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Oschatz Oschatz trauert um Paul Rudolf Tischer
Region Oschatz Oschatz trauert um Paul Rudolf Tischer
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17:02 25.06.2019
Der ehemalige Oschatzer Rudolf Tischer, Autokönig von Maryland und Mäzen von Oschatz, starb jüngst im Alter von 98 Jahren. Quelle: Berthold Zehme
Oschatz

Ohne ihn sähen die Kirche in Altoschatz, die St. Aegidienkirche im Stadtzentrum und der Albertturm am Collm heute nicht so gut aus. Die Kirche in Altoschatz würde es vermutlich gar nicht mehr geben, hätte der 1920 in Oschatz geborene Paul Rudolf Tischer nicht kontinuierlich für deren Erhalt und Sanierung gespendet. Hier wurde er getauft, konfirmiert und getraut, und hier wird er am bevorstehenden Freitag, dem 28. Juni, um 13 Uhr beigesetzt. Er, der jahrelang Teile seines Vermögens für den Erhalt dieser Bauwerke stiftete, starb am 9. Juni im gesegneten Alter von 98 Jahren in Timonium im Bundesstaat Maryland in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) – friedlich, im Kreise seiner Familie. Es war sein Wunsch, in Oschatz seine letzte Ruhe zu finden.

Die Kirche in Altoschatz. Quelle: Sven Bartsch

Lebenstraum in USA verwirklicht

Nach einer harten, entbehrungsreichen Ausbildung in einem Oschatzer Autohaus durchkreuzt der Zweite Weltkrieg seine Pläne, sich zum Kraftfahrzeug-Meister weiter zu bilden. Nach dem Militärdienst geht er nach Westberlin, wo seine Schwester lebt. Über Hamburg, wo er den favorisierten Abschluss mittels Unterrichtes an der Abendschule doch noch erlangt, führt ihn ein Jobangebot als Verwalter einer Tankstelle nach Köln. Hier lernt er seine spätere Ehefrau Trudi kennen, es folgen Tätigkeiten bei den Autobauern Ford und Volkswagen – letzteres bietet ihm die Chance, in die USA zu gehen. Dort verwirklicht er sich seinen Traum – er gründet ein eigenes Autohaus, das schon bald zu einem Imperium wird. Eine Entscheidung, die Tischer nie bereut. „Der Erfolg gibt mir recht“, sagte er im Jahr 1989 – dem Jahr, als der Oschatzer Mäzen in den Ruhestand ging.

Ein Stück Heimat in Maryland errichtet

Doch so sehr die Oschatzer seinen Werdegang über den großen Teich hinweg beobachteten, so sehr hielt er den Kontakt zu seiner Heimat – und wurde nicht müde, zu helfen, wo es ging. „Oschatz hatte immer einen Platz in seinem Herzen – egal wie hart und zielstrebig er arbeitete“, sagt der ehemalige Oschatzer Pfarrer und Freund Tischers, Berthold Zehme, der bis zu seinem Tod mit Paul Rudolf Tischer in Kontakt stand. Berthold Zehme schätzte an dem Mann, nach dem bereits zu Lebzeiten im Jahr 2005 ein Weg in Oschatz benannt wurde, seine Liebenswürdigkeit und die Tatsache, dass die Verbindung zu seinem Geburtsort nie abriss. „Klassentreffen besuchte er regelmäßig“, nennt Zehme ein Beispiel. Nicht zuletzt erkennt man, wie sehr der „Autokönig von Maryland“ noch in seiner Heimat verwurzelt war, auch daran, dass er sich in seiner neuen Wirkungsstätte ab den 1960er Jahren in den USA einen Nachbau des Albertturms errichtete.

Der Albertturm auf dem Collm. Quelle: Achim Kretzschmar

Und schließlich zeugen die von ihm gespendeten Summen, zwei Stiftertafeln in den genannten Oschatzer Kirchen und eine Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in Kleinforst von den Spuren, die Paul Rudolf Tischer in Oschatz hinterlässt – auch über seinen Tod hinaus. Er lebte für die Automobile, seine Familie und für seine Geburtsstadt Oschatz.

Anstelle von Blumen und Kränzen wird um Spenden zum Erhalt der Kirche Altoschatz gebeten: Sparkasse Leipzig, IBAN: DE 61 8605 5592 1631 2123 18, Zweck: Altoschatzer Kirche

Von Christian Kunze

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