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Oschatz Oschatzer Jugendstadtrat stimmt für neuen Spielplatz in der Mannschatzer Straße
Region Oschatz Oschatzer Jugendstadtrat stimmt für neuen Spielplatz in der Mannschatzer Straße
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06:00 02.11.2018
In Lonnewitz freuen sich die Kinder über den vom örtlichen Verein „Lonnewitz wächst“ initiierten Tobeort. Quelle: Foto:Sven Bartsch(Archiv)
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Oschatz

Für Pflege und Reparaturen am Rathaus, den Gebäuden des Eigenbetriebs der Oschatzer Kultureinrichtungen einschließlich Kegelbahn sowie den Spielplätzen leistet sich die Stadt einen Haus- und Spielplatzwart. Unterstützung erfährt der städtische Angestellte jetzt vom Jugendstadtrat. In der jüngsten Sitzung informierte Sozialamtsleiterin Ulrike Lösch über den Zustand und die Auslastung der Anlagen in kommunaler Obhut. Dabei wurde ein neuer Spielplatz-Standort angeregt. Nicht in kommunaler Verantwortung sind die Plätze der Karl-Liebknecht-Straße, der Goethestraße und der Gabelsberger Straße. Diese unterhält die Oschatzer Wohnstätten GmbH.

Wöchentliche Kontrollen

Beim Betreiben von Spielplätzen ist die Stadt angehalten, Standards einzuhalten und die Sicherheit der dort spielenden Jungen und Mädchen – aber auch der erwachsenen Besucher – zu gewährleisten. Neben quartalsweisen Kontrollen der gesamten Anlage kommt es vor, dass einzelne Geräte wöchentlich untersucht werden müssen. Basis dafür sind Verträge mit Berufsgenossenschaft und Tüv. Werden Mängel oder Beeinträchtigungen festgestellt, muss das Material gewartet, repariert oder ersetzt werden. Ist dies nicht möglich, werden die Geräte, mitunter das gesamte Gelände, gesperrt.

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Der Spielplatz Limbach Quelle: Archiv

Weniger Nutzer

Bei jedem Platz, der zur Betätigung von Kindern unter freiem Himmel im öffentlichen Raum errichtet werden soll, gilt es, die Finanzierung ins Verhältnis zur erwarteten Auslastung zu setzen. So werden Spielplätze in der Regel nur dort errichtet, wo auch entsprechend viele Nutzer die Investition rechtfertigen. Und selbst die Anzahl in einem Ortsteil oder Stadtareal gemeldeter Kinder garantiert nicht, dass potenzielle Besucher dieses Angebot nutzen. Eine Erfahrung, die auch die Oschatzer Wohnstätten machen mussten. „Laut Baugesetzbuch sind wir verpflichtet, ab einer gewissen Anzahl von Wohneinheiten einen solchen Ort bereit zu stellen. In manchen Fällen tun es auch einzelne Spielgeräte“, so Geschäftsführer Marc Etzold. Problem dabei ist, dass immer weniger Kinder die Plätze nutzen und diese statt dessen von Erwachsenen heimgesucht werden, die dann nicht selten Müll zurücklassen, randalieren oder zerstören.

Probleme im Zentrum

„Gewaltige Probleme“ mit Verunreinigung, Zerstörung und unsachgemäßer Nutzung durch Ältere hat die Stadt nach Einschätzung des Oberbürgermeisters Andres Kretschmar (parteilos) beim stark frequentierten Platz an der Promenade unweit des ehemaligen Standortes der „Banane“. Glasscherben und Zigarettenkippen seien noch das geringste Übel. Vandalismus und Vermüllung hätten sich zum regelrechten Volkssport entwickelt, moniert das Stadtoberhaupt. Erneuert wurde im vergangenen Jahr teilweise der Spielplatz in der Straße der Einheit. Der Skaterpool am Platsch, der ebenfalls in die Zuständigkeit des Spielplatzwarts gehört, soll 2019 folgen.

Vereine als Partner

Ebenfalls neu sind Wippe und Schaukel am Spielplatz Thalheim sowie Kletter- und andere Geräte in Limbach (erfolgte bereits 2016). Bestandsschutz scheint der Platz in Mannschatz zu haben, der seit DDR-Zeiten existiert. Sonderfälle stellen die Plätze in Merkwitz und Lonnewitz dar. Hier haben aus der Bürgerschaft heraus gegründete Vereine sich gemeinsam mit der Stadt bemüht und Fördermittel zum Bau beantragt. Die Versicherung übernahm die Stadt, die Pflege und mögliche Erweiterung obliegt den Vereinen. Ein solches Modell regte der Oberbürgermeister auch für die Orte an, in denen der Wunsch nach Spielplätzen besteht.

Spielplatz in Merkwitz. Quelle: Sven Bartsch(Archiv)

Bedarf in Zschöllau

In den Einwohnerversammlungen Zschöllau, Schmorkau und Fliegerhorst wurde der Wunsch an die Verwaltung herangetragen, Plätze für die Jugend zu schaffen. Als alleiniger Investor sieht sich die Stadt hier jedoch nicht in der Lage. Die Modelle Merkwitz und Lonnewitz könnten hier also Anwendung finden. Stefan Schurich (Die Linke) unterstrich die Notwendigkeit eines Spielplatzes in Zschöllau, räumte jedoch ein, dass die umfangreiche Wohnbebauung nahezu nirgends Platz dafür ließe. Mit der Schließung des Freizeitzentrums in der Mühlberger Straße fiel zudem ein Spielplatz auf dessen Außengelände weg. Stadtrat Paul Krieger (SPD) erklärte, dass er bei Spaziergängen mit seiner Tochter schon des Öfteren von dieser angesprochen worden sei, warum es denn am Katzenwäldchen keinen Spielplatz gebe.

Neubau am Radweg

Frank Schneider (CDU) führte all diese Anregungen zusammen. Im Bereich des neu entstandenen Mulde-Elbe-Radweges in der Mannschatzer Straße im Stadtteil Zschöllau gebe es sowohl den Platz als auch das Potenzial für einen Spielplatz. „Der Radweg sorgt für Anbindung ans Zentrum ebenso wie an den Ortsteil Schmorkau. Mit dem Rad könnten ihn aus beiden Richtungen Familien erreichen. Von denjenigen, die den Weg für längere Touren nutzen, mal ganz abgesehen. Das steigert die Attraktivität des Radweges und des Ortsteils und verspricht mehr Spielplatznutzer.“ Der Jugendstadtrat begrüßte diese Idee, die Verwaltung nahm die Anregung mit in den Stadtrat.

Spielplatz an der Promenade in Oschatz. Quelle: Archiv

Von Christian Kunze