019

Borderline – bei dieser Erkrankung denken immer alle an Menschen, die sich mit Ritzen selbst verletzen. Dabei ist diese Krankheit so viel vielschichtiger. Eine junge Nordsächsin geht nun offen mit ihrem Schicksal um und erzählt von ihrem Leben mit Borderline.

06.09.2019

Zum Tag des offenen Denkmals präsentieren im Landkreis Leipzig und Nordsachsen wieder zahlreiche Denkmäler, Kirchen, Schlösser und geschichtsträchtige Häuser ihre Historie. Die LVZ hat für Sie alle Termine zusammengetragen.

06.09.2019