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Oschatz Oschatzer Bauern demonstrieren gegen Stilllegung der Zuckerfabrik Brottewitz
Region Oschatz Oschatzer Bauern demonstrieren gegen Stilllegung der Zuckerfabrik Brottewitz
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13:14 14.02.2019
Zuckerrüben aus der Region werden in Brottewitz verarbeitet. Die Fabrik soll 2020 geschlossen werden. Quelle: picture alliance / dpa
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Region Oschatz/Brottewitz

Die angekündigte Stilllegung der Zuckerfabrik in Brottewitz bei Mühlberg wollen Landwirte der Region, die dorthin liefern, nicht einfach so hinnehmen. Sie beteiligen sich deshalb am Freitag an einer Demonstration vor den Toren der Fabrik. Beginn ist 11.55, Treffen 11.30 Uhr. Mit Traktoren und Plakaten wollen sie auf die existenzielle Bedeutung der Zuckerrübenverarbeitung für ihre Betriebe hinweisen.

Längere Wege

Zu denen, die sich beteiligen, gehört die Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz, erfuhr die OAZ vom Vorstandsvorsitzenden Udo Morstein. „Wer versüßt unsere Arbeit, wenn der Zucker aus der Region geht?“ und „Süß heute, sauer morgen“, wird, auch ein wenig zugespitzt formuliert, auf den Schildern stehen, die aus Altoschatz in Brottewitz prangen werden. „Besonders prekär wäre die Schließung der Fabrik für die Landwirte in der Lausitz und Ostsachsen. Aber auch für uns würde sie ab 2020 deutlich weitere Wege bedeuten. Die nächste Zuckerfabrik, die wir beliefern könnten, ist in Zeitz. Bis dorthin fahren wir knapp 100 Kilometer, nach Brottewitz nur etwa 30“. Morstein erklärt, dass die Lieferrechte für die Agrarbetriebe der Region weiterhin erhalten bleiben. Ob das allerdings bei dieser Wegstrecke noch wirtschaftlich oder gar ökologisch ist, bezweifelt er. „Auf der einen Seite werden wir angehalten, weniger zu fahren, andererseits geschieht so etwas. Das ist unvereinbar miteinander“.

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Kultur nicht ersetzbar

Die Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz baut derzeit auf rund 100 Hektar Fläche Zuckerrüben an. „Diese Kultur lässt sich, und da spreche ich auch im Namen anderer Unternehmer, nicht ohne Weiteres ersetzen. Alternativen dazu gibt es nur sehr wenige, zum Beispiel Mais“, verdeutlicht Udo Morstein.

Von Christian Kunze