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Oschatz Oschatz wird Zentrale der neuen Riesen-Kirchgemeinde
Region Oschatz Oschatz wird Zentrale der neuen Riesen-Kirchgemeinde
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20:00 30.07.2019
Die Pfarrstelle Oschatz – hier die Aegidienkirche mit Kanzel und der Altar – wird künftig die Leitung der neuen Riesen-Kirchgemeinde übernehmen. Quelle: Foto: Frank Hörügel
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Oschatz

Die Zeit läuft, in fünf Monaten soll die Kirchenstruktur in der Region Oschatz völlig neu geordnet werden. Anfang nächsten Jahres soll damit ein Beschluss der Landeskirche Sachsen umgesetzt werden, größere Struktureinheiten mit dauerhaft mindestens 4000 Gemeindegliedern zu schaffen. Damit soll auf die abnehmende Zahl von Kirchenmitgliedern im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel reagiert werden. „Es geht bei der Struktur- und Stellenplanung darum, mit künftig weniger Hauptamtlichen den kirchlichen Dienst auch in größeren Bereichen zu organisieren“, heißt es seitens der Landeskirche Sachsen. Die Synode der Landeskirche hatte angesichts sinkender Mitgliederzahlen bereits 2018 eine weitreichende Strukturreform beschlossen.

Kirchgemeinde mit 7000 Gemeindegliedern

An der Umsetzung dieses Vorhabens tüfteln die Kirchenvertreter in der Region Oschatz schon seit Monaten intensiv. Der Oschatzer Pfarrer Christof Jochem informiert jetzt über die wichtigsten Details. Danach sollen alle Kirchgemeinden und Kirchspiele der Region Oschatz – in der Nord-Süd-Ausrichtung von Ochsensaal bis Kiebitz und in der West-Ost-Ausrichtung von Wermsdorf bis Canitz – zu einer neuen, großen Kirchgemeinde vereinigt werden. Die neue Riesen-Kirchgemeinde wird sich über die drei Landkreise Nordsachsen, Mittelsachsen und Meißen erstrecken. Pfarrer Jochem: „Die neue Kirchgemeinde ,Oschatzer Land’ hat dann etwa 7000 Gemeindeglieder mit 45 Kirchen und sieben Pfarrstellen, sechs Gemeindepädagoginnen und vier Kantoren und Kantorinnen.“

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Leitung durch Oschatzer Pfarrstelle

Die Oschatzer Pfarrstelle soll mit der Leitung der neuen Kirchgemeinde beauftragt werden. In der Region Oschatz wird es in der künftigen Struktur zwei Pfarrstellen weniger als aktuell geben – in Schmannewitz und Sornzig. Die Schmannewitzer Pfarrerin Kathrin Mette wurde bereits im vergangenen Jahr und die Sornziger Pfarrerin Jutta Gildehaus am vergangenen Wochenende verabschiedet (siehe Seite 14). „Alle anderen Mitarbeitenden bleiben auch in der neuen Kirchgemeinde angestellt“, versichert Jochem. Den verbleibenden Pfarrstellen soll jeweils ein Seelsorgegebiet und eine Aufgabe in und für die Region zugeordnet werden. Das können Konfirmandenunterricht, Religionsunterricht, Collm-Klinik, Diakonie (Hospizdienst), Gottesdienste in den Altenheimen, Glaubenskurse, Lektorenfortbildung und Pfarramtsleitung sein.

Aktuell kleinteilige Struktur

In der Region Oschatz gibt es aktuell die Kirchspiele Sornzig, Mügeln und Wermsdorf, die Kirchgemeinden im Dahlener Verbund (Dahlen/Großböhla, Luppa, Calbitz/Malkwitz), Schmannewitz-Bucha mit Ochsensaal, Cavertitz, Lampertswalde, Sörnewitz und Laas. Außerdem existieren das Kirchspiel Liebschützberg sowie die Kirchgemeinden Oschatz und Naundorf.

Von Frank Hörügel