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Oschatz Oschatz setzt auf Renaturierung des Mühlgrabens in Leuben
Region Oschatz Oschatz setzt auf Renaturierung des Mühlgrabens in Leuben
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15:03 16.01.2018
jhfj Quelle: Dirk Hunger
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Leuben

Die Stadt Oschatz will die Einwohner des Ortsteils Leuben besser vor Hochwasser schützen. Erreicht werden soll das mit einer Renaturierung des Mühlgrabens. Er nimmt die vorgeklärten Abwässer und einen Teil des Oberflächenwassers auf und mündet in die Döllnitz. In den 1970er Jahren wurde der Graben außerhalb des Ortes auf einer Länge von gut einem Kilometer bis zur Mündung verrohrt, der trockene Abschnitt so belassen. Unterhalten wird der Fluss auf Leubener Territorium von der Stadt.

Der trockene Abschnitt des Mühlgrabens liegt im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) Döllnitz und Mutzschener Wasser. Die Renaturierung ist mit Auflagen des Naturschutzes verbunden, kann aber bei Hochwassern zur Entlastung der Döllnitz beitragen, heißt es in dem Beschluss.

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Verrohrter Graben soll geöffnet werden

Die Öffnung des verrohrten Grabens entspricht den Vorgaben und dem Ziel der Wasserrahmenrichtlinie und damit dem Gewässerschutz. Im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeitete deshalb das Leipziger Planungsbüro Fichtner Water Transportation (Wasserbeförderung) eine Machbarkeitsstudie für die Renaturierung. Die Mitarbeiter dort sind auf Vorhaben rund um Gewässer spezialisiert. Die unteres Wasserbehörde begrüßt das Vorhaben und hat der Studie zugestimmt. Ferner fand eine Begehung mit den Vertretern der Behörde statt – bereits im September des vergangenen Jahres. Gefördert werden solche Projekte zu einem großen Teil. Möglich seien zwischen drei Viertel und bis zu 90 Prozent der anfallenden reinen Baukosten, in Einzelfällen bis zu 100 Prozent, erklärte Bauamtsleiter Michael Voigt auf eine Nachfrage der Stadträtin Uta Schmidt (Grüne).

Planungskosten von 45 600 Euro

Die Studie des Leipziger Büros fließt als Entwurf in die Vorbereitung einer möglichen Renaturierung mit ein. Fällt das Ergebnis positiv aus, so können die Planer von Water Transportation mit weiteren Aufgaben beauftragt werden. Die Planungskosten belaufen sich auf 45 600 Euro und sind im Haushalt für das Jahr 2018 mit berücksichtigt, heißt es weiter.

Thomas Schneider (Linkspartei) erkundigt sich, ob nach der Renaturierung schlechtere Bedingungen für Landwirte herrschen und ob vorgesehen sei, Bäume zu fällen. Die Vertreter des Planungsbüros verneinten das. Baumfällungen kämen aufgrund des FFH-Gebietsstatus des Areals nicht in Frage. Der Umgang der Landwirte mit dem Gewässer sei in diesem Falle vorbildlich. Es werde nicht bis an den Rand des Grabens geackert, sondern der erforderliche Schutzstreifen ohne Bewirtschaftung eingehalten.

Der Beschluss wurde mehrheitlich gefasst, nur ein Ratsmitglied enthielt sich.

Von Christian Kunze