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Oschatz Nitrat: Experten fordern sparsamen Dünger-Einsatz in der Collm-Region
Region Oschatz Nitrat: Experten fordern sparsamen Dünger-Einsatz in der Collm-Region
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10:57 02.02.2017
Hohe Nitratwerte im Grundwasser verursachen im Podium nicht nur nachdenkliche Gesichter: v. l. Dr. Bernhard Wagner (Wassergut Canitz), Prof. Dr. Dietrich Borchardt (Umweltforschungszentrum Magdeburg), Wolfram Günther (Landtagsabgeordneter der Grünen), Stephan Baillieu (Wasserverband Döbeln-Oschatz). Quelle: Foto: Hagen Rösner
Collm-Region

Man sieht es nicht, man schmeckt es nicht und man riecht es nicht: Und doch ist es da – das Nitrat im Grundwasser. Gerade in landwirtschaftlich stark bewirtschafteten Gebieten wie in der Collm-Region sind in den vergangenen Jahren die Nitratwerte im Grundwasser angestiegen. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Weil sich Nitrat, das eigentlich ungefährlich ist, im Körper zu besorgniserregenden Verbindungen zersetzt, steht die chemische Verbindung unter Beobachtung.

Die sächsische Landtagsfraktion der Grünen hatte aus diesem Grund am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung und Diskussionsrunde in die Ökostation Naundorf eingeladen. Fast 60 Zuhörer und Ratsuchende waren gekommen. Zu den Diskussionsteilnehmern im Podium gehörten Dr. Bernhard Wagner, Geschäftsführer des Wassergutes Canitz, das ein Unternehmen der Wasserwerke Leipzig ist, Prof. Dr. Dietrich Borchardt, Wissenschaftler am Umweltforschungszentrum Magdeburg, Wolfram Günther, sächsischer Landtagsabgeordneter der Grünen und Stephan Baillieu, Geschäftsführer des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz. Sie waren sich mit den Zuhörern einig, dass der Hauptverursacher der hohen und steigenden Nitratwerte im Grundwasser die intensive Landwirtschaft ist. Um die Grundwasserförderungen für das Trinkwasserangebot vor hohen Nitratwerten zu schützen, haben die Wasserwerke Leipzig schon vor vielen Jahren ein interessantes Modell entwickelt. Leipzigs Stadtväter kauften landwirtschaftliche Flächen um die Trinkwassereinzugsgebiete auf und bewirtschaften sie nitratarm.

Das ist auch das Konzept des Wassergutes Canitz, das Bernhard Wagner führt. Er ist überzeugt, dass sich der immer noch hohe Nitrateintrag von landwirtschaftlichen Unternehmen durch ein geschicktes Management der Düngemittel reduzieren lässt. „Dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, ob es sich um einen Biobetrieb oder konventionelle Landwirtschaft handelt“, baut Wagner ideologische Grenzen ab. Bei beiden Wirtschaftsformen wird Nitrat als Düngemittel verwendet. Wasserverbands-Chef Baillieu sieht grundsätzlich keine Gefahr für den Trinkwasserkonsumenten: „Die Qualität unseres Trinkwassers orientiert sich an den gesetzlich vorgeschrieben Werten, die werden eingehalten und überprüft.“ „Nitrat, das wir jetzt in unseren Brunnen feststellen, ist allerdings von unseren Vätern und Großvätern vor 50 bis 60 Jahren in den Boden gebracht worden“, sagte Bailleu und fordert zugleich mit Blick auf die Zukunft, jetzt gegen zu wirken. Allerdings müsse es auch den poltischen Willen geben, flächendeckend in Deutschland Nitratwerte zu senken. Wolfram Günther und Dietrich Borchardt forderten in diesem Zusammenhang auf, Konzepte zu entwickeln, um künftig nitratarm zu wirtschaften. Derzeit liegt laut Trinkwasserverordnung der Grenzwert für die Nitratbelastung bei 50 Milligramm pro Liter. Bei einigen Grundwasserproben wurden schon höhere Belastungen festgestellt.

Von Hagen Rösner

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