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Oschatz Oschatzer Dialoge widmen sich der Zukunft des Kapitalismus in unserer Gesellschaft
Region Oschatz Oschatzer Dialoge widmen sich der Zukunft des Kapitalismus in unserer Gesellschaft
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20:02 15.10.2019
System im Zeichen des Geldes – der Kapitalismus. Quelle: vege - stock.adobe.com
Oschatz

Mit der Diskussionsreihe „Oschatzer Dialoge“ wagt sich das soziokulturelle Zentrum E-Werk im Super-Wahljahr 2019 an Themen, die gesellschaftlichen Sprengstoff bieten, aktuell aufgegriffen werden oder immerwährende Gültigkeit haben. Moderiert von Ricardo Glaser, sitzen sich dabei meist zwei Menschen gegenüber, die unterschiedliche Auffassungen zum Podiumsthema vertreten. Sie tauschen sich aus, im Anschluss können Besucher aus dem Publikum auf freien Stühlen im Podium Platz nehmen und mitreden.

Gerechte Verteilung des Gewinns

Jüngst stand der Abend in der Schaltwarte unter der Überschrift „Kapitalismus am Ende?!“ – das Für und Wider der hierzulande und in der westlichen Welt geltenden Wirtschaftsordnung wurde dabei von zwei Lokalmatadoren beleuchtet. Die ehemaligen Stadträte Albert Pfeilsticker (CDU), seines Zeichens Rechtsanwalt, und Paul Krieger, gelernter Kfz-Mechaniker, trafen dabei unter anderem auf den selbstständig als Planer tätigen Harry Eckert und Johannes Rudolph, der nach seiner Tätigkeit als Elektriker unter anderem in der kommunalen Verwaltung als Mitarbeiter und Bürgermeister tätig war und heute Versicherungsvertreter ist.

Münzen und Scheine sind das eine – digitale Währung das andere. Quelle: Zerbor - Fotolia

Allen Diskutierenden gemein war, dass sie die Auswüchse des Kapitalismus in seiner jetzigen Form als problematisch erachten und dessen „ewiges Wachstum“ als Gefahr für den sozialen Frieden. Die Möglichkeiten, wie dies geändert, abgemildert werden kann, ohne das System zu ändern oder zu stürzen, gingen jedoch auseinander. Von der gerechteren Verteilung des Unternehmensgewinns etwa durch Mitarbeiteraktien bis hin zu einer tatsächlichen und nachgewiesenen zweckgebundenen Verwendung von Steuermitteln, die Verschwendung und Missbrauch beenden würde, reichte da die Palette. Die Digitalisierung im Zusammenspiel mit dem demografischen Wandel (der steigenden Überalterung der Bevölkerung) stelle perspektivisch den Arbeitnehmer wieder ins Zentrum des Interesses, so Johannes Rudolph. „Wer künftig junge, motivierte, gut ausgebildete Kräfte haben will, egal auf welchem Sektor, der muss sich als Arbeitgeber ändern“.

Pflegesektor kommerzialisiert

Albert Pfeilsticker betonte, dass zum „vermeintlich einseitigen, permanenten Wachstum“ auch die Kommerzialisierung des Pflegesektors gehöre. „In meiner Kindheit pflegte man Großeltern und Urgroßeltern zu Hause – unentgeltlich. Heute ist dieser Bereich ebenso wertschöpfend für eine Volkswirtschaft“. Insgesamt wurde während der zweistündigen Diskussion keine ultimative Lösung gefunden, jedoch Ansätze im Beisein von zwei Dutzend Gästen ausgetauscht.

Von Christian Kunze

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