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Oschatz Oschatzer Lebenshilfe beklagt illegale Badegäste im Rosensee
Region Oschatz Oschatzer Lebenshilfe beklagt illegale Badegäste im Rosensee
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16:59 26.06.2019
Illegales Baden am Rosensee in Oschatz Peggy Schlurke (l.) und Alexander Goltzsch von der Lebenshilfe  Quelle: christian kunze
Oschatz

Kostenlos, abgelegen und illegal – der Rosensee im Oschatzer O-Schatz-Park ist ein gefragtes Badegewässer geworden. Bereits im vergangenen Jahr trieben Hitze und Trockenheit dutzende Wasserratten für eine Abkühlung dorthin, bestätigt Parkmanagerin Katja Bachmann auf Nachfrage. In diesem Jahr seien es noch mehr – wohl auch, weil das Oschatzer Freibad im „Platsch“ wegen des Umbaus geschlossen ist.

Parkordnung regelt Verbot

Katja Bachmann und ihr Team beobachten die Zunahme an Badtouristen mit Sorge. „Das Baden im Rosensee ist verboten, das kann jeder in unserer Parkordnung nachlesen“. Die Lebenshilfe-Regionalvereinigung Oschatz als Betreiber des ehemaligen Landesgartenschaugeländes sei in der Verantwortung und in der Haftung, wenn illegal Badenden etwas passiert. „Das Gewässer ist naturbelassen, sprich schmutzig, zwischen fünf und sieben Metern tief und voller Fische“, erinnert Bachmann. Unter anderem leben Karpfen, Goldfische und einige Hechte im Gewässer. Für die Tiere und deren Zucht sei der See angelegt – und nur dafür.

Diebstahl, Vandalismus, Angriffe

Ein anderer Grund, weshalb das Baden im Rosensee unterlassen werden sollte, liegt in einem weiteren Regelverstoß begründet. „Das Füttern der Tiere durch Besucher ist nicht gestattet. Das gilt auch für die Fische im See. Allerdings ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, dass über den Tag verteilt zehn bis zwölf Brote ins Wasser geschmissen werden“.

Zu allem Überfluss müssen die Mitarbeiter des Parks feststellen, dass die ungebetenen Badegäste ihren Müll liegen lassen und sogar die Bretter der Holztreppen und Stege auf beiden Seiten des Sees mutwillig zerstören. Ebenfalls dem Vandalismus zum Opfer fallen regelmäßig die separaten Schilder, die explizit auf das Badeverbot hinweisen. „Manchmal werden sie auch geklaut“, so Bachmann.

Eine Handhabe hat die Lebenshilfe bisher nicht. Das Ordnungsamt der Stadt sei nicht zuständig, die Polizei noch nicht darüber informiert. „Wenn man Badende bittet, den See zu verlassen, wird man noch angepöbelt“, sagt Katja Bachmann. Doch dabei bleibt es nicht. „Der ein oder andere wird auch mal handgreiflich“, so Mitarbeiter Alexander Goltzsch.

Es gibt Alternativen

Es gibt jedoch legale, wenn auch kostenpflichtige Alternativen zum Rosensee. „Das wird wieder so ein heißer Sommer wie im vergangenem Jahr“, meint Tim Biebert (14). Damit hat der Buchaer nicht ganz unrecht, denn 37 Grad Celsius zeigte das Thermometer nicht mal im vergangenen Jahr. Doch er weiß sich zu helfen. „Zum Glück ist das Waldbad in Schmannewitz geöffnet und nur rund fünf Kilometer entfernt“, freut sich Tim. Mit seinen beiden Klassenkameraden Ben Gründler (13) und Niklas Schwarz (14) aus Dahlen radelt er ab und zu dorthin.

„Ebenfalls ist das Freibad in Strehla wunderbar zum Baden geeignet, solange es in Oschatz kein Freibad gibt“, sagt Lysann Dietrich-Hengst. Die Achtklässerin aus Oschatz besucht das Bad für eine Abkühlung – und arbeitet auch dort, um ihr Taschengeld aufzubessern. Weitere offizielle Badegewässer in der Region sind das Naturbad in Luppa oder das sanierte Stadtbad in Mügeln.

Von Christian Kunze und Jannis Bahr

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