Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatzer Berufschulzentrum gewährt Einblicke in vielseitige Ausbildungszweige
Region Oschatz Oschatzer Berufschulzentrum gewährt Einblicke in vielseitige Ausbildungszweige
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:23 17.03.2019
Voraussetzungen, Inhalte und Weiterbildungsmöglichkeiten des Sozialassistenten zeigen Schülerin Sophie Eulitz (l.) und Lehrerin Karmen Bogusz in einem Spinnennetz. Quelle: Foto: cku
Oschatz

Schneestürme in Afrika und das Auftauen des Dauerfrostbodens in Sibirien verkündeten die angehenden Sozialassistentinnen des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) in der Außenstelle in der Berufsschulstraße in Oschatz am Sonnabendvormittag. In einer von den Auszubildenden konzipierten Nachrichtensendung war davon die Rede. Sind dies etwa die Folgen des Klimawandels oder vielleicht doch nur Fake News?

Die Auflösung gibt Heike Wilhelm, Lehrerin und Leiterin der Außenstelle des BSZ in der Berufsschulstraße. Gemeinsam mit der Awo SPI GmbH Leipzig beschäftigten sich die jungen Menschen im Rahmen ihrer Ausbildung tatsächlich mit dem Phänomen der Fake News. Die Sendung ist Bestandteil der Unterrichtseinheit „Kulturell-kreative Prozesse begleiten“ und schult vor allem die Medienkompetenz. Weitere Möglichkeiten, sich dem zu nähern, bestanden in den Formen der Dokumentation, des Hörspiels, der Umfrage oder des Interviews.

Berührungsängste abbauen

Noch näher am Menschen sind die Auszubildenden in ihren Praxiseinheiten in der Alten- und Behindertenpflege in Einrichtungen des Stadtgebietes. Kooperationspartner dabei sind die Lebenshilfe Regionalvereinigung Oschatz und der Pflegdienst Ihm. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die älteren Menschen im vergangenen Jahr im Advent. „Wir spielten ihnen Sketche und ein selbst geschriebenes kleines Stück vor, luden sie zum Tanzen und gemeinsamen Singen ein“, berichtet Auszubildende Sophie Eulitz und ergänzt: „Das kam bei ihnen so gut an, wir und natürlich die Senioren freuen sich schon auf das Osterfest. Die Vorbereitungen dafür laufen“.

Tag der offenen Tür Berufliches Schulzentrum Oschatz. Quelle: Christian Kunze

In einer Wohnstätte für Behinderte ging es zunächst darum, Berührungsängste abzubauen – im wörtlichen wie übertragenen Sinne, betont Lehrerin Karmen Bogusz. Bestandteil der Besuche waren nicht nur Spiele und Gespräche mit den Bewohnern. Die Auszubildenden führten auch ein haupflegendes Hand-Peeling bei den Menschen mit Behinderung durch. Wesentlich für die Schülerinnen und Schüler war dabei auch die Verlegung auf den Vormittag. „Bisher haben wir die Praxis am späten Nachmittag nach bis zu acht Stunden Unterricht durchgeführt. Aus den Reihen der Schüler kam der Wunsch, dies früher in den Tagesablauf zu integrieren. Das habe ich natürlich aufgegriffen und den Schülern damit neue Freiräume geschaffen. Es war für mich der Beleg, dass ich auch nach 30 Jahren im Schuldienst noch etwas von meinen Schülern lernen kann“, beschreibt Karmen Bogusz.

Praktika in Chemnitz

Auf die Anregungen ihrer Schüler geht auch Maria König ein. Sie unterrichtet in der Stammschule Am Zeugamt Chemie und den Fachunterricht im spezifischen Profil Ernährungswissenschaft des Beruflichen Gymnasiums. Neben Lernfeldern zu der genauen Analyse von Nährstoffen, Lebensmitteltechnologie, ernährungsbedingten Krankheiten und den Details des menschlichen Stoffwechsels geht es hier auch mal ganz praktisch zu. „Die Verkostung von Lebensmitteln ist hier im Unterricht ausnahmsweise mal erlaubt“, macht Maria König neugierig. Die Schüler absolvieren einen Praxisteil in Klasse 11 mit Experimenten und Labor-Protokollen, in der zwölften Klasse kommt dann noch ein wissenschaftliches Praktikum für eine Woche an der Technischen Universität in Chemnitz hinzu. „Bis auf die Fahrtkosten ist dieses Praktikum für die Schüler kostenfrei“, so Lehrerin König.

Lauras Fritzsche zeigt im Chemiekabinett wie Farben im SIlvesterfeuerwerk entstehen.  Quelle: Christian Kunze

Im vergangenen Jahr gestartet ist am Beruflichen Schulzentrum der neue Ausbildungsberuf Kaufmann/frau im Internethandel. Die erste Klasse, die eingerichtet werden konnte, zählt 20 Schüler. Diese kommen aus der Region Oschatz, aber auch aus Eilenburg, dem Raum Leipzig und Dresden und sogar aus Halle, berichtet Fachlehrer David Miethe. Wer sich für dieses Berufsbild interessiert, hat den Vorteil, dass in Oschatz neben der Schule auch drei Betriebe ansässig sind, die die jungen Menschen ausbilden: Der Computerladen, Pfennig Bau und Musikhaus Korn.

Von Christian Kunze

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Per Handschlag hatte ein 78-Jähriger aus dem Oschatzer Ortsteil Zschöllau mit fünf rumänischen „Handwerkern“ vereinbart, dass sie ihm für eine dreistellige Geldsumme das Garagendach neu decken. Doch dann wollten die Männer plötzlich 19 000 Euro dafür.

16.03.2019

Am 20. April beginnt die Türmersaison. Ostersonnabend öffnet die historische Wohnung im Südturm der Stadtkirche wieder ihre Türen für Besucher. In diesem Jahr wird unter anderem daran erinnert, wann der letzte hauptamtliche Türmer dort einzog.

16.03.2019

Frisch ans Werk mit Erfrischungsgeld: Wahlhelfer erhalten in Oschatz 50 Euro pro Termin, wenn sie Wahlvorstände bei ihrer Arbeit unterstützen. Das ließe sich auch auf andere Bereiche ausweiten. Wo Erfrischungsgeld hilft und wo nicht, lesen Sie hier.

16.03.2019