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Oschatz Oschatz schwitzt: Verkürzter Unterricht statt Hitzefrei an den Schulen
Region Oschatz Oschatz schwitzt: Verkürzter Unterricht statt Hitzefrei an den Schulen
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18:16 21.06.2019
Symbolbild: Dürfen sich Schüler rund um den Collm auf Hitzefrei freuen? Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Oschatz/Collm-Region

Auf den Landkreis Nordsachsen rollt eine Hitzewelle zu. „Nächste Woche wird es eine schöne Backofen-Hitze geben“, kündigte Florian Engelmann, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig, an. Temperaturen jenseits der 35 Grad seien möglich.

Da macht, noch dazu kurz vor den Sommerferien, auch die Schule nicht unbedingt Spaß. Wir haben uns deshalb einmal bei den Schulen im Landkreis umgehört, wie sie es mit dem „hitzefrei“ handhaben.

Schulen obliegt Entscheidung

Denn die Schulen entscheiden selbst. „Es gibt keine allgemein verbindliche landesweite Richtlinie“, betonte Roman Schulz, Sprecher desLandesamtes für Schule und Bildung. „Letztlich liegt es im Ermessen einer jeden Schulleiterin, eines jeden Schulleiters, darüber zu befinden.“

Schließlich seien die Bedingungen in den einzelnen Gebäuden recht unterschiedlich. Grundsätzlich gehe es aber darum, die körperliche Belastung für die Schüler so gering wie möglich zu halten.

Verkürzter Unterricht und Flucht ins Freie

„Wir entscheiden aufgrund der räumlichen Situation, welchen Stundenplan wir einsetzen“, erklärt Marion Müller, Schulleiterin des Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasiums. „Wir schauen sehr bewusst, wie weit wir unsere Schüler belasten können – wohlwissend, dass die Schulstunde ein hohes Gut ist.“

Auch an ihrer Schule gebe es einen Plan mit verkürzten Unterrichtszeiten, daneben sei mit ihren Kollegen abgesprochen, dass sie ihre didaktischen Methoden den Außentemperaturen anpassen können: „Das heißt, wir haben einen Park, wir haben ein Schulgelände, so dass Unterrichtssequenzen im Freien stattfinden können.“

Weiterhin könnten die Schüler jederzeit etwas trinken gehen. Dafür stehe der schuleigene Brunnen zur Verfügung, an dem die Kinder ihre mitgebrachten Flaschen auffüllen können. „Davon wird reichlich Gebrauch gemacht“, aber auch aus Nachhaltigkeitsaspekten bewähre sich der Brunnen – ein Thema, was die Gymnasiasten, die am Freitag zu einem autofreien Freitag aufriefen, derzeit bewegt.

Kürzere Stunden statt Unterrichtsausfall

Auch an der Evangelischen Werkschule Naundorfbereitet man sich vor. „Wie wir damit umgehen, weiß ich noch nicht“, sagt Geschäftsführer Tobias Leißner. Letztlich entscheide das die Schulleiterin. „Wir werden aber bestimmt auf eine verkürzte Unterrichtsvariante gehen, das heißt, dass alle Stunden stattfinden, aber in ihrem Zeitumfang etwas gekürzt sind.“

So werde statt 45 Minuten nur 30 Minuten Unterricht stattfinden, um im Endeffekt zwei Stunden eher fertig zu sein. „So wird’s wohl laufen, es ist ja auch im Interesse der Eltern, dass wir hier kontinuierlich arbeiten: Wenn Fünft- oder Sechstklässler sagen: ‚Ich bleibe die Woche zuhause, weil es so warm ist’, dann bekommen Eltern manchmal auch Schwierigkeiten.“

Ventilatoren und Bio-Saft gegen Hitze und Durst

Kürzere Unterrichtszeiten sind auch das Rezept, mit dem man an der Grundschule „Auf der Höhe“ in Neusornzigauf die Wetterlage reagiert: Bei hohen Temperaturen findet nur bis 11.15 Uhr Unterricht statt. „Die Kinder werden danach von uns draußen betreut. Unser Schulgelände hat viele große Bäume und schattige Plätzchen, so dass das kein Problem ist“, sagt Schulleiterin Bärbel Hübner.

„Kürzlich haben wir für jedes Klassenzimmer einen Ventilator angeschafft, der in den Vormittagsstunden genutzt wird und für etwas Kühlung sorgt.“ Und auch erhöhten Durst müssen die Grundschüler nicht fürchten: „Da wir leckeren Bio-Apfelsaft von unserer Streuobstwiese im Keller haben, ist auch für Getränke gesorgt, falls das zusätzlich notwendig ist“, sagt Hübner.

Ganz kurz fasst sich ihr Kollege an der Goetheschule in Mügeln. Schulleiter Gunter Hausburg demonstriert damit, wie auch Lehrer den Temperaturen begegnen sollten: Wenn jede Anstrengung zusätzlich belastet, muss es nicht ausufern. „Wir haben für die Zeit der großen Hitze einen 30 Minuten-Takt für die Unterrichtsstunden“, so Hausburg.

Von Tilman Kortenhaus und Manuel Niemann

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