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Oschatz Oschatzer Klärschlammkonzept wird fortgeschrieben
Region Oschatz Oschatzer Klärschlammkonzept wird fortgeschrieben
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19:59 21.05.2019
Kompostierter Klärschlamm. Quelle: Frank Schmidt
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Oschatz

Pro Woche verlassen zwischen 20 und 45 Tonnen Klärschlamm das Klärwerk in der Mannschatzer Straße. Der Umgang mit dem regelmäßig anfallendem Schlamm auf der Anlage in Oschatz und umliegenden Kläranlagen ist ein Dauerthema für den zuständigen Abwasserverband „Untere Döllnitz“. Zur jüngsten Verbandsversammlung informierte der Geschäftsführer Frank Peter Streubel über die Möglichkeiten der Trocknung dieser Abfallsubstanz im Vorfeld der Verwertung oder Entsorgung – mit klarer Tendenz, welche Möglichkeiten in Zukunft favorisiert werden sollten.

Hoher Trocknungsgrad

Ausschlaggebend ist ein möglichst hoher Trocknungsgrad der Substanz. Diese wird zunehmend erforderlich, da Klärschlämme aufgrund immer feinerer Filtersysteme und steigender Schadstoffbelastung nicht mehr ohne weiteres als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.Als Institution, die auf den ordnungsgemäßen Umgang mit zu zahlenden Gebühren der Verbraucher setzt, ist der Abwasserverband angehalten, wirtschaftlich zu arbeiten. Dieses Kriterium ist demnach ausschlaggebend für die Betrachtung der einzelnen Vorgehensweisen zu Trocknung des Klärschlammes.

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Klärschlamm auf einer Kläranlage. Quelle: Nico Fliegner

Im Ergebnis empfahl die Verwaltung dem Verbandsrat die kurzfristige Anschaffung einer Entwässerungsmaschine als Ersatz für die 19 Jahre alte Siebbandpresse. Des weiteren sollte ein überdachter Lagerplatz für Klärschlamm eingerichtet werden. Weitere Methoden wurden als nicht wirtschaftlich eingestuft. Für die Entwässerungsmaschine ist ein Kostenvergleich erforderlich. Der überdachte Lagerplatz garantiert eine höhere Entsorgungssicherheit und – flexibilität. Durch die Zwischenlagerung ist der Verband nicht mehr an fixe Entsorgungszeiten oder -zyklen verbunden. „Das ermöglicht uns in der Verhandlung mit Verwertern und Entsorgern einen geringeren Preis, der geringere Entsorgungskosten bedeutet“, so Streubel.

Neue Technik

Energieeffizienz ist ebenfalls ein Faktor, den es beim Betrieb von Kläranlagen zu berücksichtigen gilt. Für eine Anlage der Größenordnung 4, wie Oschatz eine ist, kann der Stromverbrauch mit Blick auf die Zahl der Haushalte im Verbandsgebiet nicht mehr optimiert werden.Ein Vergleich der bisher angewandten Entwässerungsaggregate ergab keine eindeutige Empfehlung für eines der zu Anwendung kommenden Verfahren. Hier sei es nur möglich, weiter an der Optimierung des Entwässerungsgrades der einzelnen Möglichkeiten zu arbeiten, betonte der Geschäftsführer.

Klärschlamm als Dünger hat ausgedient. Quelle: unbekannt

Als unwirtschaftlich erwiesen hat sich auch die Erwärmung des Klärschlammes vor der Entwässerung. Da dafür keine entsprechende Technik auf der Oschatzer Kläranlage vorhanden ist, müsste dafür extern Wärme zur Verfügung gestellt werden. Die jährlichen Kosten dafür würden jedoch die Einsparungen der Schlammentsorgungskosten nur minimal unterschreiten, zusätzlich müsste in die Anschaffung und Instandhaltung neuer Technik investiert werden.

Vererdung nicht empfohlen

Die Vererdung und Kompostierung des Klärschlamms bedarf für das Verbandsgebiet einer zusätzlichen Fläche von 1,7 bis 2,3 Hektar. Dieser enorme Flächenbedarf sowie die Tatsache, dass die Entsorgung des humusartigen Restmaterials nach acht bis zehn Jahren zu vielen unsicheren Faktoren unterliegt, zehrt den ursprünglichen Kostenvorteil gegenüber der technischen Entwässerung wieder auf.

Von Christian Kunze