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Oschatz Oschatzer Bahnhofs-Mitropa gibt ihre Geheimnisse preis
Region Oschatz Oschatzer Bahnhofs-Mitropa gibt ihre Geheimnisse preis
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16:09 28.05.2019
Jens Walter von der Firma TSM Bau Riesa stemmt den alten Putz im Westturm des Oschatzer Bahnhofs ab. Quelle: Fotos: Frank Hörügel
Oschatz

Der Qualm tausender Zigaretten und Zigarren hat die Saaldecke im Laufe der Jahrzehnte gelb gefärbt. Das Bahnhofsrestaurant wurde am 1. Juli 1880 eröffnet – und hat schon Jahre geschlossen. Jetzt ist die nikotingefärbte Saaldecke wieder zum Vorschein gekommen, die noch zu DDR-Zeiten unter einer abgehangenen Decke versteckt wurde. „Auch die gusseisernen Stützen waren mit Gips verkleidet. Früher hat es hier zwei Kronleuchter gegeben und in der Anfangszeit an den Wänden wahrscheinlich noch Gaslaternen“, sagt Rüdiger Pfohl. Als Mitarbeiter des Hochbauamtes im Rathaus koordiniert er die restliche Sanierung des Oschatzer Bahnhofsgebäudes und erklärt, was hier alles passieren soll.

Besprechungsraum für Hauptzollamt

Bier, Bockwurst und Soljanka – wie in den Mitropazeiten des Bahnhofsrestaurants – wird es in dem Saal künftig nicht mehr geben. „Hier entsteht ein Besprechungsraum“, sagt Rüdiger Pfohl. Besprechen werden sich künftig Beamte vom Hauptzollamt, die Mitte 2020 in das Oschatzer Bahnhofsgebäude einziehen sollen. Dann wird das Haus vollständig vermietet sein, nachdem sich bereits Ende 2018 die Döllnitzbahn GmbH mit ihrer Mobilitätszentrale hier eingemietet hatte.

Zwei Türme werden entkernt

Die Zollbehörde wird ab Mitte 2020 sowohl den Westturm des Bahnhofsgebäudes als auch den Ostturm inklusive der ehemaligen Mitropa in Beschlag nehmen und für Büroräume nutzen. Vermieter ist die Stadt Oschatz, die für die Sanierung des Hauses einen Kredit aufnimmt und diesen dann aus den Mieteinnahmen tilgen möchte. „Mit Beginn der Bauarbeiten am nächsten Abschnitt des Bahnhofsgebäudes werden die beiden ,Türme’ rechts und links der Schalterhalle der Döllnitzbahn entkernt, nachdem sie von Restauratoren untersucht wurden“, informiert die Pressesprecherin der Stadt, Anja Seidel. Bisher hat der Stadtrat Arbeiten für 790 000 Euro in Auftrag gegeben – für Rohbau, Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro. Im Westturm wird ein Aufzug eingebaut und der Anbau weggerissen. An dessen Stelle sollen Garagen für die etwa 20 Zollbeamten gebaut werden. Im Dachgeschoss über dem mittleren Gebäudeteil sollen Technik und ein Serverraum untergebracht werden.

Spagat zwischen Moderne und Denkmalschutz

Als Koordinator des Baugeschehens arbeitet Rüdiger Pfohl eng mit der Denkmalschutzbehörde zusammen. „Das ist ein Spagat zwischen Moderne und Denkmalschutz“, sagt er. Beispielsweise werden nicht alle alten Fenster ersetzt, sondern auch zehn Stück aufgearbeitet. Bis Ende Mai 2020 muss alles fertig sein.

Von FRANK HÖRÜGEL

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