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Oschatz Oschatzer Jagdverbandschef: Wölfe reiben unsere Wildbestände auf
Region Oschatz Oschatzer Jagdverbandschef: Wölfe reiben unsere Wildbestände auf
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13:33 06.03.2019
Auf dieses Rotwild hatte es der Wolf in Schöna abgesehen. Das Tier in der Mitte wurde an der Flanke gebissen. Quelle: Frank Hörügel
Nordsachsen

Nach den Wolfsattacken in Wildgehegen in Schöna (Gemeinde Cavertitz) am Rande der Dahlener Heide sowie in Audenhain (Gemeinde Mockrehna) am Rande der Dübener Heide schlagen die Wellen nicht nur bei den Betreibern der Gehege, sondern auch bei den Jägern in der Region hoch. Im Interview sagt Rainer Krause als Vorsitzender des Jagdverbandes Oschatz, was die Jäger bewegt.

Rainer Krause, Vorsitzender des Jagdverbandes Oschatz Quelle: privat

War das ein Problemwolf?

Nein. Der Wolf hat nur das getan, was ihm von Natur aus gegeben ist. Er hatte Hunger, also ging er auf Jagd und riss das Wild, das am leichtesten zu haben war – wir würden das nicht anders machen. Aber es ist auch ein Hinweis darauf, dass sich der Wolfsbestand zu einer Größe entwickelt hat, die langsam von unserer Natur nicht mehr verkraftet wird.

Das sehen nicht alle so...

Die Behörden und Naturschutzverbände bestreiten das energisch und meinen, dass die Wölfe den erforderlichen Erhaltungszustand noch nicht erreicht hätten, obwohl es deutschlandweit nach offiziellen Angaben bereits etwa 1000 gibt – in Schweden liegt die Grenze bei 270. Man erklärt auch immer wieder, durch die Medienlandschaft eifrigst unterstützt, die Wiederkehr des Wolfes sei ein Zeichen der Gesundung der Natur.

Klingt so, als würden Sie das anders sehen?

Man hat Anfang der Neunziger Jahre die „Einwanderer“ aus dem Osten nicht erlegt und so konnten sich die ersten Rudel bilden und ausbreiten, der Wolf wurde entsprechend seines Schutzstatus zur „heiligen Kuh“ und konnte sich ungehindert vermehren – mehr ist nicht passiert. Inwieweit die zur Verfügung stehenden Lebensräume für Wölfe geeignet waren, wurde nie untersucht. Mit einer Vermehrungsrate von 30 bis 35 Prozent entwickelten sich bis heute die Bestände rasant, man könnte auch sagen invasiv.

Mit welchen Folgen?

Seitens der Behörden spielen die Auswirkungen der ständig wachsenden Wolfspopulation auf die heimische Tierwelt überhaupt keine Rolle. Stattdessen ist immer nur vom Erhaltungszustand des Wolfes, vom Schutz der Weidewirtschaft und vom Umgang mit Problemwölfen die Rede. Immer wieder wird behauptet, der Wolf hilft, die zu hohen Wildbestände zu reduzieren und unterstützt damit den laufenden Waldumbau. Die Forstwirtschaft haut unverständlicherweise in diese Kerbe mit hinein.

Ist denn der Wildbestand tatsächlich zu hoch?

Die Bestände an Rot- und Rehwild schwinden sichtbar, der notwendige Altersaufbau ist gestört, das Muffelwild in Sachsen wurde fast total aufgefressen und das Schwarzwild wandert aus den von Wölfen besetzten Gebieten ab und konzentriert sich andernorts so, dass die Schäden erheblich werden. Die Wildbestände werden regelrecht aufgerieben, Wölfe sind allgegenwärtig. Insgesamt ergibt sich nur eine Schlussfolgerung: Wolfsbestände müssen reguliert werden.

Wie könnte das aus Ihrer Sicht funktionieren?

Es genügt nicht, Problemwölfe oder ganze Rudel letal (todbringend, d. Red.) zu entnehmen, um den scheinheiligen Begriff einmal zu gebrauchen. Es wird erforderlich, eine Bestandsgrenze, Wolfsausschlussgebiete und Wolfsgebiete festzulegen, wie bei allen anderen Wildarten auch, um dann durch Abschuss des Zuwachses und unter Berücksichtigung eines ausgewogenen Altersklassen- und Rudelaufbaues eine konstante Wolfsdichte zu erreichen. Nur so wird sich eine gesunde und stabile Wolfspopulation auf Dauer entwickeln können – im Einklang mit den anderen Wildarten und natürlich auch mit den Menschen.

Was passiert, wenn nichts passiert?

Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird man eines Tages – und der ist nicht mehr fern – feststellen müssen, dass die geliebten Wölfe vor dem Hungertod stehen. Und dann? Vielleicht werden dann die Bürgermeister verpflichtet, aller zwei Tage einen Ochsen zu schlachten und den in den Wald zu legen – wer weiß?

Von Frank Hörügel

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