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Oschatz Oschatzer Kirchenförderverein „Rettet St. Aegidien“ zieht Bilanz und plant für 2019
Region Oschatz Oschatzer Kirchenförderverein „Rettet St. Aegidien“ zieht Bilanz und plant für 2019
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16:01 18.01.2019
Dieser malerische Sonnenuntergang mit den Türmen des Rathauses und der St. Aegidienkirche ziert die neue Briefmarke des Oschatzer Fördervereins.
Dieser malerische Sonnenuntergang mit den Türmen des Rathauses und der St. Aegidienkirche ziert die neue Briefmarke des Oschatzer Fördervereins. Quelle: Foto: Thomas Malik
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Oschatz

Der trockene Rekordsommer 2018 und Bauarbeiten im Schiff der St. Aegidienkirche blieben nicht ohne Folgen für den Förderverein: Im vergangenen Jahr besuchten deutlich weniger Menschen die historische Türmerwohnung im Südturm des Gotteshauses als noch in den Jahren zuvor. Die Bilanz des hauptamtlichen Türmers Alexander Nitsche belegt, dass die Besucherzahl in der vergangenen Saison unter die 5000er-Marke gerutscht ist. 4668 Menschen erklommen den Turm, 1089 davon waren Kinder – belegt die offizielle Statistik anhand der verkauften Eintrittskarten. Analog dazu sank im zurückliegenden Jahr die Anzahl von Vereinsmitgliedern, Freunden und Unterstützern von „Rettet St. Aegidien“. Derzeit finden sich 221 Namen auf der Mitgliederliste, 18 weniger als noch 2017. Ebenfalls um 18 Namen schrumpfte die Liste der Freunde und Unterstützer – auf derzeit 159 Männer und Frauen.

Knapp 1000 Stunden Ehrenamt

Einen Zuwachs verzeichnen konnte dagegen das ehrenamtliche Türmer-Team. Insgesamt 45 Menschen sichern an Wochenenden und Feiertagen von Ostersonnabend bis zum Reformationstag die Öffnungszeiten ab – insgesamt 609 Stunden lang. Unter ihnen finden sich Oschatzer ebenso wie Nicht-Oschatzer, Vereinsmitglieder und Nichtmitglieder sowie Mitglieder der Kirchgemeinde und konfessionslose Engagierte. Allein das belegt, welche Anziehungskraft das hoch gelegene Oschatzer Oberstübchen auf die Menschen ausübt. Hinzu kommen die Dienste des hauptamtlichen Türmers Dienstag bis Freitag mit 372 Stunden.

Die Aktivitäten des Kirchenfördervereins Rettet St. Aegidien in Oschatz sind vielfältig. Diese Bilder geben einen Einblick in das Spektrum.

Alexander Nitsche wusste zu berichten, dass es inzwischen kaum eine Institution des öffentlichen Lebens gibt, die Oschatz noch nicht aus der Vogelperspektive kennt. „Wir konnten zum wiederholten Male die Offiziersschule des Heeres begrüßen, ebenso Schulklassen, Kindergärten, Polizeibeamte, Delegationen aus den Partnerstädten, aber auch Mitarbeiter der Sparkasse und des Finanzamtes“, umriss Nitsche das Spektrum derer, die sich einen Überblick über die Döllnitzstadt verschaffen wollten. In den kommenden Monaten könnten sich zu den Interessenten für die Kirche und den Turm zahlreiche Briefmarkensammler gesellen. Auf eine Idee Lutz Naakes geht die Briefmarke des Vereins Rettet St. Aegidien zurück. Diese ist seit Jahresbeginn erhältlich. Sie ziert ein Motiv des Oschatzer Fotografen Thomas Malik, der die markanten Doppeltürme der Oschatzer Stadtkirche in einem ganz besonderen Licht fotografiert hat. Erhältlich sind die Postwertzeichen beim Verein zu einem Preis von je 70 und 45 Cent.

Paul-Quietzsch-Weg für Oschatz?

Einem Hinweis des ehrenamtlichen Türmers Dieter Ahrens aus Thalheim folgend, könnte es 2019 eine besondere Würdigung des ehemaligen Türmers und Schuhmachers Paul Quietzsch geben. Als letzter Türmer von Oschatz begann er 1899, vor fast 120 Jahren also, seinen Dienst im Südturm – gemeinsam mit Frau Anna und anfangs fünf, später 14 Kindern, von denen zwei bereits in frühester Kindheit starben. Mit Blick auf das Jubiläum und die Verdienste des Türmers Quietzsch und seiner Bekanntheit in der Stadt schlug Ahrens vor, eine Straße oder einen Weg im Stadtgebiet nach ihm zu benennen. Ein Vorschlag, den sich der ebenfalls anwesende Oberbürgermeister von Oschatz und Fördervereinsmitglied Andreas Kretschmar sofort notierte. Bilanziert wurde zur Jahreshauptversammlung auch über den Oschatzer Musikherbst, das Baugeschehen an der Kirche und weitere Aktivitäten, worüber gesondert berichtet wird.

Von Christian Kunze