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Oschatz Oschatzer Feuerwehr zieht Bilanz: 170 Einsätze im vergangenen Jahr
Region Oschatz Oschatzer Feuerwehr zieht Bilanz: 170 Einsätze im vergangenen Jahr
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09:06 08.02.2017
Der Oschatzer Wehrleiter Lars Natzke und seine Feuerwehrkameraden rückten im vergangenen Jahr 170-mal zu Einsätzen aus.
Der Oschatzer Wehrleiter Lars Natzke und seine Feuerwehrkameraden rückten im vergangenen Jahr 170-mal zu Einsätzen aus. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz

Die Kameraden der Oschatzer Feuerwehr rückten im vergangenen Jahr 170-mal zu Einsätzen aus. Die meisten Alarmierungen, 96 an der Zahl, erfolgten dabei in der Zeit zwischen 6 und 16 Uhr – also während der regulären Arbeitszeit der aktiven Mitglieder. Der einsatzstärkste Monat war dabei der August mit 23 Alarmierungen, gefolgt von Juni (22) und Mai (21). Schlusslichter sind Januar, März (jeweils 7) und Februar (6).

Probleme mit Einsatzbereitschaft in den Ortswehren

Von den 35 Männern und acht Frauen, die im Notfall zur Verfügung stehen, rückten tagsüber in der Woche im Durchschnitt zehn aus, an Wochenenden, Feiertagen und in den Abendstunden waren es im Schnitt doppelt so viele. Größere Probleme gibt es in den Ortsteilwehren. „Da die Einsatzbereitschaft hier tagsüber gegen Null geht, müssen wir weiter nach Alternativen suchen“, betonte Wehrleiter Lars Natzke. Das Gros der Alarmierungen war notwendig, um technische Hilfeleistungen vorzunehmen, beispielsweise bei Verkehrsunfällen (120 Einsätze), gefolgt von Bränden (50). Insgesamt 23 Mal retteten die Kameraden Menschenleben, zwei Mal kam jedoch jede Hilfe zu spät. Unverrichteter Dinge wieder ins Depot kehrten den Retter insgesamt 27-mal zurück, hier handelte es sich um Fehlalarmierungen. Insgesamt summiert sich das Geschehen auf 4483 Einsatzstunden, was etwa 104 Stunden pro zur Verfügung stehendem Mitglied der Einsatzabteilung entspricht. Erfreulich sei, dass 2016 der Personalstand des vergangenen Jahres gehalten wurde. Das Durchschnittsalter aller Einsatzkräfte in Oschatz liegt 31 Jahren.

Umzug Leitstelle nach Leipzig war Herausforderung

Eine wesentliche Herausforderung war der Umzug der Leitstelle von Delitzsch nach Leipzig. „Das hat viele Nerven gekostet. Selbst nach mehreren Monaten gibt es noch immer Probleme, die nicht behoben werden können, da die Verantwortung immer hin und her geschoben wird und das zum Leidwesen des Ehrenamtes“, moniert Wehrleiter Natzke. Die neue Alarmierungs- und Ausrückeordnung brachte es zudem mit sich, dass die Oschatzer 34-mal in den anderen Gemeinden, zum Beispiel Dahlen, Mügeln, Wermsdorf, Riesa, Naundorf und sogar Eilenburg die dortigen Abteilungen unterstützten. Umgekehrt rückten Mügeln, Naundorf, Riesa und Wermsdorf 20- mal aus, um Oschatz zu helfen.

Nicht minder beachtlich ist das Pensum der Aus- und Weiterbildung, das die Angehörigen der Oschatzer Wehr in den zurückliegenden zwölf Monaten absolviert haben. Benjamin Gäbler und Sven Mark erweiterten ihr Wissen im Rahmen der Schulungen des Landkreises (140 Stunden). An der Landesfeuerwehrschule summierten sich Lehrgänge von Danny Kaschel, Jörg Schimpke, Tobias Scholz und Andy Zillmer auf 340 Stunden. Um ein Vielfaches größer ist die Anzahl der Weiterbildungen, welche die Oschatzer Wehr auf eigene Initiative hin durchgeführt hat. Im 14-tägigen Rhythmus montags und freitags nach Feierabend leisteten sie an 25 Terminen hier insgesamt 3026 Stunden – im Depot und außerhalb der Wache. „Nicht mit eingerechnet sind hier diejenigen Leistungen, die wir in den 28 Zwischendiensten zur Reinigung der Fahrzeuge, des Gerätehauses sowie zur Einweisung der Maschinisten und der Kontrolle der Fahrzeugbeladung komplett ehrenamtlich investiert haben“, so der Wehrleiter.

Nachwuchs an Schulen im Visier

Schließlich widmete die Wehr in 2016 allen städtischen Schulen und Kindereinrichtungen besondere Aufmerksamkeit. Dort fanden flächendeckend Einsatzübungen statt. Von denen profitieren die Einsatzkräfte, die Erzieherinnen und Lehrkräfte und die jungen Besucher in gleichem Maße. Denn nicht nur Gerätehausbesuche finden zunehmenden Anklang. Auch die Möglichkeit, nach einer erfolgreichen Übung vor Ort die Technik zu präsentieren, nutzt die Oschatzer Wehr zum Nachwuchsgewinn.

Von Christian Kunze