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Oschatz Naundorfer Bürgermeister Reinhardt gibt Amt auf
Region Oschatz Naundorfer Bürgermeister Reinhardt gibt Amt auf
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20:00 28.05.2019
Michael Reinhardt, Bürgermeister von Naundorf. Quelle: Foto: A. Kaminski
Nauindorf

Die knapp 1900 Naundorfer Wahlberechtigten haben in diesem Jahr noch zwei Urnengänge vor sich: Neben der Zusammensetzung des Landtages werden sie auch noch über einen neuen Bürgermeister zu entscheiden haben.

Genug ist genug

Als Michael Reinhardt zur Gemeinderatssitzung am Montagabend, gegen 20 Uhr kurz nacheinander „Genug ist genug“ und „Die Sitzung ist geschlossen“ sagte, meinte er zwei verschiedene Dinge.

31. Juli ist letzter Arbeitstag

Als es nach den Anfragen der Räte am Ende der Sitzung keinen Redebedarf in der Einwohnerfragestunde gab, ergriff der Bürgermeister das Wort für eine persönliche Erklärung: „Ich bin am 31. Juli 25 Jahre im Amt. Das wird für mich der letzte Arbeitstag sein.“ Angesichts des Ausgangs der Gemeinderatswahl habe er keine Sorge , da dieses Gremium stabil sei und die Arbeit in gewohnt sachlicher Weise fortführen könne. Außerdem arbeite die Verwaltung der Gemeinde sehr gut. „Die haben mal einen anderen Chef verdient“, merkte Michael Reinhardt launig an. Er gehe, insbesondere was die Gemeinde betreffe, nicht im Frust. Gleichaltrige Bürgermeisterkollegen hätten ihn in seiner Entscheidung, einen Schlussstrich unter das Arbeitsleben zu ziehen, bestärkt. „Wenn ich es kurz zusammenfassen sollte, dann würde ich sagen, dass ich aus persönlichen Gründen mein Amt aufgebe“, betonte Michael Reinhardt.

Er bedauerte, dass sich aus Verfahrensgründen Bürgermeister- und Landtagswahl nicht auf einen Termin legen lassen. Zwischen dem 1. August und dem Tag der Neuwahl seien seine Stellvertreter in der Pflicht. Sie sind zuvor erst noch in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates zu wählen.

Oschatzer OBM kann Schritt nachvollziehen

„Ich kann diesen Schritt nach 25 Jahren in der Tretmühle nachvollziehen“, sagte Reinhardts Oschatzer Amtskollege, Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) der Oschatzer Allgemeinen auf Nachfrage. Es sei eine angenehme Zusammenarbeit mit ihm gewesen. „Ich mag seinen Humor sowie sein klares, strukturiertes Handeln“, sagte Andreas Kretschmar über Michael Reinhardt. Es sei nachvollziehbar, wenn jemand auf dem Höhepunkt seiner Karriere in den Ruhestand gehe. „Ich verliere einen sehr guten Kollegen und die Gemeinde einen guten Bürgermeister“, fasste Andreas Kretschmar seine Gefühle zur Ankündigung von Michael Reinhardt zusammen.

Dr. Ines Leidel überrascht

Eine der beiden Wählervereinigungen, die nach Reinhardts Ansicht für die Stabilität im Gemeinderat stehen, ist die Freie Wählergemeinschaft Naundorf. Für diese Liste erzielte Dr. Ines Leidel mit 479 Stimmen die meisten Stimmen. „Ich war von der Ankündigung unseres Bürgermeisters völlig überrascht. Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte sie der OAZ. „So wie ich ihn kenne, hat er sich das langfristig überlegt“, ist sich die Tierärztin sicher. Dennoch finde sie es schade, denn Michael Reinhardt sei gut vernetzt, wisse ebenso gut, wo es hake und wo es gut laufe. Bei der Lenkung der Gemeinde habe er viel Feingefühl bewiesen. „Ich vertraue ihm, dass er den für ihn richtigen Schritt geht“, sagte Ines Leidel. Für sie sei eine Kandidatur für dieses Amt kein Thema, betont die Tierärztin.

Guter Arbeitsstand

Für die Freie Wählergemeinschaft Jahnatal fuhr Jürgen Dräger mit 280 Stimmen das beste Ergebnis ein. „Der Schritt kam für mich nicht überraschend. Michael Reinhardt hatte mich im Vorfeld über seine Pläne informiert“, erklärte der Salbitzer. Er könne diese Entscheidung nach 25 Jahren im Amt nachvollziehen. „Michael Reinhardt hat der Gemeinde viel gegeben, hinterlässt einen guten Arbeitsstand“, betont Jürgen Dräger. Die Gemeinde sei bei Reinhardt in guten Händen gewesen. Wenn er jetzt bei guter Gesundheit seinen Ruhestand genießen könne, dann gönne er ihm das. Die Verwaltung arbeite gut, so dass es aus Drägers Sicht für einen Nachfolger eine lösbare Aufgabe sein sollte, sich in das Amt einzuarbeiten. Dazu, ob er dieser Nachfolger sein könnte, wollte sich Jürgen Dräger gestern noch nicht äußern. „Ich habe noch nicht intensiv über eine Kandidatur nachgedacht“, sagte er der Oschatzer Allgemeinen. „Dass dürfte nicht nur ich wollen“, erklärte er.

Von Axel Kaminski

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