Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Österreicher huldigt in Oschatz der Stummfilm-Ära
Region Oschatz Österreicher huldigt in Oschatz der Stummfilm-Ära
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 05.08.2019
Schauspieler Ralph Turnheim vertont Klassiker der Stummfilmära.
Schauspieler Ralph Turnheim vertont Klassiker der Stummfilmära. Quelle: C. Kunze
Anzeige
Oschatz

So hat man Stan&Ollie noch nie gesehen: In wienerische Verse gekleidet – mal erzählend, mal im Dialog – lässt Ralph Turnheim sein Publikum „Dick&Doof“ ganz neu erleben. Drei Kurzfilme hat er sich für sein viertes Programm „Laurel&Hardy Poetry“ ausgesucht – und gibt ihnen, der Tradition des Stummfilmerklärers folgend, eine gänzlich neue Note. Der in Wiesbaden lebende Österreicher verbannt die üblicherweise unter solche Werke gelegte Klaviermusik und lässt einzig und allein seine eigene Stimme das Geschehen auf der Leinwand untermalen.

Nur wenige Zuhörer

Gewürzt wird das Ganze mit Anekdoten aus einer Zeit, die neun Jahrzehnte oder mehr zurückliegt. Turnheim, ein wandelndes Filmlexikon, hat Hintergründe über die Produktionen parat, die er neu vertont und lässt somit die Besucher nicht nur amüsierter, sondern auch ein wenig schlauer aus der Vorstellung gehen. Obendrein lädt er nach einer Stunde Zeitreise in die 1920er Jahre das Publikum noch zum Plausch ein. An dieser Stelle ist es sogar von Vorteil, dass am Sonntagnachmittag in die Stadthalle nur 20 Männer und Frauen gekommen waren – so war es richtig gemütlich.

Aus der Zeit gefallen

Mit 16mm-Filmmaterial und einem Projektor, der schon über 50 Jahre auf dem Buckel hat, wirkt Turnheim ebenso aus der Zeit gefallen, wie mit der Ankündigung, denen, die ihm seine Adresse hinterlassen, einen analogen Newsletter zu schicken. Es passt eben alles zu der Epoche, welcher der Mann mit der Melone und dem flotten Mundwerk huldigt – neben dem wohl bekanntesten Duo der Filmgeschichte hat er auch Charlie Chaplin und Buster Keaton neu vertont. Nach dieser Stunde will man Laurel&Hardy eigentlich nur noch so erleben.

Von Christian Kunze