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Oschatz Oschatzer Horte und Kitas in Ferien dicht: Eltern laufen Sturm
Region Oschatz Oschatzer Horte und Kitas in Ferien dicht: Eltern laufen Sturm
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17:03 14.11.2018
Kitabetreuung in den Ferien – ein sensibles Thema. Quelle: picture alliance / Monika Skolim
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Oschatz

Nicht nur die Erhöhung der Elternbeiträge, auch die geplanten Schließzeiten der Kindereinrichtungen im Stadtgebiet sorgten jüngst für Diskussion im Stadtrat (wir berichteten). Die Elternvertreter mehrerer Einrichtungen nutzten die öffentliche Versammlung, um ihrem Unmut darüber Luft zu machen.

Kritikpunkt der Erziehungsberechtigten war weniger die Tatsache, dass während der sächsischen Schulferien in den kommenden Monaten für bis zu zwei Wochen Einrichtungen nicht geöffnet sind. Diese Vorgehensweise ist nachvollziehbar und auch in der entsprechenden kommunalen Kita-Satzung verankert. Dadurch, so Elternvertreterin Bianca Ritter für die Einrichtung „Kunterbunt“ in der Dresdener Straße, werde die Urlaubsplanung für die Familien quasi von der Stadt vorgeschrieben. Wer Kinder in Kita und Hort habe, sei durch aufeinander folgende Schließzeiten der unterschiedlichen Einrichtungen gleich mehrfach nacheinander betroffen. Weiterhin zeigten sich die in der Masse anwesenden Mütter nicht begeistert davon, ihre Kinder während der Schließzeiten ihrer Einrichtung in einer anderen Kita betreuen zu lassen. Das führe zu Umwegen für die Eltern und reiße die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld, so die Kritik.

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Unverständnis über unterschiedliche Schließzeiten

Für Unverständnis sorgte in einem noch stärkeren Maße die Tatsache, dass die Schließzeiten in den Einrichtungen unterschiedlich und zum Teil sehr kurzfristig mitgeteilt worden. Da gab es Einrichtungen, in denen nur Aushänge darüber informieren. Anderswo gab es Informationen der Kita-Leitung an die Elternratsvorsitzenden, wieder andere Häuser kombinierten beides miteinander.

Sozialamtsleiterin Ulrike Lösch bat um Verständnis für das Vorgehen der Verwaltung. Neben der Absicherung der Betreuung entsprechend der Vorgaben gelte es, den Erzieherinnen ebenso ihren Urlaub wie auch Freistellungen für Weiterbildungen zu ermöglichen. Darüber hinaus gelte es, einen erhöhten Krankenstand bei den Beschäftigten zu kompensieren.

Stadtverwaltung lehnt Kernöffnungszeit ab

Ulrike Lösch führte zudem an, dass im Kita-Bereich Eltern ihre Kinder für neun Stunden anmelden und dann mitunter zehn oder gar elf Stunden verstreichen, bis sie Sohn oder Tochter wieder abholen. Für diesen Mehraufwand gelte es Personal vorzuhalten. Entgegengesetze Probleme treten in den Horten in den Schulferien auf, wenn Eltern ihre Kinder zur Betreuung anmelden, sie dann aber nicht bringen. „Es kommt vor, dass 70 angemeldet, aber nur die Hälfte davon wirklich da ist. Das Personal ist an diesem Tag aber für die 70 Anmeldungen ausgelegt“. Den Vorschlag der Eltern, in den Ferien für die Kitas eine Kern-Öffnungszeit von 8 bis 14 Uhr zu gewährleisten, wie es etwa in Dahlen in einer Einrichtung praktiziert werde, lehnte die Sozialamtsleiterin ab. Das habe man auch in Oschatz schon angeboten, es habe jedoch nicht funktioniert, führte sie an.

Die Stadträte Frank Schneider (CDU) und Falk Zschäbitz (FDP) unterstützten einen Vorschlag Henry Korns (Freie Wähler). Er regte an, statt der Kinder die Erzieherinnen zwischen den Einrichtungen pendeln zu lassen, um das Problem abzumildern. Laut Ulrike Lösch werde diese Praxis innerhalb aller Betreuungseinrichtungen bereits praktiziert.

Von Christian Kunze

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